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Mittelstandsreise

Langfristig orientiert, auf Dauer erfolgreich

Neun von zehn Unternehmen in Deutschland sind mittelständisch. Zusammen stellen sie über 70 Prozent aller Arbeitsplätze und noch mehr aller Auszubildenden. „Diese mittleren und kleinen ‚Champions‘ sind das Rückgrat Deutschlands“, betonte Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Besuch anerkannter Kräuterexperten in der Oberpfalz.

Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Rundgang im Unternehmen an einer Maschine Im Kommen: Pflanzliche Medizin aus Deutschland Foto: REGIERUNGonline/Bergmann

Mit 870 Beschäftigen, die Hälfte davon in Deutschland, stellt die Firma Bionorica pflanzliche Medizin her. Zum Beispiel Erkältungsmittel wie Bronchipret und Sinupret. Biopräparate sind weltweit im Kommen. Gegründet 1933 in Nürnberg, wächst das heute in Neumarkt ansässige Familienunternehmen deshalb seit einigen Jahren kontinuierlich, bis nach China, Russland und in den USA.


Die Idee hinter dem Unternehmen ist ebenso erfolgreich wie arbeitsintensiv: Bionorica kopiert nicht, was andere erfunden haben, sondern forscht und entwickelt selbst. Derzeit in neue natürliche Präparate gegen Allergien, Nebenhöhlenentzündungen und Harnwegsinfekte.


Stattliche 15 Prozent des Umsatzes fließen aus Neumarkt in die Forschung: Investitionen, die sich erst über einen längeren Zeitraum auszahlen. „Hier zeigt sich, dass die Menschen und Unternehmer in unserem Land sehr langfristig denken“, sagte die Kanzlerin.


Gleiches gelte für Investitionen in Ausbildung und Weiterbildung. Gut ausgebildete Leute, Menschen mit Ideen, hätten Deutschland schließlich stark gemacht. Um jetzt die wirtschaftliche Talsohle so schnell wie möglich zu überwinden, komme es wieder entscheidend auf die Menschen an.


„Diesen Schatz, die Facharbeiter und das Know-how müssen wir hüten“, mahnte Merkel. „Wir brauchen Ihre Motivation, Ihren Fleiß, Ihr Können“, erklärte sie gerichtet an die Belegschaft.

Wo die Politik was tun kann


In verschiedene Regionen Deutschlands macht sich die Bundeskanzlerin derzeit ein Bild davon, wo Deutschlands Stärken liegen. Und davon, wo die Manager gelegentlich der Schuh drückt. So bat Bionorica-Chef Michael Popp darum, die Bundesregierung möge sich für eine Kennzeichnungspflicht einsetzen, die klinisch erprobte pflanzliche Arzneimittel von anderen besser unterscheidbar macht. Zur Sprache kam auch der Wunsch nach Steuererleichterungen für überproportionales Forschungsengagement.


Merkel versprach zudem, sich für mehr und leichtere Warenkreditversicherungen einzusetzen. Aufgelegt vom Bund, sichern diese Versicherungen Lieferungen ins Ausland ab, etwa wenn der Besteller nicht zahlen kann.


Zum Abschied erwartete die Kanzlerin schließlich noch eine Überraschung, die nicht im Protokoll stand. Die Klasse einer Neumarkter Grundschule war gekommen, um ihr ein ganz persönliches Ständchen zu bringen. „Wie schön dass du geboren bist“, schallte es ihr ebenso fröhlich wie unüblich entgegen. Angela Merkel hatte Geburtstag.

Freitag, 17. Juli 2009