Merkel reist nach Finnland

Deutsch-Finnische Zusammenarbeit Merkel reist nach Finnland

Bundeskanzlerin Merkel fliegt am Montag nach Helsinki. Dort wird sie mit Ministerpräsident Stubb und Präsident Niinistö zusammentreffen. Vor ihrer Reise unterstrich Merkel die enge Zusammenarbeit beider Länder - auch in außenpolitischen Fragen.

Stadtansicht von Helsinki

Bilaterale, europapolitische und internationale Fragen stehen in Helsinki auf der Tagesordnung.

Foto: picture alliance / blickwinkel

Deutschland arbeite mit Finnland sehr gut zusammen, betont Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrem aktuellen Video-Podcast. Beide Länder hätten viele gemeinsame Anliegen. "Wir teilen nicht nur gemeinsame Werte, sondern in vielen Fragen gibt es auch eine sehr enge Absprache, zum Beispiel wenn es um Forschung geht, wenn es um Bürokratieabbau geht, wenn es um den Stabilitätspakt in der Eurozone geht."

Auch auf europäischer Ebene sei die Zusammenarbeit mit Finnland eng, so Merkel. Eine wichtige Rolle komme dem Land in der Ukraine-Krise zu. Auf der einen Seite sei es ein enger Partner Russlands. Auf der anderen Seite habe sich Finnland zu einem "sehr selbstbewussten Nachbarn" entwickelt.

Bilaterale und internationale Fragen sind Thema

Bundeskanzlerin Merkel und Ministerpräsident Alexander Stubb werden sich zunächst bei einem Mittagessens über bilaterale, europapolitische und internationale Fragen austauschen. Anschließend ist eine gemeinsame Pressebegegnung beider Regierungschefs geplant.

Danach trifft die Bundeskanzlerin den finnischen Präsidenten Sauli Väinämö Niinistö zu einem Gespräch.

Rede zur europäischen Sicherheit und Ukraine

Gemeinsam mit Ministerpräsident Stubb trifft Merkel am Nachmittag mit Studierenden der Universität Helsinki zusammen. Zum Thema "Europäische Sicherheit und der Konflikt in der Ukraine" wird die Kanzlerin eine Rede halten. Die Veranstaltung wird von der Universität Helsinki in Kooperation mit dem Finnischen Institut für Internationale Angelegenheiten ausgerichtet.

Politische Beziehungen

Zwischen Deutschland und Finnland bestehen schon seit der Hansezeit und der Reformation enge historische, kulturelle und wirtschaftliche Beziehungen. Die traditionell guten Beziehungen konnten beide Länder nach dem Zweiten Weltkrieg bald wiederherstellen, zunächst vor allem im wirtschaftlichen und kulturellen Bereich. Mit der Errichtung von Handelsvertretungen in Köln und Helsinki nahmen Deutschland und Finnland 1953 die staatlichen Beziehungen wieder auf. Seit dem 7. Januar 1973 bestehen diplomatische Beziehungen zwischen Finnland und der Bundesrepublik Deutschland.

Finnland räumt den finnisch-deutschen Beziehungen einen hohen Stellenwert ein. Dies zeigt sich in zahlreichen Konsultationen zu verschiedenen Themenbereichen. Gute persönliche Kontakte bestehen auf allen politischen Ebenen. Bundespräsident Joachim Gauck führte im Juli 2013 einen offiziellen Besuch in Finnland durch. Staatspräsident Niinistö besuchte Deutschland zuletzt im Oktober 2014. Dabei eröffnete er die Frankfurter Buchmesse, bei der Finnland Gastland war.