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Merkel beim IHK-Neujahrsempfang

Offene Märkte für Wohlstand wichtig

Mit Blick auf die Brexit-Verhandlungen hat die Kanzlerin einen engen Schulterschluss von Politik und Wirtschaft gefordert. Es müsse verhindert werden, dass sich "jedes Land seine Rosinen herauspickt", erklärte sie beim Neujahrsempfang der Industrie- und Handelskammer in Köln.

Kanzlerin Merkel am Rednerpult Bundeskanzlerin Merkel spricht auf dem Neujahrsempfang der IHK. Foto: Bundesregierung/Kugler

"Ich bitte Sie als Vertreter der Wirtschaft, dass wir da gemeinsam handeln", appellierte Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Rede an die Unternehmen. "Denn wenn sich einmal herausstellt, dass man den vollen Zugang zum Binnenmarkt auch bekommen kann, wenn man sich bestimmte Dinge aussucht", gerate sehr schnell der gesamte Binnenmarkt in Gefahr.

Grundfreiheiten nicht verhandelbar

Die Kanzlerin warnte ausdrücklich vor "Rosinenpickerei". "Deshalb müssen Politik und Wirtschaft hier sehr gemeinsam agieren und handeln." So wichtig ein gutes Verhältnis zu Großbritannien auch sei: Wenn das Land die vier Grundfreiheiten des EU-Binnenmarktes nicht akzeptieren wolle, dann könne es keinen vollen Zugang mehr erhalten.

Offenheit und Transparenz beste Voraussetzungen

Freihandel bleibt auch künftig für Kanzlerin Merkel ein wichtiges Thema in den transatlantischen Beziehungen. Durch Offenheit und Zusammenarbeit habe die Staatengemeinschaft die Finanzkrise gemeinsam bewältigt. Auch wenn einige wieder Auswege im Protektionismus suchten: Sie sei zutiefst davon überzeugt, dass Offenheit und die Akzeptanz von Wettbewerb die beste Voraussetzung zum Erhalt des Wohlstands in der Welt seien.

An Prinzipien festhalten

Im Zusammenhang mit TTIP sprach Merkel von einer nötigen Schlacht, die es "aus Prinzip" zu schlagen gelte. "Und ich bin dazu gerne bereit." Sie hoffe dabei auf Unterstützung der deutschen Unternehmen. "Ich bitte Sie, nicht aus kurzfristigen Opportunitätsgründen zu schnell von dem abzuweichen, das wir als grundlegend richtige und erfolgreiche Prinzipen immer und immer wieder erkannt haben", mahnte Kanzlerin Merkel. "Wer nicht für seine Ideale, für seine Grundwerte eintritt, wer um des kleinen Vorteils kurzfristig die Grundlage aufgibt, der wird dauerhaft nicht erfolgreich sein."

Die IHK Köln ist Partner und Fürsprecher der Unternehmen und Kaufleute in der Region Köln. Sie vertritt die Interessen von mehr als 150.000 Mitgliedsunternehmen. Als öffentlich-rechtliche Körperschaft gestaltet sie neue Berufsbilder und stellt die Standards bei Aus- und Weiterbildungsprüfungen sicher.

Dienstag, 17. Januar 2017