Merkel: Das hat das Leben verändert

25 Jahre Friedliche Revolution und Mauerfall Merkel: Das hat das Leben verändert

Es sei ein unbeschreibliches Gefühl gewesen, zum ersten Mal über die Bornholmer Brücke in den Westteil Berlins zu gehen, sagte die Kanzlerin in ihrem Video-Podcast zum 25. Jubiläum des Mauerfalls. 35 Jahre habe sie warten müssen, um endlich dieses freie Gefühl zu haben.

"Das hat das Leben verändert", so Merkel weiter. Auch wenn es heute noch strukturelle Unterschiede gebe, so könne man doch sagen: "Die junge Generation ist heute zusammengewachsen." Der Osten habe durch die Hilfe der alten Länder aufholen können. Es gebe heute die blühenden Landschaften, von denen Helmut Kohl damals gesprochen habe. Der Abwanderungstrend sei gestoppt. Das zeigt auch der Jahresbericht 2014 zum Stand der Deutschen Einheit.

"Und deshalb glaube ich, dass wirklich zusammenwächst, was zusammengehört", ist Merkel überzeugt.

Damit konnte damals, am 9. November 1989, kaum einer rechnen. Zunächst geschah an diesem Abend das Unfassbare: 28 Jahren, zwei Monate und 28 Tage nach ihrem Bau fällt die Berliner Mauer. Der Mut der Bürgerrechtler und hunderttausender friedlicher Demonstranten hat sie zum Einsturz gebracht und damit die Deutsche Einheit vorbereitet. Mit einem großen Bürgerfest wollen die Bundesregierung und das Land Berlin am 9. November 2014 das Jubiläum dieses Tages am Brandenburger Tor feiern.

9. November: Ein historischer Tag

"Dieser neunte November ist ein historischer Tag", sagte Moderator Hanns Joachim Friedrichs damals um 22.42 Uhr in den ARD-Tagesthemen. Die DDR habe mitgeteilt, dass ihre Grenzen ab sofort für jedermann geöffnet seien.

Viele haben noch heute die Bilder von dieser Nacht in Berlin im Kopf: Überglückliche Menschen, oft mit Tränen in den Augen, liegen sich in den Armen und feiern den Fall der Mauer. Immer wieder ist das Wort "Wahnsinn" zu hören.

Doch für die Deutschen ist nicht nur der 9. November 1989 ein besonderes Datum. Wie kein zweites Datum verdichtet der 9. November die deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert:

Am 9. November 1918 endete das Deutsche Kaiserreich mit der Verkündung der Abdankung von Kaiser Wilhelm II. zum Ende von vier fürchterlichen Kriegsjahren. Fünf Jahre später, am 9. November 1923, wollte Adolf Hitler mit seinem Marsch auf die Münchner Feldherrnhalle die junge Weimarer Demokratie stürzen. Weitere 15 Jahre später, am 9. November 1938, zündeten Angehörige von SA und SS Synagogen an. Sie plünderten Geschäfte jüdischer Eigentümer, zerstörten die Wohnungen jüdischer Mitbürger, misshandelten ihre Bewohner, verhafteten und töteten nicht wenige von ihnen. Das war der Auftakt zum millionenfachen Mord, zum Zivilisationsbruch der Shoah.

Der 9. November wurde ein Tag der Scham und der Schande. Es sollte 61 Jahre dauern, bis aus dem 9. November auch wieder ein Tag des Glücks und der Freude werden konnte.

Die Bundesregierung unterstützt und fördert das Gedenken an beide Ereignisse: die Reichspogromnacht und den Fall der Mauer. Es ist ein großes Glück, dass das jüngere der beiden Daten für den Sieg der Freiheit steht.

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