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Merkel reist zum Asem-Gipfel

Bundeskanzlerin Angela Merkel fliegt heute Abend nach China. Auf dem Asien-Europa-Gipfel (Asem) will sie für eine globale Finanzmarktverfassung werben. Zuvor trifft sie mit dem chinesischen Premierminister Wen Jiabao zusammen.

Es ist bereits die dritte Reise der Bundeskanzlerin nach Peking. Sie kommt einen Tag vor dem Gipfel an und nutzt so die Zeit für intensive Gespräche sowohl mit Wen Jiabao als auch mit dem chinesischen Staatspräsidenten Hu Jintao. Auch bei diesen bilateralen Gesprächen steht das Thema Finanzmarktkrise im Mittelpunkt.

Wirtschaftsdelegation: klein und hochkarätig

Begleitet wird die Kanzlerin von einer kleinen hochrangigen Wirtschaftsdelegation. Sowohl Siemens-Chef Peter Löscher als auch der Vorstandsvorsitzende von Thyssen Krupp Ekkehard Schulz sind mit an Bord. Und Rüdiger Grube von der Daimler AG wird den Weg zum ersten Programmpunkt der Kanzlerin gut kennen: Das 2004 eingeweihte Daimler-Werk 20 Kilometer südöstlich von Peking. Die Kanzlerin wird dabei sein, wenn der 25.000 Wagen vom Band läuft.

Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und China haben sich in den letzten Jahren gut entwickelt.

Im Jahre 2007 ist der Handel zwischen den beiden Ländern um 10 Prozent gewachsen.

Auch im ersten Halbjahr 2008 gab es Steigerungen: Die deutschen Exporte nach China steigen um 20 Prozent, die Importe aus China um sechs Prozent.

Die Kanzlerin hält an ihrer bisherigen Tradition fest und trifft sich mit Vertretern der Zivilgesellschaft. Diesmal spricht sie mit Intellektuellen, Literaten sowie Journalistinnen und Journalisten über Fragen der Werteordnung.

Internationale Finanzkrise gemeinsam lösen

Am Freitag wird die Kanzlerin bei der ersten Arbeitssitzung des Asem-Gipfels das Eröffnungsstatement halten. Sie wird darlegen, wie sie sich das weitere Vorgehen bei der internationalen Finanzmarktkrise vorstellt. 
 

Eine internationale Lösung, so ist die Kanzlerin überzeugt, kann nur unter Einbeziehung Asiens und insbesondere der asiatischen Schwellenländer China und Indien gelingen. Auch diese Länder haben ein Interesse an einer gemeinsamen Lösung. Zwar sind die Bankensysteme der asiatischen Schwellenländer nicht direkt von der Finanzkrise betroffen, doch bekommen sie auf Grund ihrer starken Exportorientierung die Folgen der Krise deutlich zu spüren.

So bietet der Gipfel eine gute Möglichkeit, sich intensiv darüber auszutauschen, wie die Finanzmärkte besser reguliert werden können. Gleichzeitig ist der Austausch im Vorfeld des Weltfinanzgipfels wichtig. Bei dem Treffen in den USA wollen die führenden Industrienationen zusammen mit den Schwellenländern noch dieses Jahr die Reformen der Finanzmarktregulierung voranbringen.

Zwei Regionen, die gemeinsam viel erreichen können

In den Arbeitssitzungen am Samstag werden globale Fragen der Nahrungssicherheit und des Katastrophenschutzes besprochen. Auch die Milleniums-Entwicklungsziele, Energiesicherheit und Klimawandel stehen auf der Tagesordnung. Schließlich wird es in der letzten Sitzung um den Dialog der Kulturen gehen.

Die Kanzlerin ist von der Notwendigkeit enger Beziehungen zwischen Europa und Asien überzeugt. Aber nicht nur auf höchster Regierungsebene sollen sie stattfinden. Zwischen den Jugendlichen ist der Austausch mindestens genau so wichtig, findet sie. Wen Jiabao fand das auch und so riefen beide vor zwei Jahren den deutsch-chinesischen Jugendaustausch ins Leben. Und die Bundeskanzlerin nahm sich letzte Woche die Zeit, um 400 junge Chinesinnen und Chinesen im Kanzleramt höchstpersönlich zu begrüßen.

Was ist Asem?

Asem steht für Asia-Europe Meeting, also für Asien-Europa-Treffen. Es ist ein Dialogforum mit heute 45 Partnern aus der Europäischen Union und Asien. Auf dem Forum sprechen die Teilnehmenden über die Zusammenarbeit zwischen Europa und Asien im Bereich von Politik, Wirtschaft, Bildung und Kultur.

Die Asem-Gipfel finden seit 1996 im zweijährigen Turnus statt.

Mittwoch, 22. Oktober 2008