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Hessen

Kampf gegen Jugendkriminalität: Am Menschen orientiert

Bundeskanzlerin Angela Merkel plädiert dafür, Jugendkriminalität "vom Menschen her zu denken und nicht nach Zuständigkeiten zu ordnen“. Mit Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich und der Integrationsbeauftragten Maria Böhmer ging es an einen Ort, wo man nach allen Regeln der Kunst die Fäuste ballt.

Angela Merkel mit trainierenden Jugendlichen Merkel im "Kuckucksnest" Foto: REGIERUNGonline/Kugler

Das  Haus des Jugendrechts in Frankfurt am Main ist für Angela Merkel ein aussichtsreiches und zukunftsweisendes Modellprojekt. Von der Polizei über die Staatsanwaltschaft bis hin zur Jugendgerichtshilfe wirken hier alle Institutionen unter einem Dach zusammen. Und wirken so positiv in den gesamten Stadtteil hinein, bis hin zum so genannten Täter-Opfer-Ausgleich.

Merkel hob hervor, dass die Arbeit der Fachleute hier auch der Prävention dient. Die Kombination aus klaren Signalen, dass Kriminalität geahndet wird einerseits und Lösungshilfen andererseits beuge Kriminalität vor. Im Vordergrund steht dabei die Frage: Was kann jeder Einzelne tun, um es gar nicht erst zu einem Gerichtsverfahren kommen zu lassen?

Das Haus des Jugendrechts ist eine Modelleinrichtung in Hessen zur besseren Bekämpfung von Jugendkriminalität. Ziel ist es, das Abgleiten von Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden in die Kriminalität zu verhindern bzw. bereits begonnene kriminelle Karrieren abzubrechen. In Häusern des Jugendrechts arbeiten Polizei, Staatsanwaltschaft und Jugendhilfe unter einem Dach zusammen. Staatliche Reaktionen auf delinquentes Verhalten junger Menschen sollen besser abgestimmt werden – und schneller nach der Tat erfolgen.

Fäuste und Recht statt Faustrecht

Angela Merkel mit trainierenden Jugendlichen Bild vergrößern Begeisterter Empfang Foto: REGIERUNGonline/Kugler

Im Boxcamp für Gewaltprävention zeigte sich die Bundeskanzlerin beeindruckt von den Erfahrungen der Jugendlichen. Das Engagement dort habe ihr Leben verändert, berichteten sie. Das Gelernte hilft ihnen in der Schule und bei ihrer anschließenden Entwicklung, sind sie sich sicher.

Merkel forderte, möglichst jedem jungen Menschen Möglichkeiten für sportliche Betätigung einzuräumen. In der Tat: Worauf es im Sport ankommt – nämlich Respekt, Teamfähigkeit, Disziplin und das Einhalten von Regeln – kann hier im "Kuckucksnest" jeder lernen.

Das Sportjugendzentrum Kuckucksnest der Sportjugend Frankfurt bietet ein breitgefächertes Sportangebot, unter anderem angeleitetes Konditions- und Fitnesstraining im Rahmen des Konzeptes "Sport als Gewaltprävention".

Ziel ist durch die Kombination von Sportangeboten mit  Angeboten der offenen Jugendarbeit auch Jugendliche und Heranwachsende zu erreichen, die sich von den herkömmlichen Konzepten weniger angesprochen fühlen.

Montag, 20. Juni 2011