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Ghanaischer Staatspräsident in Berlin

Merkel unterstützt Kampf gegen Boko Haram

Die Kanzlerin hat den westafrikanischen Ländern Hilfe beim Kampf gegen Boko Haram in Aussicht gestellt. Die Miliz verübe "abscheuliche Verbrechen", sagte Merkel nach dem Treffen mit dem ghanaischen Präsidenten Mahama. Beide sprachen sich für die Gründung einer afrikanischen Eingreiftruppe aus. Thema war auch Ebola.

Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßt den Präsidenten Ghanas, John Dramani Mahama, mit militärischen Ehren. Erster Besuch als Staatspräsident von Ghana: Kanzlerin Merkel empfängt John Dramani Mahama. Foto: Bundesregierung/Bergmann

Die Beziehungen zwischen Ghana und Deutschland seien ausgezeichnet. Das erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel, nachdem sie den Präsidenten der Republik Ghana, John Dramani Mahama, empfangen hatte. Merkel führte aus, dass die beide Länder eine enge Partnerschaft verbinde, insbesondere in der Entwicklungszusammenarbeit.

Intensive bilaterale Zusammenarbeit

Deutschland unterstützt den westafrikanischen Staat intensiv bei der Energiegewinnung, der Stromversorgung und beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Dies betonte auch die Bundeskanzlerin, die zudem auch die deutsche Förderung bei der Berufsausbildung verwies.

Seit 1961 beläuft sich das Gesamtvolumen der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit mit Ghana auf 1,37 Milliarden Euro. 2012 hat Deutschland Ghana für die kommenden drei Jahre weitere rund 160 Millionen Euro zugesagt.

Auch die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Staaten war Thema des Gesprächs zwischen der Kanzlerin und dem Staatspräsidenten. Ghana sei ein demokratisches Land, führte die Kanzlerin aus und betonte, dass sich Präsident Mahama für sichere Rahmenbedingungen ohne übermäßigen Bürokratieaufwand einsetze. Dies sei für deutsche Unternehmen von entscheidender Bedeutung.

Boko Haram bekämpfen

Beide Regierungschefs verurteilten die terroristischen Gräueltaten der letzten Zeit, vor allen Dingen die Aktionen der Terrorgruppe Boko Haram. Staatspräsident Mahama erklärte, dass Deutschland und Ghana die gleichen Werte teilten, nämlich Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit. Die Kanzlerin wies darauf hin, dass Terrorismus überall gleich schlimm sei - egal wo er auftrete. Deutschland sei von den Brutalitäten der Boko Haram tief betroffen.

Angesichts der gewaltsamen Entwicklungen unterstützte Merkel den Vorschlag des ghanaischen Präsidenten, eine regionale afrikanische Eingreiftruppe zu gründen. Innerhalb der Europäischen Union werde man darüber sprechen, wie eine finanzielle Unterstützung möglich sei. Der ghanaische Präsident stellte die Entsendung von Truppen seines Landes in Aussicht.

Die Bundeswehr arbeitet mit den Ghana Armed Forces zusammen. Zur Friedenssicherung und Krisenprävention engagiert Deutschland sich für die Bildung und Stabilisierung regionaler Sicherheitsstrukturen, beispielsweise über das Angebot des Kofi Annan International Peacekeeping Training Center, das vor zehn Jahren mit deutscher Unterstützung ins Leben gerufen wurde. Darüber hinaus unterstützt Deutschland Ghana beim Aufbau eines Pionierregiments als Teil einer vorgesehenen Eingreiftruppe der Afrikanischen Union.

Dank für Hilfe bei Ebola

Merkel und Mahama sprachen auch über die Ausbreitung von Ebola und die notwendige Verbesserung der Gesundheitssysteme in Ghana und Afrika an. Im Fokus stand das Anliegen, Strukturen zu schaffen, um einer medizinischen Katastrophe wie Ebola bereits im Vorfeld der Ausbreitung entgegentreten zu können.

Mahama dankte Deutschland für seine "wichtige Rolle" im Kampf gegen Ebola. Zudem regte er die Gründung einer Internationalen Organisation für Gesundheitsmanagement an, um in Zukunft zum Beispiel gegen Seuchen besser gewappnet zu sein. Hier sei Ghana bereit, gemeinsam mit Deutschland und Norwegen die Initiative zu ergreifen.

Montag, 19. Januar 2015