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Merkel empfängt Bundessieger "Jugend forscht"

Nachwuchsforscher im Kanzleramt

Es ist ein Termin, auf den sie sich jedes Jahr besonders freut: Bundeskanzlerin Merkel hat am Donnerstag die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger des Bundeswettbewerbs "Jugend forscht" empfangen. Sie verlieh dabei auch ihren Sonderpreis für die originellste Arbeit.

Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Empfang der Presiträgerinnen und Preisträger von "Jugend forscht". Mehr als 50 junge Forscherinnen und Forscher trafen die Kanzlerin und wurden für ihre Projekte geehrt. Foto: Bundesregierung/Steins

Bundeskanzlerin Angela Merkel lobte besonders, dass die Nachwuchswissenschaftler sowohl Forschung auf höchstem Niveau betreiben als auch auch Verantwortung dafür übernehmen, dass die Welt besser werde. "Sie wollen Ihren Teil dazu beitragen, indem Sie Probleme nicht nur beschreiben, sondern auch lösen und damit das Leben von Menschen verbessern können."

Die Kanzlerin ermutigte die Forscherinnen und Forscher, auch nach Abschluss dieser Wettbewerbsrunde nicht die Hände in den Schoß zu legen, sondern mit der nötigen Beharrlichkeit und Neugier nach neuen Herausforderungen zu suchen.

54 Mal wurde der "Jugend forscht"-Wettbewerb bis heute ausgetragen. Ins Leben rief ihn 1965 der damalige Chefredakteur der Zeitschrift "stern", Henri Nannen. Mehr als 280.000 junge Menschen nahmen bisher insgesamt teil. 5.000 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer - Lehrer und Ausbilder, Professoren und Personaler - tragen den Wettbewerb als Projektbetreuer und Wettbewerbsleiter. Bewertet werden die einzelnen Projekte von rund 3.000 Fach- und Hochschullehrern sowie Experten aus der Wirtschaft – ebenfalls ehrenamtlich.

Jugend forscht – eine Erfolgsgeschichte

Die Beteiligung am Wettbewerb habe bereits viele Talente für ihre spätere Berufswahl inspiriert. So zeigte sich die Bundeskanzlerin beeindruckt davon, dass "90 Prozent derer, die erfolgreich sind bei 'Jugend forscht', studieren dann auch mathematisch-naturwissenschaftliche Berufe und sind später sehr erfolgreich".

In den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) sei Deutschland bereits stark, so Merkel. Doch angesichts des Fachkräftemangels müsse noch mehr getan werden. Die Bundesregierung habe gute Voraussetzungen für Bildung und Forschung als Basis dafür geschaffen.

Der diesjährige Wettbewerb "Jugend forscht" stand unter dem Motto "Frag Dich". Mehr als 12.000 Jungforscherinnen und Jungforscher hatten sich mit mehr als 6.500 Projekten bundesweit für den Wettbewerb angemeldet. In den MINT-Fächern fördert "Jugend forscht" besondere Leistungen und Begabungen. Ziel ist dabei, Jugendliche auch langfristig für diese Themen zu begeistern und sie über den Wettbewerb hinaus in ihrer beruflichen Orientierung zu unterstützen.

Sonderpreis für originellste Arbeit: Wie bekommen Straßen "Sixpacks"?

Sowohl Auto- als auch Radfahrer kennen dieses "Phänomen": Auf manchen Straßen bilden sich im Laufe der Zeit kleine Rippeln, die insbesondere beim Bremsen ein unangenehmes Rütteln verursachen können. Doch wie kommen diese Rippelmuster eigentlich zustande?

Um das herauszufinden, konzipierten Anton Fehnker (17 Jahre) und Simon Raschke (18) ein ungewöhnliches Experiment: Angetrieben von einem Scheibenwischermotor, ließen die beiden ein Rad auf einer mit Sand gefüllten Wanne für längere Zeit im Kreis herumfahren. Dabei stellten sie fest: Bereits nach kurzer Zeit beginnt das Rad zu "hoppeln". Denn auf der anfangs noch ebenen Sandoberfläche bilden sich recht schnell die ersten Rippel. Eine detaillierte Analyse der Messungen zeigte, dass die Rippelbildung nicht linear verläuft, sondern einer überaus komplexen, chaotischen Gesetzmäßigkeiten folgt.

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Für ihr Forschungsprojekt erhielten die beiden Schüler den mit 3.000 Euro dotierten "Sonderpreis der Bundeskanzlerin für die originellste Arbeit". Die Arbeit sei ein Beispiel für die experimentelle und physikalische Erschließung eines komplexen Alltagsproblems.

Fragen an die Kanzlerin

Die jungen Forscher hatten auch die Gelegenheit, ganz persönliche Fragen an die Kanzlerin zu richten. Dabei ging es nicht nur um aktuelle politische Themen, sondern auch um den persönlichen Werdegang von Angela Merkel.

Unter anderem erzählte die Kanzlerin über ihre Zeit als Physikerin in der ehemaligen DDR. "Hätte ich nicht in der DDR gelebt, wäre ich vielleicht Lehrerin geworden", verriet sie. "Auch im Sozialismus ist ein Mol ein Mol." Doch im Gegensatz zu dieser chemischen Größe sei der Beruf des Lehrers in der DDR sehr durch das politische System bestimmt gewesen.

Darauf, ob für sie eine Patenschaft für ein "Jugend forscht"-Projekt denkbar sei, sagte die Kanzlerin, dass sie nach ihrer politischen Karriere andere Pläne habe: "Ich habe eine ganze Reihe von Ehrendoktorwürden und möchte diese Universitäten abklappern, um dort Vorträge zu halten und an Diskussionsrunden teilzunehmen."

Donnerstag, 19. September 2019