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Tag der Deutschen Einheit

Merkel: "Eine Freude, diesen Tag zu begehen"

"Die Deutsche Einheit ist ein langer Weg, der immer wieder auffordert, einander zuzuhören, aufeinander zuzugehen, nicht nachzulassen", sagte Kanzlerin Merkel bei den Feiern zum Tag der Deutschen Einheit in Berlin. Die Einheit sei nicht beendet, sondern fordere uns auch 28 Jahre später immer wieder heraus.

Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in der Staatsoper Berlin. Kanzlerin Merkel beim Festakt in Berlin: "Einheit in Frieden und Freundschaft mit unseren Nachbarn." Foto: Bundesregierung/Denzel

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in Berlin an die Wiedervereinigung Deutschlands vor 28 Jahren erinnert und an das, was vorher geschah - "die friedliche Revolution, die auch ganz stark von den Menschen in der ehemaligen DDR ausging. Das dürfen wir nie vergessen." Ebenso wichtig sei, sich an das Glück zu erinnern, dass Helmut Kohl es mit den Alliierten geschafft habe, "diese Einheit in Frieden und in Freundschaft mit unseren Nachbarn durchzusetzen".

Merkel erklärte vor dem Festakt zum Tag der Deutschen Einheit: "28 Jahre später wissen wir aber, dass das, was wir Deutsche Einheit nennen, ein Prozess ist, ein langer Weg, der immer wieder auffordert, einander zuzuhören, aufeinander zuzugehen, nicht nachzulassen." Die Deutsche Einheit sei nicht beendet, sondern sie fordere uns auch 28 Jahre später immer wieder heraus. Es sei nach wie vor "eine Freude, diesen Tag zu begehen", so die Kanzlerin.

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Steinmeier fordert gesellschaftlichen Dialog

In diesem Jahr richtete die Stadt Berlin die zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit und ein dreitägiges Bürgerfest aus. Schon am Morgen trugen sich Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Roten Rathaus ins Goldene Buch der Stadt ein.

Steinmeier sprach sich für einen stärkeren gesellschaftlichen Dialog in Deutschland aus. "Wir müssen nach vorne schauen und die Gesellschaft zusammenhalten", sagte der Bundespräsident bei einer Begegnung mit Bürgern. "Das Wichtigste ist, dass die Gesellschaft mit sich selbst ins Gespräch kommt", so Steinmeier.

Schäuble wirbt für mehr Zuversicht

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble warb beim Festakt in der Staatsoper Unter den Linden für "Selbstvertrauen, Gelassenheit, Zuversicht". Zugleich warnte er vor Populisten, die Minderheiten und Volksvertreter zum Feindbild erklärten. "Vielfalt" beschreibe nicht nur die gesellschaftliche Realität, so Schäuble. Sie sei auch ein Wert an sich.

Die Deutsche Einheit - ein "Meisterstück"

Bundesratspräsident und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller bezeichnete die Deutsche Einheit als Meisterstück. "Die Botschaft, die von den Jahren 1989/90 ausgeht, ist die, dass das Unvorstellbare gelingen kann." Die Bevölkerung in Ostdeutschland habe in einer Zeit tiefer Einschnitte sehr viel geleistet.

Deutschland, Europa und die Welt erlebten auch jetzt eine Zeit voller Veränderungen, etwa durch Globalisierung, Klimawandel und Digitalisierung, betonte Müller. Es sei wichtig, diesen Prozess aktiv zu gestalten. "Wir wissen, dass Einheit und Demokratie uns nicht geschenkt werden. Sie müssen erkämpft und verteidigt werden - jeden Tag, von uns allen", sagte der Bundesratspräsident.

Die Feiern zum Tag der Deutschen Einheit finden immer in dem Bundesland statt, das gerade den Bundesratspräsidenten stellt. Im nächsten Jahr wird dies Schleswig-Holstein sein. Geplant ist das Fest im Jahr 2019 in der Landeshauptstadt Kiel.

Mittwoch, 03. Oktober 2018