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Merkel beim Maschinenbau-Gipfel

Zukunft produzieren - ein gutes Motto

Der Maschinen- und Anlagenbau sei ein Vorreiter und bringe die Digitalisierung im produzierenden Gewerbe voran - das sagte Bundeskanzlerin Merkel beim Maschinenbau-Gipfel in Berlin. Das Motto der Veranstaltung "Zukunft produzieren" passe. In ihrer Rede ging die Kanzlerin auch auf die geopolitischen Herausforderungen und den Klimawandel ein.

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht beim elften Manschinenbau-Gipfel. Kanzlerin Merkel spricht beim Maschinenbau-Gipfel in Berlin. Foto: Bundesregierung/Münch

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat mit Blick auch auf Handelshemmnisse sich für möglichst gute Exportbedingungen für den Maschinen- und Anlagenbau ausgesprochen. "Denn die starke Exportabhängigkeit führt natürlich dazu, dass Sie Spannungen weltweit sehr viel schneller spüren als manch andere Branche", sagte sie beim Gipfel des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) in Berlin.

In diesem Zusammenhang seien weitere Bürokratieentlastungen bei der Entsenderichtlinie notwendig, so Merkel. Außerdem werde sie "bis zur letzten Minute" mit daran arbeiten, dass ein Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union geregelt erfolgt, versicherte die Kanzlerin.

Europa braucht eine eigene Cloud-Bewirtschaftung

Merkel erklärte, sie mache sich große Sorgen um die Datenautonomie europäischer Unternehmen. Das Datenmanagement finde heute in hohem Maße gemeinsam mit amerikanischen Firmen statt. "Ich bin der Meinung, wir brauchen in Europa eine eigene Cloud-Bewirtschaftung, eine eigene Hyperscala." Dies sei eine Plattform, auf der Daten nicht nur gelagert, sondern auch für neue Produkte verarbeitet werden können. Merkel forderte die Branche auf, dies intensiv zu diskutieren, um Abhängigkeiten zu vermeiden. Die Bundesregierung sei bereit, "so wie wir es auch bei der Chipherstellung machen, gemeinsam Lösungen zu entwickeln".

Herausforderung Klimawandel

Der Druck liege jetzt ganz klar im Wesentlichen auf dem Gebäude- und auf dem Verkehrsbereich plus Landwirtschaft plus Abfallwirtschaft, sagte die Kanzlerin zum Klimaschutzprogramm der Bundesregierung. Es werde für jedes Jahr von 2020 bis 2030 ein Budget für den genannten Verkehrs- und Gebäudebereich von CO2-Emissionen zur Verfügung stehen. "Und wenn wir dieses Budget überschreiten, also unsere CO2-Minderungsziele nicht einhalten, dann müssen wir auf dem europäischen Markt zusätzliche Zertifikate kaufen und dafür teures Geld ausgeben", erklärte die Kanzlerin. Es bestehe also ein großer Druck, national die vorgegebenen europäischen Ziele zu erreichen.

Wasserstoffstrategie kommt

Der Klimawandel werde auch im industriellen Bereich dazu führen, dass sich vollkommen neue Technologien durchsetzen, so Merkel. Bis bis zum Jahresende werde neben dem weiteren Ausbau der Elektromobilität auch eine Wasserstoffstrategie entwickelt. Wasserstoff sei vielleicht einer der interessantesten Energieträger, den wir haben. Hier würden sich industrielle Wertschöpfungsprozesse vollkommen verändern. "Wenn wir nur einmal daran denken, dass wir eines Tages eine klimaneutrale Stahlproduktion brauchen, so stehen hier wirklich noch interessante Innovationsdinge ins Haus", erklärte Merkel.

Dienstag, 15. Oktober 2019