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10. Nationale Maritime Konferenz

Merkel wirbt für freien Welthandel

"Internationale Arbeitsteilung und reger Warenverkehr sind Kennzeichen der Globalisierung", sagte Bundeskanzlerin Merkel bei der 10. Nationalen Maritimen Konferenz in Hamburg. Dies müsse als Chance verstanden werden. "Offene Tore lassen sich sowohl von der einen als auch von der anderen Seite durchqueren", so Merkel.

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht in Hamburg auf der 10. Nationalen Maritimen Konferenz. Die Bundeskanzlerin wünscht sich auf den Weltmeeren wieder mehr Schiffe unter deutscher Flagge. Foto: Bundesregierung/Bergmann

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich bei der 10. Nationalen Maritimen Konferenz im Hamburg für einen Welthandel und gegen Protektionismus ausgesprochen. "Offene Tore lassen sich sowohl von der einen als auch von der anderen Seite durchqueren", so Merkel. "Protektionismus dagegen hieße, Tore zu schließen oder zu Einbahnstraßen zu erklären."

Merkel: Die Globalisierung gestalten

Die Bundesregierung, so die Kanzlerin, habe sich deshalb immer dafür eingesetzt, das WTO-Handelssystem zu stärken und internationale Abkommen für den freien, fairen und wertebasierten Handel abzuschließen. "Ich glaube, so können wir die Globalisierung gestalten, schloss die Kanzlerin. Sie und die gesamte Bundesregierung werbe insbesondere im Rahmen der G20-Präsidentschaft für diese Ziele.

Das von der Bundesregierung verabschiedete Nationale Hafenkonzept böte einen umfassenden Ansatz und beinhalte einen strategischen Leitfaden für die Hafenpolitik der kommenden Jahre. Ziel sei es, "dass die Umschlagplätze an den Binnen- und Küstengewässern ihre herausragende Position im internationalen Wettbewerb halten", so die Kanzlerin. Neben den wirtschaftlichen Zielen werde aber auch dem Klima- und Umweltschutz Rechnung getragen.

Die maritime Wirtschaft gibt rund 400.000 Menschen Arbeit und erzielt einen Jahresumsatz gut 50 Milliarden Euro. Die Bundesregierung unterstützt die Branche. Im Januar dieses Jahres hat das Kabinett ihre "Maritimen Agenda 2025" verabschiedet. Die Nationale Maritime Konferenz bildet dabei eine Dialogplattform, um die Passgenauigkeit der Agenda zu prüfen und neuen oder veränderten Herausforderungen anzupassen.

Kanzlerin wünscht mehr Schiffe unter deutscher Flagge

"Deutschland ist eine der größten Schifffahrtsnationen der Welt mit einer sehr leistungsfähigen Handelsflotte", sagte Merkel. Daher sei wünschenswert, dass künftig wieder mehr Schiffe unter deutscher Flagge fahren würden, um dies auch nach Außen zu zeigen.

Deutsche Schiffsbauer genießen hohes Ansehen, sagte die Bundeskanzlerin. Um dem harten weltweiten Wettbewerb zu begegnen, hätten sich viele deutsche Werften für eine Neuausrichtung entschieden. Die Unternehmen der Branche müssten hart arbeiten, um ihren Vorsprung zu halten. Und Merkel weiter: "Ich glaube, wir dürfen wirklich mit Fug und Recht sagen: Die Bundesregierung, aber auch die Bundesländer unterstützen die Branche dabei."

Gemessen am Auftragswert hätten deutsche Werften einen weltweiten Anteil von rund 20 Prozent und belegen damit hinter China Rang zwei. "Ich glaube, dass es vielen Menschen in Deutschland nicht bekannt ist, dass das doch ein so wesentlicher Teil der internationalen Wertschöpfung im Schiffsbaubereich ist", erinnerte die Kanzlerin.

Die Maritime Konferenz findet seit 2000 etwa alle zwei Jahre statt. Sie ist Dialogforum, Ideenbörse und Leistungsschau. Rund 800 Experten beraten über den Wirtschaftsfaktor Meer.

Dienstag, 04. April 2017