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Petersberger Klimadialog

Klimaschutz ist "moralische Pflicht"

Bundesumweltministerin Hendricks hat die internationale Gemeinschaft aufgerufen, ihre Anstrengungen beim Klimaschutz noch zu verstärken. Klimaschutz sei kein Luxus, sondern Investition in die Gesundheit und den Wohlstand der Menschen, sagte sie zum Auftakt des 6. Petersberger Klimadialogs.

Bundesumweltministerin Hendricks und der französische Außenminister Laurent Fabius bei bei einer Pressekonferenz vor dem 6. Petersberger Klimadialog Bundesumweltministerin Hendricks setzt sich für ambitionierte, verbindliche Klimaziele ein. Foto: picture-alliance/dpa/Britta Pedersen

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hat gemeinsam mit dem französischen Außenminister Laurent Fabius den 6. Petersberger Klimadialog eröffnet. Eingeladen sind Minister aus 35 Ländern. Auf dem zweitägigen informellen Treffen möchten Deutschland und Frankreich eine Grundlage für ein neues internationales Klimaabkommen legen. Es soll Ende des Jahres in Paris beschlossen werden.

Voraussetzung für nachhaltigen Wohlstand

Umweltministerin Hendricks warnte: Die Veränderungen durch den Klimawandel würden unbeherrschbar, wenn die Erderwärmung nicht begrenzt werde. Angesichts der vielen Menschen, die heute schon unter Hunger, Dürren oder Überflutungen leiden, sei der Kampf gegen den Klimawandel eine moralische Pflicht.

Sie sei aber überzeugt, Klimaschutz sei auch Voraussetzung für eine wettbewerbsfähige Wirtschaft und damit nachhaltigen Wohlstand. Sie verwies auf die Bemühungen Deutschlands beim Klimaschutz und bekräftigte, das nationale Ziel bleibe die Reduktion von CO2-Ausstoß um 40 Prozent bis 2020. Nachhaltige und energieeffiziente Energie seien "die Schlüsselworte für nachhaltigen Wohlstand".

Weniger Emissionen bedeute weniger Umweltzerstörung und Luftverschmutzung, ebenso weniger Krankheiten wie Lungenkrebs. "Klimaschutz sie kein Luxus", so Hendricks, sondern "Investition in die Gesundheit und den Wohlstand des Menschen".

Klimaneutrale Weltwirtschaft

Hendricks ging auch auf nachvollziehbare Interessen gegen Klimaschutz ein. Sie betonte, wirtschaftlicher Wandel müsse berechenbar sein, dürfe keine neuen Verlierer schaffen. Sie forderte, bei der Pariser Konferenz im Dezember müsse auch eine klimaneutrale Weltwirtschaft als Ziel festgeschrieben werden. Das wäre "ein starkes Signal".

Das Abkommen von Paris müsse ambitioniert sein, so Hendricks, das schließe auch die Beiträge der Schwellen- und Entwicklungsländer und die Lastenverteilung ein. Das Klimaabkommen müsse aber auch fair sein gegenüber den besonders armen Staaten. Die Industrieländer trügen besondere Verantwortung. Beim Dialog würde daher zum einen über verbindliche Klimaziele gesprochen, zum anderen über eine faire Finanzierung von Klimaschutz und -anpassung.

Ambitionierte Ziele bestimmen

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte in ihrem aktuellen Podcast, die UN-Klimakonferenz im Dezember in Paris müsse alle Voraussetzungen dafür schaffen, dass 2020 weltweit ein verbindliches Klimaabkommen in Kraft treten könne. "Alle Staaten müssen anspruchsvolle nationale Ziele definieren." Merkel spricht Dienstagvormittag auf dem Klimadialog. Ebenso der französische Präsident François Hollande.

Der Petersberger Klimadialog soll verbleibende Herausforderungen offenlegen und konkrete Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. So leistet der Dialog einen konkreten Beitrag zu den UN-Klimaverhandlungen:

Folgende Ergebnisse werden für den Sechsten Petersberger Klimadialog angestrebt:

  • Eine weitere Annäherung bei der Ausgestaltung der Kernelemente des Pariser Klimaabkommens.

  • Eine bessere Kenntnis über den Stand der Vorbereitungen nationaler Beiträge und ein eindeutiger Appell an alle Staaten, baldmöglichst angemessene und faire Beiträge vorzulegen

  • Ein eindeutiges Bekenntnis zur Obergrenze des 2-Grad-Zieles bei der Erderwärmung

  • Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses, wie die notwendigen finanziellen Ressourcen gefunden werden, um die Obergrenze von zwei Grad Celsius einzuhalten und sich an die unvermeidbaren Auswirkungen des Klimawandels anpassen zu können.

  • Eine Annährung der Vorstellungen, wie ein solides Regelwerk zur Berichterstattung, Anrechnung und Erfüllungskontrolle erreicht werden kann.

Montag, 18. Mai 2015