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NSU-Terror

Merkel trifft Angehörige der Opfer

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist mit Familienangehörigen der Mordopfer des rechtsextremistischen NSU sowie Opfern des Kölner Nagelbombenanschlags und deren Angehörigen im Bundeskanzleramt zusammengetroffen.

Die Bundeskanzlerin führte am 1. Juli mit den Angehörigen persönliche Gespräche. Merkel ging es vor allem darum, zuzuhören und zu erfahren, was die Familien bewegt und bedrückt.

Merkel hatte den Angehörigen der von der NSU ermordeten Menschen und den Opfern des Kölner Anschlags bei der Gedenkfeier im Februar 2012 zugesagt, sie mit einem gewissen zeitlichen Abstand wieder zu treffen.

In einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sagte Merkel zu ihren Gesprächen: "Es war jetzt sehr berührend für mich zu hören, mit welch schweren Belastungen diese Menschen noch heute leben." Viele von ihnen trügen noch immer schwer an der seelischen Last, einige hätten längere Zeit nicht ihrem Beruf nachgehen können, so die Kanzlerin.

Konsequenter Kampf gegen Rechtsextremismus

Die Angehörigen hätten zudem die Sorge, dass der Kampf gegen den Rechtsextremismus wieder ins Vergessen geraten könnte, wenn der Gerichtsprozess einmal vorüber ist. Merkel: "Ich habe ihnen zugesagt, alles in meiner Macht Stehende zu tun, damit genau das nicht geschieht. Die politische Aufarbeitung dieser furchtbaren Taten wird uns noch lange beschäftigen, und genauso lange werden wir damit zu tun haben, verloren gegangenes Vertrauen wiederherzustellen."

An der Begegnung nahmen auch die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Maria Böhmer, sowie die Ombudsfrau für die Hinterbliebenen der Opfer der NSU-Morde, Barbara John, teil.

Die Mordserie des rechtsextremistischen Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) wird seit April an vor dem Oberlandesgericht München verhandelt. Der Hauptangeklagten wird unter anderem Mittäterschaft an zehn Morden sowie Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen.

Freitag, 05. Juli 2013