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Märkte unter Strom

"Hier wird Energiegeschichte geschrieben, indem die Märkte der Energie transparenter gemacht werden." Dies sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Besuch der  Europäischen Energierbörse in Leipzig, der zweiten Station ihrer Energiereise durch Deutschland.

Kanzlerin vor Bildschirmen Kanzlerin besucht Europäische Strombörse Foto: REGIERUNGonline/Kugler

Die Europäische Energiebörse (European Energy Exchange AG) sorgt dafür, dass Strom und Gas zu wettbewerbsfähigen Preisen dort ankommen, wo Energie gebraucht wird.

Das Ziel steht fest: eine sichere und klimafreundliche Energieerzeugung zu wettbewerbsfähigen Preisen. Zu jeder Stunde im Jahr muss der Strombedarf für das Industrieland Deutschland gedeckt sein, damit sich die Energieimportabhängigkeit in Grenzen hält.

Eine wettbewerbsfähige Energieversorgung ist auf einen reibungslosen Stromgroßhandel angewiesen: hinweg über Produktionsstandorte und Ländergrenzen. Der Weg zum intelligenten Energiemix der Zukunft führt deshalb nicht zuletzt über den Wettbewerb. Bei der Europäischen Energiebörse informierte sich die Bundeskanzlerin über das Handelsgeschehen bei Strom, Gas und CO2-Zertifikaten. 

Fortschritt für die Transparenz

Es sei der Leipziger Börse gelungen, einen Referenzpreis für Strom, auch für den außerbörslichen Handel, zu identifizieren und zu definieren, lobte die Kanzlerin. "Das ist ein erheblicher Fortschritt für die Transparenz."

Im Jahr 2010 sei ebenfalls erreicht worden, die erneuerbaren Energien in den Stromhandel mit einzubeziehen, wegweisend für die Zukunft, wie Merkel betonte. Die "Erneuerbaren" spielen eine immer wichtigere Rolle, die künftig noch größer werden  dürfte. Schließlich sollen die regenerativen Energien in Deutschland bis 2050 schon die Hälfte des Energiebedarfs decken.

Gaspreis vom Ölpreis entkoppeln

Gesprochen wurde auch über die Entwicklung beim Gas. Der Gaspreis und der Erdölpreis sind vielfach aneinander gekoppelt.

Die Kanzlerin sprach sich für eine Entkoppelung aus. "Deshalb habe ich mit Freude gehört, dass die Leipziger Börse daran arbeitet, einen Gasindex zu entwickeln, der dann auch eine eigenständige Preisbildung ermöglichen würde. Ich glaube, das ist ein weiterer Schritt zu mehr Wettbewerb", so Merkel.

Die European Energy Exchange AG ist ein führender Handelsplatz im europäischen Energiehandel. Sie entstand 2002 nach der Fusion der Strombörsen Frankfurt und Leipzig. Auf den elektronische Marktplätzen werden Strom, Erdgas und CO2-Emissionsberechtigungen gehandelt: sowohl kurzfristig am so genannten Spotmarkt als auch langfristig am Terminmarkt. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Handelsteilnehmer sind Energieversorger, Stadtwerke, Industrieunternehmen und Stromhändler, aber auch Banken und Finanzdienstleister.

Kommende Woche setzt Merkel die Energiereise mit Besuchen bei innovativen Kraftwerksprojekten und verschiedenen Energieunternehmen in Nord- und Süddeutschland fort. 

Donnerstag, 19. August 2010