Grünes Fliegen: Ein ehrgeiziges Ziel

Nationale Luftfahrtkonferenz 2021 Grünes Fliegen: Ein ehrgeiziges Ziel

„Wir brauchen Innovationen, um emissionsfreies Fliegen zu erreichen.“ Mit diesen Worten fasste Bundeskanzlerin Merkel auf der 2. Nationalen Luftfahrtkonferenz eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben der Branche zusammen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Erholung der Luftfahrtindustrie nach den schweren Einbrüchen in der Corona-Krise.

Kanzlerin Merkel während ihrer Rede bei der 2. Nationalen Luftfahrtkonferenz, virtuell gehalten vom Kanzleramt aus.

Der Anteil an nachhaltig produzierten Kerosin soll steigen, so die Kanzlerin bei der Nationalen Luftfahrtkonferenz. 

Foto: Bundesregierung/Denzel

Was ist die Nationale Luftfahrtkonferenz?

Die Nationale Luftfahrtkonferenz findet alle zwei Jahre – im Wechsel mit der Luftfahrt- und Raumfahrtausstellung ILA Berlin – in einem anderen Bundesland statt. Erstmals ausgetragen wurde sie am 21. August 2019 am Flughafen Leipzig/Halle. Austragungsort in diesem Jahr war der Flughafen Berlin Brandenburg.

Mit dem Format löst die Koalition ihre Zusage ein, die industriepolitische Zusammenarbeit von Bund, Ländern, Luftfahrt und Gewerkschaften zur Stärkung von Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit des Luftfahrtstandorts Deutschland zu institutionalisieren und mit einer regelmäßigen Bund-Länder-Konferenz zu begleiten.

Veranstalter der 2. Nationalen Luftfahrtkonferenz waren das Bundeswirtschafts- und das Bundesverkehrsministerium in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) und dem Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) sowie dem Land Brandenburg und dem Flughafen Berlin Brandenburg (BER).

Welche Themen standen im Fokus?

Unter dem Motto „Take off für die Luftfahrt der Zukunft – innovativ, nachhaltig und resilient“ war die Wiederbelebung der Luftfahrt nach den schweren Einbrüchen in der Corona-Krise ein zentrales Thema der in diesem Jahr digital übertragenen Nationalen Luftfahrtkonferenz.

Allerdings gebe es noch andere große Herausforderungen, so Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer virtuellen Rede. „Daher genügt es auch nicht, die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise irgendwie zu bewältigen. Vielmehr gilt es, unsere wirtschaftspolitischen Maßnahmen zur Erholung auch an unseren Klimazielen auszurichten.“

Weitere Informationen über die Nationale Luftfahrtkonferenz erhalten Sie hier.

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Video Rede der Kanzlerin anlässlich der 2. Nationalen Luftfahrtkonferenz

Wie soll Fliegen klimaneutral werden?

Um das Fliegen klimaneutral zu gestalten, arbeiten Bundesregierung, Länder und Industrie unter anderem daran, die Produktion von Power-to-Liquid-Kerosin in den nächsten Jahren auf- und auszubauen. „Ziel ist eine steigende PtL-Kerosin-Quote von 0,5 Prozent ab 2026 bis zwei Prozent ab 2030“, erläuterte in diesem Zusammenhang die Bundeskanzlerin.

Das heißt: „Mindestens 200.000 Tonnen nachhaltigen Kerosins sollen dann jährlich für den deutschen Luftverkehr produziert werden.“ Dieses Ziel knüpft an die Nationale Wasserstoffstrategie an, mit der die Bundesregierung 2020 den Rahmen für die künftige Erzeugung und Verwendung von Wasserstoff geschaffen hat.

Mit Power-to-Liquid bezeichnet man Technologien für die Erzeugung synthetischer Kraftstoffe mit Hilfe von Strom aus erneuerbaren Quellen. Als Ausgangsprodukte können dabei beispielsweise Wasser und Luft dienen.

Zum grünen Fliegen gehören aber auch die Bahnanbindung der Flughäfen an den Fernverkehr sowie geeignete Instrumente auf europäischer und internationaler Ebene. So setzt sich die Bundesregierung für eine Stärkung des EU-Emissionshandels im Luftverkehr und für das CO2-Kompensationssystem CORSIA ein.

Wo steht die Luftfahrtbranche aktuell?

Produktionseinbruch, Kurzarbeit, Einreise-, Test- und Hygieneanforderungen: Noch hat die Luftfahrt mit den Folgen der Pandemie zu kämpfen. Dennoch konnte, so Merkel, das Schlimmste verhindert werden, „wobei neben massiver staatlicher Unterstützung auch die Flexibilität der Unternehmen und Beschäftigten entscheidend war.“


Branchendaten für 2020:

  • 31 Milliarden Euro Umsatz erzielte die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie (2019: 41 Milliarden);
  • 9,3 Prozent des Branchenumsatzes flossen in Forschung und Entwicklung (2019: 8 Prozent);
  • 105.000 Menschen waren in Deutschland in der Branche beschäftigt (2019: 114.000);
  • 74 Prozent betrug der Exportanteil am Umsatz der Luft- und Raumfahrtbranche (2019: 77 Prozent).