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Spitzenforschung

Merkel beeindruckt von exzellenter Forschung

Bundeskanzlerin Angela Merkel will die Bedingungen für Spitzenforschung in Deutschland weiter verbessern. Dies kündigte sie bei ihrem Besuch der Medizinischen Hochschule Hannover an.

Bundeskanzlerin in der Medizinischen Hochschule Hannover Mit verbesserter Diagnostik werden modernste Hörhilfen und Implantate entwickelt Foto: Bundesregierung/Krückeberg

Merkel stellte fest, welchen Wert die Exzellenzinitiative und die gute Zusammenarbeit von Bund und Ländern hätten. Sie betonte: "Wir sollten die organisatorischen Voraussetzungen dafür noch weiter schaffen, indem wir auch grundgesetzlich eine bessere Kooperation zwischen Forschungseinrichtungen und Universitäten möglich machen." Forscher hätten zu Recht wenig Verständnis für Zuständigkeitsfragen. "Sie wollen, dass die Dinge funktionieren", sagte Merkel. Zuvor hatte sie sich an der Hochschule über zwei Exzellenzcluster informiert.

Excellenzcluster "Hearing for all"

Mehr als die Hälfte der über 65-Jährigen leidet unter behandlungsbedürftigem Hörverlust. Schwerhörige Menschen erleben erhebliche soziale und gesellschaftliche Nachteile. Eine verbesserte Diagnostik und ganz neuartige Hörhilfen bis hin zu Implantaten im Ohr können die Lebenssituation der Betroffenen entscheidend verbessern.

Genau dies ist das Ziel des Exzellenzclusters "Hearing 4 all", das die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Bundeskanzlerin vorstellten. Inzwischen ist es der Hochschule aufgrund der Förderung von fast 34 Millionen Euro über fünf Jahre gelungen, die internationale Spitzenstellung auf dem Gebiet neuartiger Hörhilfen weiter auszubauen. Dank der Vielzahl an unterschiedlichen Hörimplantaten können Menschen wieder hören, die bislang nur über einen Hörrest verfügten.

Excellenzcluster "Rebirth"

Das zweite von der Kanzlerin besuchte Exzellenzcluster trägt den Namen "Rebirth". Es ist Bestandteil der Transplantationsmedizin, ein Gebiet, auf dem die Hochschule eine internationale Spitzenstellung einnimmt. Ziel ist es, aus körpereigenen Stammzellen erwachsener Menschen Zellen für Herz, Lunge, Leber oder die Blutbildung zu züchten. Entsprechendes Gewebe könnte dann zum Beispiel bei Herzinfarktpatienten abgestorbene Muskelzellen des Herzens ersetzen. Das Cluster dürfte zu Durchbrüchen auf dem Gebiet der Organreparatur führen. Das ist nur möglich durch die Zusammenarbeit von drei Abteilungen der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) mit sechs externen Partnereinrichtungen. Ein Ergebnis der Forschungen sind mitwachsende künstliche Herzklappen bei Kindern.

Die Kanzlerin besuchte die Hochschule auf Einladung des Niedersächsischen Ministerpräsidenten McAllister. Sie fühle sich darin bestärkt, dass die Exzellenzinitiative die Dynamik der Forschung an deutschen Hochschulen und ihre internationale Sichtbarkeit deutlich gestärkt hat. Sie lobte auch die ausgesprochen attraktiven Arbeitsbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten für junge Nachwuchsforscher. Sie spüre, dass Forschung begeistern kann.

Die MHH zählt zu den bedeutendsten Universitätskliniken in Deutschland. Im Jahr 2011 wurden über 3.000 Studierende dort unterrichtet. Behandelt wurden mehr als 57.000 Patienten stationär und weitere 385.000 Patienten ambulant.

Dienstag, 27. November 2012