Merkel: Wir haben uns ehrgeizige Ziele gesetzt

Energie- und Wasserwirtschaft Merkel: Wir haben uns ehrgeizige Ziele gesetzt

Die Energie- und Wasserversorgung steht vor großen Herausforderungen. Change - Wandel – ist daher das Motto der Jahrestagung des BDEW. "Wir haben uns ehrgeizige Ziele gesetzt in Hinblick auf die Energiewende und den Ausbau der erneuerbaren Energien", so Kanzlerin Merkel zur Eröffnung des Kongresses.

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht auf dem Jahreskongress des Bundesverbandes Energie- und Wasserwirtschaft e.V.

Merkel: Das Wachstum bei Wind- oder Solarenergie muss enger mit dem Ausbau der Leitungen verzahnt werden.

Foto: Bundesregierung/Steins

Das Motto des diesjährigen Kongresses lautet: Change. Bundeskanzlerin Angela Merkel führt den Wandel in der Branche auf drei wesentliche Aspekte zurück: die Vorreiterrolle Deutschlands beim Umstieg auf erneuerbare Energien, ein geändertes Bewusstsein in der Gesellschaft und vor allem den digitalen Wandel, der die Branche ergriffen habe.

Das neue EEG: ein Paradigmenwechsel

2010 lag der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch noch bei 17 Prozent. Sechs Jahre später machen die Erneuerbaren bereits ein Drittel im Strommix aus. Bis 2025 sollen es 45 Prozent sein. Das seien ehrgeizige Ziele, so die Kanzlerin. Man nähere sich ihnen jedoch mit großen Schritten.

Für die Bundesregierung gelte es, Versorgungsicherheit, Umweltverträglichkeit und Bezahlbarkeit in Einklang zu bringen, so Merkel. Für Bürginnen und Bürger sei die Strompreisentwicklung besonders wichtig. Die Akzeptanz der Energiewende in der Bevölkerung hänge davon ab.

Die Konzerne sollten nicht unter der Last der Energiewende zusammenbrechen. Darauf wolle die Politik achten. Aber: "Wir werden ihnen weiter Wandel zumuten. Daran geht kein Weg vorbei." Der Staat könne bei der Ökostrom-Förderung nicht tatenlos zusehen, dass "manch einer zu sehr profitiert".

Die EEG-Novelle bezeichnete Merkel als Paradigmenwechsel. Man gehe weg von staatlich festgelegten Preisen für die Förderung von erneuerbaren Energien und hin zu Ausschreibungen. So würden die effizientesten und kostengünstigsten Anbieter den Zuschlag erhalten. Die Bundesregierung gehe damit einen Schritt in Richtung wettbewerblich generierter Fördersätze und fester Abschreibungsmengen, so die Kanzlerin.

Stromnetze ausbauen, Energieeffizienz steigern

Die Erzeugung, die Verteilung und den Verbrauch von Energie noch besser aufeinander abzustimmen, sei das Ziel. Merkel forderte: Das Wachstum bei Wind- oder Solarenergie muss enger mit dem Ausbau der Leitungen verzahnt werden. In der Novellierung des EEG sei nun erstmals geregelt, dass der Windkraftausbau an Land in den nächsten Jahren in bestimmten Regionen gebremst wird.

Der Energieeffizienz sei für die Bundesregierung von besonderer Bedeutung. Daher habe sie 2014 den Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz initiiert. Zudem startete sie im Mai dieses Jahres eine Offensive zur Steigerung der Energieeffizienz. Ein weiterer Schritt, den Klimaschutzzielen Deutschlands und den Beschlüssen von Paris Rechnung zu tragen. Die Öffentlichkeitskampagne Deutschland macht's effizient ist Teil davon.

Der BDEW Kongress gilt als wichtigstes Treffen der Branche. Neben Bundeskanzlerin Merkel und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel nehmen 1.400 geladene Gäste teil, darunter hochrangige Führungskräfte der deutschen und zunehmend auch europäischen Energie- und Wasserwirtschaft, Politik und Wissenschaft.

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