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Gemeinsames Gedenken zum Volkstrauertag

Merkel: Verantwortlich für das, was wir aus dem Krieg gelernt haben

Bundeskanzlerin Merkel gedenkt zusammen mit dem französischen Präsidenten Macron der Kriegstoten und Opfer der Gewalt aller Nationen. Der Volkstrauertag ist auch ein Tag der Mahnung zum Frieden.

Kanzlerin Merkel legt gemeinsam mit dem französischen Präsidenten Macron und Bundespräsident Steinmeier einen Kranz in der Gedenkstätte Neue Wache in Berlin nieder. Kranzniederlegung in der Gedenkstätte Neue Wache in Berlin. Foto: Bundesregierung / Bergmann

Gemeinsam mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Vertreterinnen und Vertretern der weiteren Verfassungsorgane aus Bundesrat, Bundestag und Bundesverfassungsgericht haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron in der Gedenkstätte Neue Wache in Berlin Kränze niedergelegt.

Seit 1993 ist die Neue Wache die zentrale Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.

Macron: "Europa muss stärker werden"

Im Anschluss an die Kranzniederlegung hat im Plenarsaal des Deutschen Bundestages die zentrale Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag stattgefunden. Die Gedenkstunde steht traditionell unter der Schirmherrschaft des Bundestagspräsidenten.

Der französische Präsident Macron sprach auf Einladung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge als Gastredner im Deutschen Bundestag. "Europa und darin das deutsch-französische Paar hat die Pflicht, die Welt nicht ins Chaos abgleiten zu lassen", mahnte er in seiner Rede. "Deswegen muss Europa stärker werden, deswegen muss es eigenständiger werden", betonte er.

Die Feierlichkeiten im Bundestag würdigten den 100. Jahrestag des Endes des Ersten Weltkriegs sowie die enge Freundschaft und besondere Verbundenheit mit Frankreich.

Merkel: Verantwortung für Europa tragen

Die Kanzlerin traf abschließend zum Gedenktag mit Präsident Macron im Kanzleramt zusammen. In einer gemeinsamen Pressekonferenz lobte Merkel die Rede ihres Gastes im Deutschen Bundestag: "Du hast gesagt: Wir stehen am Scheideweg. Welche Rolle werden wir spielen?" Das sei genau das, was auch sie empfinde. Zeitzeugen des Zweiten Weltkrieges wären bald nicht mehr unter uns. Deshalb seien wir alle, die nach dem Zweiten Weltkrieg geboren sind, verantwortlich, die Lehren aus dem Krieg zu ziehen.

Merkel bekräftigte zudem die gemeinsame Verantwortung von Frankreich und Deutschland für Europa.  "Wie du es auch gesagt hast, tasten wir uns an viele neue Aufgaben vor, und das wollen wir auch gemeinsam tun", antwortet sie ihrem französischen Gast.

Zuvor hatte Macron im Deutschen Bundestag die "unermüdliche" deutsch-französische Freundschaft hervorgehoben und mehr europäische Souveränität gefordert.

Stiller Gedenktag zu Ehren der Kriegstoten

Der Volkstrauertag ist ein staatlicher Gedenktag. Er gehört zu den "stillen Gedenktagen" und wird seit 1952 zwei Sonntage vor dem ersten Advent begangen. Ihn richtet jedes Jahr im November der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge bundesweit aus. Der Tag findet unter großer Anteilnahme der wichtigen politischen und gesellschaftlichen Institutionen und der Bevölkerung statt.

Der Volkstrauertag ist ein Tag des Gedenkens und der Mahnung zum Frieden. Bundesweit werden die obersten Bundesbehörden und ihre Geschäftsbereiche daher halbmast beflaggt.

Sonntag, 18. November 2018