Navigation und Service

Inhalt

Weltklimabericht

Kampf gegen Klimawandel fortsetzen

Der Meeresspiegel steigt schneller an als gedacht. Die Durchschnittstemperaturen werden sich bis zum Jahr 2100 um 0,3 bis 4,8 Grad erhöhen. Das geht aus dem ersten Teil des neuen UN-Klimareports hervor. Ansporn für die Bundesregierung, den Klimaschutz weiter voranzutreiben.

Die Bundeskanzlerin verstehe den Bericht als Bestätigung, eine ehrgeizige Klimapolitik fortzusetzen, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert. "Das ist ein zentrales Anliegen der Bundeskanzlerin und der Bundesregierung, und das wird es auch bleiben."

Bundesumweltminister Peter Altmaier und Bundesforschungsministerin Johanna Wanka stellten den Bericht des Weltklimarates IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) in Berlin vor. Beide werten den Berichtsinhalt als untrügliches Zeichen dafür, dass der Klimawandel voranschreitet.

Der IPCC zeige der Weltgemeinschaft, dass ein ambitionierter Klimaschutz unumgänglich sei, erklärte Altmaier. Wanka bekräftigte: "Es wird deutlich, dass noch nicht alle Fragen zum Klimawandel abschließend beantwortet sind. Wir dürfen daher in unserem Engagement bei der Klimaforschung nicht nachlassen."

Klimaschutzziele ehrgeizig und nachhaltig verfolgen

Es gelte, so Altmaier, bis zur Klimakonferenz 2015 in Paris ein neues ambitioniertes Abkommen auszuhandeln. Die EU müsse hier die Führung übernehmen. "Darum müssen wir dringend den Emissionshandel stärken, das EU-Klimaschutzziel anschärfen und für 2030 ein ambitioniertes Klimaschutzziel vereinbaren."

Auch für die nationale Klimapolitik seien die IPCC-Ergebnisse von unmittelbarer Bedeutung. "Die Bundesregierung hat sich mit dem Energiekonzept ehrgeizige Klimaschutzziele gesetzt. Das Ziel, die Emissionen in Deutschland bis 2050 um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990 zu senken, ist auf Berechnungen des IPCC zurückzuführen. Mit der Energiewende haben wir den schrittweisen und langfristig angelegten Umbau unserer Energieversorgungssysteme begonnen. Der Klimaschutz ist – neben dem Atomausstieg – ein entscheidender Treiber für diesen Umbau."

Klimasystem verändert sich

Der IPCC stellt in seinen Berichten den aktuellen wissenschaftlichen Sachstand der Klimaänderung fest. Der vorliegende Bericht weist darauf hin, dass im gesamten Klimasystem vielfältige Veränderungen stattfinden: Nicht nur die Temperatur der unteren Atmosphäre steigt, auch die Ozeane werden wärmer, Gletscher tauen, Permafrostböden erwärmen sich, Eisschilde verlieren an Masse, der Meeresspiegel steigt weiter an.

Der Bericht bestätigt, dass von Menschen verursachte Treibhausgase für den größten Teil der beobachteten Klimaänderung verantwortlich sind. Um die globale Erwärmung zu begrenzen, müssen Treibhausgasemissionen erheblich gemindert werden.

Der Bundesumweltminister dazu: "Mit entschlossenem Handeln können wir eine Erwärmung um mehr als zwei Grad noch verhindern. Das ist eine wichtige Botschaft für die internationalen Klimaschutzverhandlungen".

Der Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) - Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen oder "Weltklimarat" - ist eine Institution der Vereinten Nationen und hat seinen Sitz in Genf. Der IPCC beauftragt weltweit Wissenschaftler, den aktuellen Stand der Klimaforschung zusammenzutragen und auf der Grundlage anerkannter Veröffentlichungen den jeweils neuesten Kenntnisstand zum Klimawandel zu bewerten.

Der IPCC veröffentlicht zwischen September 2013 und Oktober 2014 seinen Fünften Sachstandsbericht ("Weltklimareport") zum Klimawandel – sechs Jahre nach dem letzten Bericht. Seit 2008 arbeiten mehr als 2.000 Experten daran. Der neue Bericht besteht aus drei Teilen und einem übergreifenden zusammenfassenden Synthesebericht. Für jeden der drei Teilbereiche ist eine Arbeitsgruppe zuständig. Die Arbeitsgruppe 1 tagte vom 23. bis 26. September 2013 in Stockholm. Die Beiträge der Arbeitsgruppen 2 und 3 zu Folgen, Anpassung und Minderung des Klimawandels folgen im Frühjahr 2014. Im Herbst 2014 erscheint der zusammenfassende IPCC-Synthesebericht. Bisher sind IPCC-Sachstandsberichte 1990, 1995, 2001 und 2007 erschienen.

Freitag, 27. September 2013