Die Wissenschaft stets im Blick

Kanzlerin mit Harnack-Medaille geehrt Die Wissenschaft stets im Blick

Bundeskanzlerin Merkel ist nicht nur promovierte Physikerin – sie hat sich auch in ihrer 16-jährigen Amtszeit als Regierungschefin für die Wissenschaft besonders verdient gemacht. Das betonte die Max-Planck-Gesellschaft, von der die Kanzlerin nun deren höchste Auszeichnung verliehen bekam – die Harnack-Medaille.

Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Verleihung der Harnack-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft.

Kanzlerin Merkel bei der Verleihung der Harnack-Medaille: Die Max-Planck-Gesellschaft „ist das Aushängeschild deutscher Grundlagenforschung in der Welt“.

Foto: Bundesregierung/Bergmann

Vom Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft (MPG), Professor Martin Stratmann, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Harnack-Medaille entgegengenommen. Mit ihrer höchsten Auszeichnung ehrt die Gesellschaft Merkels besondere Verdienste für die Wissenschaft. „Ich danke Ihnen von ganzem Herzen, zum einen für Ihr unschätzbares Wirken im Dienste des Fortschritts und zum anderen natürlich auch für die Ehre, die Sie mir heute erwiesen haben“, sagte die Kanzlerin.

Die Verleihung fand Corona-bedingt bei einem Festakt im kleinen Kreis im Humboldt Carré in Berlin statt. „Die Verleihung basiert auf einen einstimmigen Beschluss unseres Senates, der mit dieser Verleihung seine hohe Wertschätzung Ihnen gegenüber zu Ausdruck bringen möchte“, sagte MPG-Präsident Stratmann in seiner Laudatio. „Sie haben mit Ihrer Person, Ihrem Handeln und in Ihrem Auftreten der Wissenschaft in diesem Land zu einer beeindruckenden Blüte verholfen.“ 

Die Harnack-Medaille ist nach dem Theologen Adolf von Harnack benannt, der von 1911 bis 1930 der erste Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, der Vorläuferorganisation der MPG, war.

Erste Regierungschefin in Reihen der Preisträger

„Sie haben den Respekt der wissenschaftlichen Community von Anfang an gehabt und ihn in den 16 Jahren behalten und gemehrt“, so Stratmann weiter. Der Wissenschaft in Deutschland sei ein Entfaltungsraum geschenkt worden, der im internationalen Vergleich ganz und gar bemerkenswert sei. So wurden beispielsweise die Exzellenzinitiative, der Hochschulpakt und der Pakt für Forschung und Innovation weitergeführt und ausgebaut.

Die Harnack-Medaille wurde seit 1924 nur 33 Mal verliehen, davon 10 Mal durch die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft (1924-1936) und 23 Mal durch die Max-Planck-Gesellschaft (1953-2017). Die meisten Preisträger waren Wissenschaftler und Industrielle. Nur ganz wenige Politiker haben die Auszeichnung bisher erhalten. Nach den drei Bundespräsidenten Theodor Heuss (1959), Heinrich Lübcke (1964) und Richard von Weizsäcker (1990) ist Angela Merkel nun die erste Bundeskanzlerin in Reihen der Geehrten.

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Video Verleihung der Harnack-Medaille an Kanzlerin Merkel

Ausgaben für Forschung und Entwicklung gesteigert

„Diese Auszeichnung empfinde ich – das sage ich nicht nur so dahin – als eine außerordentlich große Ehre“, sagte die Kanzlerin in ihrer Dankesrede. „Dass es jetzt möglich wurde, damit auch einmal eine Frau auszuzeichnen, war, würde ich sagen, nicht zu früh – aber lieber spät als gar nicht. Es erfüllt mich mit großer Dankbarkeit, zu den Geehrten zählen zu dürfen, denen seit 1924 die Medaille verliehen wurde.“

Es sei ihr stets ein wichtiges Anliegen gewesen, Wissenschaft und Forschung zu fördern. „Nicht nur, weil ich früher, zu DDR-Zeiten, als Physikerin an der Akademie der Wissenschaften gearbeitet habe, sondern auch, weil ich auch als Politikerin der Überzeugung bin, dass wissenschaftliche Durchbrüche auch den technologischen, wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt antreiben“, sagte Merkel. „Der Wohlstand, in dem wir leben, wird ganz wesentlich von den wissenschaftlichen Durchbrüchen bestimmt.“ 

Deshalb habe sie sich auch stets dafür eingesetzt, den Anteil der Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen am Bruttoinlandsprodukt zu steigern. „Mit inzwischen 3,18 Prozent zählt Deutschland weltweit zur Spitzengruppe“, betonte die Kanzlerin. „Nun muss man wissen: Das macht nicht der Staat alleine, sondern zwei Drittel davon sind Ausgaben der Industrie. Wir können uns sehr glücklich schätzen, dass das auf wundersame Weise immer ganz gut hingehauen hat, dass also mit mehr staatlichem Geld auch mehr industrielles Geld einherging.“

Auch künftig in Wissenschaft und Forschung investieren

Mit dem Blick in die Zukunft sagte Merkel, dass „wir alles daransetzen müssen, unsere Forschungskompetenzen und Forschungskapazitäten zu stärken.“ Dabei gehe es nicht nur darum, mit Innovationen später wirtschaftliche Erfolge erzielen zu können. „Vielmehr geht es auch darum, dass es uns als Innovationstreiber auch gelingen kann, Maßstäbe und Standards unseren Werten entsprechend zu setzen.“ Denn: Nur der, der vorne mit dabei ist, könne die Maßstäbe und die Standards mitbestimmen.

Die Max-Planck-Gesellschaft spiele in der Wissenschaftsgemeinschaft eine besondere Rolle, so Merkel. Mit ihrer exzellenten Grundlagenforschung sei sie häufig Ausgangspunkt wegweisender wissenschaftlicher Erkenntnisse, von Technologiesprüngen, Innovationen aller Art und deren Transfer in Wirtschaft und Gesellschaft ist. „Die Max-Planck-Gesellschaft ist unsere traditionsreichste und, gemessen an den Nobelpreisen, erfolgreichste Forschungsorganisation. Sie ist das Aushängeschild deutscher Grundlagenforschung in der Welt“, betonte die Kanzlerin.

Innovationen setzen auch Investitionen voraus. Bund und Länder haben dazu ihren finanziellen Beitrag kontinuierlich gesteigert – von 2009 bis 2019 um 72 Prozent.