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Merkel tauft Forschungsschiff

Neue Forschungsplattform auf See

Viel Unbekanntes schlummere noch in den Meeren, sie hoffe auf wegweisende Erkenntnisse durch die MS "Sonne", so Bundeskanzlerin Merkel bei der Taufe des Tiefseeforschungsschiffes. Die Meeresforschung sei wesentlich, um das Klimageschehen zu verstehen, Rohstoffe zu gewinnen und Naturkatastrophen zu verhindern.

Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der Brücke des Forschungsschiffes Sonne. Auf der Brücke des 114 Meter langen Forschungsschiffes. Foto: Bundesregierung/Kugler

"Wir wissen, dass die Zukunft unseres Planeten davon abhängt, wie wir mit unserer Umwelt und den Meeren umgehen", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Schiffstaufe der "Sonne" in Warnemünde.

Die Meeresforschung liefert Aufschluss über Ursachen von Klimaveränderungen. Deshalb betonte die Kanzlerin die große Bedeutung der Meere für den Klimaschutz. Sie sind größter Kohlendioxid- und Wärmespeicher der Erde.

Rohstoffe gefahrlos gewinnen

Meere sind zudem von großer Bedeutung für die Gewinnung dringend benötigter energetischer oder mineralischer Rohstoffe. "Die Meeresforschung kann helfen, sie zu erschließen, aber sie eben auch möglichst nachhaltig zu erschließen", erläuterte die Kanzlerin.
Schließlich hilft die maritime Forschung auch, Unwetter zu verstehen und vorherzusagen. Deutsche Forscher haben einen wesentlichen Anteil am Tsunami-Frühwarnsystem, das künftig Katastrophen, wie etwa in Thailand vor zehn Jahren, verhindern hilft.

Forschungsflotte

Die Flotte der sieben Schiffe zur Erforschung der Meere wird zum großen Teil aus Bundesmitteln finanziert. Jetzt ersetzt man das 36 Jahre alte Forschungsschiff "Sonne" durch das neue 114 Meter lange Schiff gleichen Namens.

Die öffentliche Hand hat die "Sonne" finanziert. Die Baukosten betrugen etwa 124 Millionen Euro. 90 Prozent trägt der Bund, die übrigen 10 Prozent übernehmen die Küstenländer.

Ab Januar 2015 beherbergt die neue "Sonne" bis zu 40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Vorrangig wird das Schiff im Pazifischen und Indischen Ozean eingesetzt werden. Forscherinnen und Forscher erkunden dann unter anderem den Einfluss der Meeresströmung auf das Klima, Mikroorganismen in der Tiefsee und Rohstofflager am Meeresboden.

Das Schiff ist mit mehrere große Kränen, Seilwinden und starken Hebebühnen ausgestattet. Damit können die Forscherteams Geräte wie Tauchroboter oder Bohrgestänge ins Wasser heben. So wird ein unbemanntes Tauchfahrzeug in rund 50 Meter über den Meeresboden gleiten, um die Topographie des Bodens zu erfassen.

In zahlreichen Laboren können Forscherinnen und Forscher Proben an Bord auswerten. Natürlich befindet sich auch eine Forschungs-Wetterstation an Bord.

Zukunftsfähigkeit des Schiffbaus

Die Kanzlerin lobte die Leistung der Meyer-Werft in Papenburg und der Neptun-Werft in Warnemünde. "Das Forschungsschiff "Sonne" selbst steht Pate für die hohe Leistungsfähigkeit und damit auch die Zukunftsfähigkeit des Schiffbaus und der Meereswirtschaft in Deutschland", sagte Merkel.

"Wir hoffen darauf, dass die "Sonne" uns zu verstehen hilft, was in den dunklen Meerestiefen vor sich geht und was das für die Menschheit bedeutet", sagte Merkel abschließend.

Freitag, 11. Juli 2014