Merkel verurteilt "mörderischen Anschlag"

Autobombe in Afghanistan Merkel verurteilt "mörderischen Anschlag"

Die Bundeskanzlerin hat den Anschlag in Kabul scharf verurteilt. "Wir alle stehen heute unter dem Eindruck eines verheerenden und mörderischen Bombenanschlags in unmittelbarer Nähe der deutschen Botschaft in Kabul", sagte Merkel. Bei einer Explosion einer Autobombe sind zahlreiche Menschen ums Leben gekommen.

Den Angehörigen der Opfer sprach die Kanzlerin ihr tiefes Mitgefühl aus. "Meine Gedanken und meine Anteilnahme gelten den Opfern dieses Anschlags und ihren Familien", sagte Merkel bei der Hauptversammlung des Deutschen Städtetages in Nürnberg.

"In Momenten wie diesen wird uns einmal mehr klar: Der Terrorismus kennt keine Grenze, er zielt auf uns alle, ob in Manchester oder Berlin, Paris, Istanbul, Sankt Petersburg oder heute Kabul", so die Kanzlerin weiter. "Wir sind heute über alle Grenzen hinweg im Entsetzen und der Trauer vereint, aber genauso in der Entschiedenheit. Wir alle gemeinsam, die wir an das Recht, die Freiheit und die Würde des Menschen glauben, in Europa, in Amerika, in Afrika ja und natürlich auch in Afghanistan, werden den Kampf gegen die Terroristen führen, und wir werden ihn gewinnen."

Bei einem Autobombenanschlag im Kabuler Diplomatenviertel sind am Mittwochmorgen zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Die deutsche Botschaft in der afghanischen Hauptstadt wurde schwer beschädigt.

Auch Personal der deutsche Botschaft betroffen

Bei dem Anschlag wurden auch zwei Bedienstete der deutschen Botschaft verwundet. Sie befinden sich mittlerweile in Sicherheit und werden behandelt, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer in der Regierungspressekonferenz. Zwei afghanische Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma kamen bei dem Anschlag ums Leben. "Wir sind mit unseren Gedanken bei den Verletzten und bei den Familien der Opfer. Im Namen der Bundesregierung wünsche ich den Verwundeten eine unverzügliche Versorgung, schnelle Genesung und viel Kraft, dieses grausame Ereignis zu verarbeiten."

Auch dem Präsidenten Mohammad Ashraf Ghani und seiner Regierung drücke die Bundesregierung ihr Mitgefühl aus, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin. "Deutschland steht an der Seite Afghanistans, den Terror zu bekämpfen." Die Bundeskanzlerin habe dies jüngst in der vergangenen Woche in ihrem Telefonat mit dem afghanischen Präsidenten bekräftigt.

Im Auswärtigen Amt wurde der Krisenstab einberufen, der die Lage weiter aufklärt. Die Reise- und Sicherheitshinweise zu Afghanistan wurden aktualisiert.

Rückführungsflug kurzfristig abgesagt

Ein für diesen Mittwoch geplanter Rückführungsflug wurde kurzfristig abgesagt. Die deutsche Botschaft in Kabul spielt eine wichtige logistische Rolle beim Empfang rückgeführter Personen vor Ort. "Diese Rolle können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Botschaft so kurz nach dem Anschlag nicht ausfüllen", sagte der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Johannes Dimroth. "Daher wird es in den nächsten Tagen keine Sammelrückführungen nach Afghanistan geben."

Am Donnerstag entschied die Bundesregierung, Abschiebungen nach Afghanistan vorerst auszusetzen. Das sagte die Bundeskanzlerin in Berlin. Das Auswärtige Amt solle nun möglichst bis Juli eine neue Lagebeurteilung vorlegen. Bis dahin bleibe es bei "der Förderung der freiwilligen Rückkehr" und bei der Abschiebung von Straftätern und Gefährdern "auf Basis einer Einzelfallprüfung", sagte Merkel.