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Petersberger Dialog

Merkel: "Klimaschutz geht uns alle an"

"Wir sind eine Schicksalsgemeinschaft," so Bundeskanzlerin Merkel am zweiten Tag des Petersberger Klimadialogs. Vertreterinnen und Vertreter aus 35 Staaten haben in Berlin beraten, wie das Klimaschutzabkommen von Paris wirksam umgesetzt werden kann.

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht auf dem VIII. Petersberger Klimadialog. Ziel des Petersberger Dialoges war es, die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens voranzutreiben. Foto: Bundesregierung/Bergmann

"Wir können uns nicht herausreden. Klimaschutz geht uns alle an", so Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Rede beim Petersburger Klimadialog. "Die Fortschritte beim Klimaschutz kommen uns allen zugute". Der Geist, der bei der Verabschiedung des Klimaabkommens in Paris herrschte, müsse immer da sein.

Sie versuche, auch Zweifler zu überzeugen, betonte Merkel, dabei bleibe aber noch viel Arbeit. Optimistisch verwies die Kanzlerin aber auf das Symbol für die G20-Präsidentschaft, den Kreuzknoten. "Auch der Kreuzknoten hält besser, je mehr man an ihm zieht."

Der Petersberger Klimadialog dient der Vorbereitung der UN-Klimakonferenz im November. Gastgeber sind Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und der Premierminister von Fidschi, Josaia Voreqe Bainimarama. Bundeskanzlerin Merkel hatte den Dialog 2009 ins Leben gerufen.

Hohe Verantwortung für ein Umsteuern

Die Bundeskanzlerin verwies auf die Verpflichtung, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. "Mit jedem Temperaturanstieg steigt der Meeresspiegel und Paradiese von heute drohen zu verschwinden."

Die Präsidentschaft der Republik Fidschi für die Weltklimakonferenz lenke die Aufmerksamkeit auf die Staaten, die vom Klimawandel am meisten bedroht seien. "Unsere Verantwortung für ein Umsteuern ist hoch." Alle Staaten müssten ihren Beitrag dazu leisten.

Detaillierte Regeln für die Umsetzung nötig

Die Kanzlerin forderte für die Weltklimakonferenz in Bonn im November ein detailliertes Regelwerk für die Umsetzung der Klimaziele. "So entsteht Transparenz und eine solide Grundlage, dass Staaten einander vertrauen können."

Merkel verwies auch auf die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie und die Bedeutung der Modernisierung der Infrastruktur: "Wir brauchen eine umfassende Transformation zu einem nachhaltigen Lebensstil." Eine aktuelle OECD-Studie habe gezeigt, dass "wir weltweit die Investitionen in nachhaltige Infrastruktur um zehn Prozent erhöhen müssen, um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen." Von dem gewonnenen Technologie-Know-how könnten dann auch ärmere Staaten profitieren.

Als Weltgemeinschaft zusammenstehen

8. Petersberger Klimadialog mit Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. Bild vergrößern Ko-Gastgeberin des Klimadialogs ist Bundesumweltministerin Hendricks. Foto: Thomas Koehler/photothek/BMUB

Den Zielen sollten nun Taten folgen. Das hatte auch Bundesumweltministerin Hendricks zum Auftakt des Petersberger Dialogs gefordert. Die Umsetzung des Klimaschutzabkommens von Paris sei ein Marathonlauf, sagte sie am Montag. Deutschland gehöre zu den Staaten, die bereits Langfriststrategien vorgelegt hätten.

"Entscheidend ist, dass wir als Weltgemeinschaft zusammenstehen", so die Ministerin. "Wir hoffen, dass unsere amerikanischen Freunde Teil des Abkommens bleiben." Eine Entscheidung über das weitere Vorgehen der USA in Sachen Pariser Abkommen steht bislang noch aus.

Hendricks forderte, den Klimaschutz zu "mainstreamen". Klimaschutz sei Sicherheits-, Gesundheits-, Arbeitsmarkt- und Finanzpolitik. Er sichere Wohlstand und schaffe neuen Wohlstand. "Diejenigen, die auf den Strukturen der Vergangenheit beharren, verpassen die Zukunft." Investitionen in den Klimaschutz seien ökologische Konjunkturpakete.

Folgen des Klimawandels im Blick

Ziel des Petersberger Dialoges in diesem Jahr war es, die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens voranzutreiben. Themen waren vor allem die nationalen Langfrist-Strategien und der Umbau zu einer treibhausneutralen Wirtschaft.

Traditionell teilt sich Deutschland die Gastgeberrolle beim Petersberger Dialog mit dem Land, das die Präsidentschaft für die kommende UN-Klimakonferenz innehat. Das ist 2017 mit Fidschi erstmals ein Inselstaat, der vom Klimawandel besonders betroffen ist.

Die besondere Konstellation mit dem Ko-Gastgeber Fidschi bot die Chance, die Folgen des Klimawandels besonders in den Blick zu nehmen. Deutschland hat zudem in diesem Jahr die G20-Präsidentschaft inne und richtet in Hamburg Anfang Juli den G20-Gipfel aus. Anregungen aus dem Klimadialog werden auch in den internationalen Austausch auf dem Gipfel einfließen.

Die UN-Klimakonferenz wird im November in Bonn stattfinden, denn Deutschland unterstützt Fidschi als technischer Gastgeber bei der Organisation des internationalen Treffens.

Dienstag, 23. Mai 2017

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Blick auf Bäume in einem Wald. Themenseite: Nachhaltigkeitsstrategie Foto: Colourbox