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"Jugend forscht"

Merkel vom Forscherdrang begeistert

Die Sieger des 47. Bundeswettbewerbs "Jugend forscht" waren zu Gast im Bundeskanzleramt. Kanzlerin Angela Merkel würdigte die herausragenden Leistungen der Nachwuchsforscher.

Bundeskanzlerin Merkel lässt sich von den Preisträgern des Wettbewerbs "Jugend forscht" ein Modell zum bessern Musiksound erklären Bundeskanzlerin Merkel im Gespräch mit den Preisträgern 2012 Foto: Bundesregierung/Bergmann

Der diesjährige Bundeswettbewerb "Jugend forscht" stand unter dem Motto "Uns gefällt, was Du im Kopf hast". Für die originellste Arbeit erhielten der 19-jährige Christian Dreier und der 20-jährige Fabian Bronner aus Moers den mit 2.000 Euro dotierten "Sonderpreis der Bundeskanzlerin". Sie stellten ihr das Ergebnis ihrer Forschung vor.

Ein Traum von Akustik

Bei der Audioaufnahme eines Konzerts entdeckten die beiden Preisträger etwas Verblüffendes: Richtet man einen Teil der Mikrofone nicht direkt auf die Musiker aus, sondern auf Decke und Seitenwände, wird der Klang räumlich weiter. Sie begannen, mit verschiedenen Mikrofonanordnungen zu experimentieren. Anschließend programmierten sie eine Software, die die optimale Position der Mikrofone errechnet. Das Resultat: Ein dreidimensionales Klangerlebnis, das die Tonqualität einer herkömmlichen Stereoanlage deutlich übertrifft.

Viele innovative Ideen

Die Forschungsergebnisse der anderen Teilnehmer sind ebenfalls beeindruckend. Beispielswiese wurde ein Gerät entwickelt, das die Reittherapie von Kindern mit Behinderung unterstützt. Mit einer anderen Erfindung kann die Belastung der Nordsee mit Mikroplastik gemessen werden. Auch gibt es einen Bobby Car, der zu einem autonomen, selbstfahrenden Kinderauto umgerüstet wurde.

Merkel war von den Leistungen der Nachwuchsforscher begeistert. "Der Wettbewerb 'Jugend forscht' ist für viele junge Menschen der Eintritt in die faszinierende Welt der Forschung", so die Kanzlerin. Etwa 90 Prozent der erfolgreichen Teilnehmer absolvieren später ein Studium in den Fächern Mathematik, Ingenieur-, Natur- oder Technikwissenschaften (MINT). Das trifft auch auf die Gewinner des Sonderpreises zu.

Die Preisträger seien Vorbilder für andere Jugendliche, so Merkel. "Ihr großer Einsatz ermöglicht es, junge Menschen für Technik und Naturwissenschaften zu begeistern." Auch sei Forschung kein Selbstzweck, sondern "die Grundlage dafür, dass wir auch morgen in Wohlstand leben können."

Bundeswettbewerb gewinnt an Beliebtheit

Insgesamt 10.914 junge Forscherinnen und Forscher haben mit 5.986 Projekten am 47. Wettbewerb teilgenommen. So viele Jugendliche wie nie zuvor.

Die Projekte sind den Bereichen Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik und Technik zugeordnet.

Investitionen in Bildung und Forschung tragen Früchte

Binnen eines Jahrzehnts hat sich der Haushalt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung fast verdoppelt. Alleine in dieser Legislaturperiode stehen zusätzlich über zwölf Milliarden Euro für Bildung und Forschung bereit. Die Früchte dieser Zukunftsinvestitionen zeigen sich langsam.

Noch nie nahmen so viele junge Menschen in Deutschland ein Studium auf wie 2011. Mehr als jeder Zweite seines Altersjahrganges beginnt heute ein Studium.

Auch die MINT-Fächer profitieren von den Investitionen in mehr Studienplätze, bessere Hochschulen und eine gute Studienfinanzierung. Die Studienanfängerzahlen in den Ingenieurwissenschaften sind 2011 um 24 Prozent gestiegen. So hoch waren sie seit knapp 20 Jahren nicht mehr. Auch in Mathematik und den Naturwissenschaften ist der Zuwachs mit 21 Prozent erfreulich hoch.

Anmeldung zum nächsten "Jugend forscht" Wettbewerb

Der Startschuss für den 48. Wettbewerb unter dem Motto "Deine Idee lässt Dich nicht mehr los?" ist bereits erfolgt. Anmeldeschluss ist der 30. November 2012.

Der Wettbewerb wurde 1965 vom damaligen stern-Chefredakteur Henri Nannen ins Leben gerufen. 1975 wurde der gemeinnützige Verein Stiftung "Jugend forscht" gegründet.

Er wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, dem Wochenmagazin stern und der Wirtschaft unterstützt.

Außerdem beteiligen sich rund 6.000 Lehrerinnen und Lehrer ehrenamtlich als Projektbetreuer und Wettbewerbsleiter. Mehr als 2.000 Fach- und Hochschullehrer bewerten die Arbeiten.

Donnerstag, 20. September 2012