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Spitzencluster

Mit Bioökonomie die Zukunft gestalten

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat eine europaweit einmalige Bioraffinerie-Anlage in Leuna eingeweiht. Die Anlage verwertet Biomasse, die nicht aus Nahrungsmitteln gewonnen wird.

Bundeskanzlerin beim CBP in Leuna Merkel: "Vision einer biobasierten Wirtschaft" Foto: Bundesregierung/Denzel

"Die neuen Bundesländer kommen beim Aufbau Ost weiter voran", stellte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Einweihung fest. Der Chemiestandort Leuna habe sich zu einem Aushängeschild für die Attraktivität Sachsen-Anhalts entwickelt. Das Fraunhofer Zentrum CBP bezeichnete sie als beispielhaft für den Aufbau Ost.

Die neue Bioraffinerie-Anlage gehört zum Fraunhofer Zentrum für Chemisch-Biologische Prozesse (CBP). Das Fraunhofer Zentrum ist ein zentraler Baustein des Spitzenclusters BioEconomy.

Spitzencluster fördern Innovationen
In Spitzenclustern bündeln führende Unternehmen, Forschungseinrichtungen und weitere Akteure eines Technologie- und Innovationsfeldes regional ihre Kräfte. 2007 startete das Bundesforschungsministerium einen Spitzencluster-Wettbewerb. Er ist ein Flaggschiff der Hightech-Strategie der Bundesregierung. Ziel des Wettbewerbs ist es, die leistungsfähigsten Cluster auf dem Weg in die internationale Spitzengruppe zu unterstützen.

Der Spitzencluster BioEconomy ist 2012 in der 3. Wettbewerbsrunde ausgewählt worden und einer von drei ostdeutschen Gewinnern des Wettbewerbs insgesamt. Insgesamt 60 Partner verschiedener Wirtschaftsbereiche, aus der Holz- und Forstwirtschaft, der chemischen Industrie und dem Anlagenbau, sind im Cluster vertreten. Sie forschen an der Erzeugung von Werkstoffen, Chemikalien und Energieträgern aus Biomasse. Es handelt sich um Biomasse, die nicht zur Nahrungs- oder Futtermittelproduktion genutzt wird.

Holz als Basis für neue Rohstoffe

Weltweit arbeiten Chemieunternehmen daran, Erdöl durch nachwachsende Rohstoffe wie Pflanzen, Stroh, Holz oder Mikroalgen zu ersetzen. Forschern des Clusters BioEconomy ist es bereits im Labor gelungen, auf Erdöl basierende Kunststoffe zu ersetzen. Als Rohstoff wurden Holzabfälle eingesetzt, die in Lignin und Zellulose getrennt wurden. Die gewonnene Zellulose dient nun als Material für Biokunststoffe. Das Lignin wird als Bindemittel für die Holzindustrie verwendet.

Bioraffinerie-Pilotanlage in Betrieb genommen

Die Forscher des Fraunhofer Zentrums CBT wollen ihre Ergebnisse nun auf große Holzmengen übertragen. Dafür reichen die bisherigen Kapazitäten des Labors in Leuna jedoch nicht aus. Mit der neuen Bioraffinerie-Anlage werden hier neue Möglichkeiten eröffnet. Die vollständige Verwertung von Holz kann in großem Umfang getestet werden. Mit dieser Anlage schließt sich die Lücke zwischen Labor und industrieller Nutzung. Sie ist europaweit einzigartig: Bis zu einer Tonne Holz kann sie pro Woche verarbeiten.

Dienstag, 02. Oktober 2012