Kanzlerin besucht Auswanderermuseum

Bremerhaven Kanzlerin besucht Auswanderermuseum

Bundeskanzlerin Merkel hat das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven besucht, das die Aus- und Einwanderungsgeschichte Deutschlands dokumentiert. Von den Geschichten der Menschen zu erfahren, sei unglaublich bewegend, so die Kanzlerin. Nach einem Gang durch das Migrationsmuseum führte sie ein Gespräch zum Strukturwandel in der Region.

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Video Kanzlerin Merkel besucht das Deutsche Auswandererhaus

Bereits zum zweiten Mal besuchte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstag die preisgekrönte Ausstellung des Deutschen Auswandererhauses. Thema sind die vielen Menschen, die Deutschland verlassen haben.

An dem ursprünglichen Schauplatz – Bremerhaven –  begeben sich die Museumsgäste auf die Spuren dieser mehr als sieben Millionen Auswanderinnen und Auswanderer, die seit dem 19. Jahrhundert von hier aus in ein neues Leben aufbrachen. Das Museum blickt aber auch auf die Menschen, die ein neues Leben bei uns suchten und suchen. „Es sind nicht die Deutschen, die ausgewandert sind und es sind nicht die Syrer oder Afghanen, die kommen“, so die Kanzlerin. „Es sind immer einzelne Menschen.“

Bewegende Geschichten

Seit Juni 2021 können Besucherinnen und Besucher in einem Erweiterungsbau die Einwanderungsgeschichte nach Deutschland in einem noch größeren und umfassenderen Rahmen erfahren. Bund, Land und die Stadt Bremerhaven haben in die zusätzlichen Räume mehr als 15 Millionen Euro investiert.

„Ich finde es unglaublich bewegend, wenn man hier die Einwanderungsgeschichten sieht, aber vor allen Dingen erst mal die Auswanderungsgeschichten und dass beides hier zusammengekommen ist“, sagte Merkel bei ihrem Rundgang.

Strukturwandel kommt voran

In einem anschließenden Gespräch zum Strukturwandel in der Region diskutierte die Bundeskanzlerin unter anderem mit dem Bremer Bürgermeister Andreas Bovenschulte und dem Oberbürgermeister von Bremerhaven, Melf Grantz, die Herausforderungen. Für sie war es die letzte offizielle Visite in der Seestadt. „Die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, ist nach wie vor eine unserer Hauptaufgaben“, betonte Merkel.

Zwischen 1830 und 1974 wanderten mehr als sieben Millionen Menschen von Bremerhaven aus, um in den USA, Kanada, Brasilien, Argentinien oder Australien eine neue Heimat zu finden. 2005 wurde das Museum gegründet, um an den authentischen Ort die Geschichten dieser Menschen zu erzählen. Mehr dazu erfahren Sie beim Deutschen Auswandererhaus.