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Wirtschaft

Mittelstand als Schatz pflegen

Die freie Entfaltung der Familienunternehmen ist eine wichtige Voraussetzung für eine gute wirtschaftliche Entwicklung. Das sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf den "Familienunternehmer-Tagen 2013" in Berlin.

Bundeskanzlerin Angela Merkel auf den Familienunternehmer-Tagen 2013 Freie Entfaltung der Familienunternehmen ist eine Voraussetzung für gute wirtschaftliche Entwicklung Foto: Bundesregierung/Eberstein

"Wir müssen den Schatz, den wir am Mittelstand und an den Familienunternehmen haben, sorgsam pflegen", betonte Merkel. Deshalb müsse fortentwickelt werden, was in den vergangenen Jahren erreicht worden sei.

Die Bundeskanzlerin verwies in diesem Zusammenhang unter anderem auf die gesunkene Arbeitslosenzahl und die zusätzlichen Bundesmittel für Forschung. Allein in dieser Legislaturperiode beliefen sich diese auf 13 Milliarden Euro.

Kalte Progression bekämpfen

Steuern sollten weder erhöht noch neu eingeführt werden, sagte Merkel. Es gebe aber auch "keinen großen Spielraum" für Steuersenkungen. Es sei jedoch wichtig, die kalte Progression zu bekämpfen, damit Lohnerhöhungen auch netto bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ankommen.

Nichts sei schlimmer als ein Klima der Verunsicherung, so die Bundeskanzlerin. Denn dieses hemme Investitionen und damit Wachstum. Deshalb erteilt sie der Einführung einer Vermögenssteuer eine klare Absage. Diese wäre eine "falsche Maßnahme".

Staat muss Umfeld für Investitionen schaffen

Zur Staatsschuldenkrise in der EU sagte Merkel, sie werde ihre Arbeit für Konsolidierung der Haushalte und Wachstum fortsetzen. Da in normalen Zeiten private Investitionen die wesentliche Wachstumsquelle seien, müsse der Staat das Umfeld dafür schaffen.

Europa habe "herausragende Voraussetzungen", um im weltweiten Wettbewerb zu bestehen. Zwar würde über viel gestritten, nicht aber über Demokratie, Meinungs-, Presse- und Religionsfreiheit. Das sei ein großer Vorteil.

Wirtschaftliches Rückgrat für den demografischen Wandel

Auch die Herausforderungen des demografischen Wandels sprach die Bundeskanzlerin an. In Zukunft würden jedes Jahr 500.000 Menschen mehr aus der Erwerbstätigkeit ausscheiden als neu hinzukommen. Bis Ende des nächsten Jahrzehnts wären das sechs Millionen Arbeitskräfte weniger.

Um diesen Wandel zu bewältigen, brauche es ein "starkes wirtschaftliches Rückgrat", so Merkel. Deshalb müssten sich Mittelstand und Familienunternehmen frei entwickeln können.

Land der Familienunternehmen
Familienunternehmen sind Betriebe, an denen ein bis zwei Menschen oder ihre Angehörigen mindestens 50 Prozent der Anteile halten. Gleichzeitig gehören diese Personen der Geschäftsführung an. Es handelt sich um Unternehmen, in denen die Eigentums- und Leitungsrechte in der Person des Unternehmers oder dessen Familie vereint sind. Die Größe des Unternehmens oder die Rechtsform spielen keine Rolle.

99,6 Prozent der Unternehmen in Deutschland zählten 2010 zu den kleinen und mittleren Unternehmen, die meisten davon sind Familienunternehmen. Im Jahr 2006 erwirtschafteten sie 41,1 Prozent aller steuerbaren Umsätze und beschäftigten 61,2 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer in Deutschland, so das Institut für Mittelstandsforschung Bonn (IfM).

Die wirtschaftliche Lage der größten Familienunternehmen hat sich laut IfM nach der Finanz- und Wirtschaftskrise positiv entwickelt. Auch die derzeitige Schuldenkrise in einigen Euroländern wirke sich bisher nicht negativ aus.

Freitag, 26. April 2013