Deutschland hilft bei der weltweiten Pandemiebekämpfung

Global Health Summit Deutschland hilft bei der weltweiten Pandemiebekämpfung

Die Staats- und Regierungschefs der G20 und weiterer Länder sowie die Repräsentanten internationaler Gesundheitsorganisationen haben über Wege aus der Corona-Pandemie beraten. Deutschland stellt bis zum Jahresende 30 Millionen Impfdosen bereit, so Kanzlerin Merkel nach dem Global Health Summit.

Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Pressekonferenz zum "Global Health Summit".

Kanzlerin Merkel nach dem Global Health Summit: Deutschland unterstützt ACT-A inklusive der Covax-Impfsäule mit nun insgesamt 2,2 Milliarden Euro als zweitgrößter Geber.

Foto: Bundesregierung/Kugler

Bisher konnten in der Corona-Pandemie 125 Länder mit 70 Millionen Impfdosen versorgt werden. Aber das reicht noch nicht. Deutschland stellt deswegen bis zum Jahresende 30 Millionen Impfdosen für ärmere Länder bereit, die Europäische Union insgesamt 100 Millionen Dosen, darauf hat Bundeskanzlerin Angela Merkel im Anschluss an den Global Health Summit am Freitag hingewiesen.

Die Bundeskanzlerin begrüßte, dass die Ergebnisse in einer Erklärung von Rom zusammengefasst sind, die sich klar zur multilateralen Zusammenarbeit bekennt und die davon ausgeht, dass jetzt insbesondere die Entwicklungsländer unterstützt werden müssen – sowohl bei der Versorgung mit Impfstoffen, als auch bei Diagnostika und der Verbesserung der Gesundheitssysteme.

Der Global Health Summit fand auf Einladung des italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi (G20-Vorsitz) und der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Rom statt. Neben den G20 und weiteren Staaten waren Vereinte Nationen, Weltgesundheitsorganisation, der Weltbank, Internationaler Währungsfonds, OECD und weitere Organisationen vertreten. Kanzlerin Merkel nahm per Videoschalte teil. 

Impfstoffe für die Entwicklungsländer zur Verfügung stellen

Für Deutschland steht der globale Zugang zu Impfstoffen, insbesondere auch für Entwicklungsländer, im Vordergrund – durch Unterstützung für die Initiative ACT-A/Covax sowie die Steigerung globaler Produktionskapazitäten für Impfstoffe. Deutschland sagte am Freitag zusätzliche 100 Millionen Euro zu.

Der Welt-Gesundheitsgipfel von Rom knüpfte an die globale Corona-Krisenreaktion und bisherige Beschlüsse der G20 und deren Weiterentwicklung an. Diese führten 2020 insbesondere zur Gründung der globalen Initiative ACT-Accelerator für die weltweite Entwicklung und Verteilung von Covid-19 Diagnostika, Medikamenten und Impfstoffen, zu der bisher mehr als 14 Milliarden US-Dollar zusammengekommen sind. Deutschland hat hierzu mit 2,2 Milliarden Euro als zweitgrößter Geber beigetragen – der Großteil für die Impfstofffazilität Covax.

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Video Pressekonferenz nach dem Global Health Summit

Themen beim Gipfel waren unter anderem: Stärkung der Weltgesundheitsorganisation und bestehender Regelwerke wie die internationalen Gesundheitsvorschriften, Stärkung globaler Impfstoffproduktion sowie weitere multilaterale gesundheitspolitische Initiativen und Verfahren.

Die Ergebnisse des Global Health Summit werden in die Weltgesundheitsversammlung Ende Mai, den G7-Gipfel vom 11. bis 13. Juni in Carbis Bay (Vereinigtes Königreich) sowie den regulären G20 Gipfel einfließen, der am 30. und 31. Oktober in Rom geplant ist. Diesem Gipfel wird dann auch der Vorsitz der am Freitag gegründeten Arbeitsgruppe zur Koordinierung der Impfstoffproduktion berichten.

Impfstoffproduktion in Afrika voranbringen

Die EU wird eine Milliarde Euro zur Verfügung stellen, um insbesondere die Impfstoffproduktion in Afrika voranzubringen – so dass Afrika bis 2040 60 Prozent der dort insgesamt gebrauchten Impfstoffe selbst herstellen kann. Heute ist das nur ein Prozent. Die Industrie will in diesem Jahr noch 1,3 Milliarden Impfdosen für ärmere Länder zur Verfügung stellen, für die ärmsten auch zum Selbstkostenpreis.

Die Erklärung von Rom unterstreicht, dass das zur Verfügung Stellen von Lizenzen und geistigem Eigentum freiwillig sein wird. Dies begrüßte Bundeskanzlerin Merkel. Deutschland unterstützt im Zusammenhang mit der Weltgesundheitsversammlung in wenigen Tagen den Vorschlag des Präsidenten des Europäischen Rats, Charles Michel, einen Pandemievertrag zu schließen, um auf künftige Pandemien besser vorbereitet zu sein.

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