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Nationaler Integrationspreis

Eine wichtige Arbeit für den Zusammenhalt

Bundeskanzlerin Merkel hat in Berlin den Nationalen Integrationspreis verliehen. In diesem Jahr erhielt ihn die Syrerin Bjeen Alhassan. Sie hilft geflüchteten Frauen mit einer digitalen Lernplattform. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Integrationspreis und zur Preisträgerin.

Bundeskanzlerin Angela Merkel im Gespräch mit den Nominierten des Integrationspreises. Zum vierten Mal ist der Preis vergeben worden. Die Kanzlerin begrüßte die Nominierten in Berlin. Foto: Bundesregierung/Bergmann

Was braucht es, damit Integration gelingt?

"Frauen stärken" lautet der Themenschwerpunkt des diesjährigen Integrationspreises, der am Montag in Berlin verliehen wurde. Bundeskanzlerin Angela Merkel knüpfte mit einem Zitat von Kurt Tucholsky an: "Es gibt keinen Erfolg ohne Frauen", zitierte die Kanzlerin. Wenn sich Frauen mit Einwanderungsgeschichte in Deutschland zu Hause fühlten, wenn sie die grundlegenden Werte teilten, dann hätten es auch die Kinder leichter, sich gut zu entwickeln, betonte Merkel. "In der Integrationsarbeit stellen Frauen die Mehrheit dar", sagte die Kanzlerin. Sie engagierten sich ehrenamtlich, aber eben auch hauptamtlich in Kitas, in den Schulen - vieles werde dabei zusätzlich zur normalen Arbeit geleistet, so Merkel. 

Integration sei aber natürlich nicht ohne Männer zu machen. "Gleich welchen Geschlechtes, ich danke allen, die sich für diese Arbeit des Zusammenhaltes einsetzen", sagte die Kanzlerin. "Der Gedanke des Zusammenhaltes aller, die bei uns leben, ist einer, der ganz wichtig ist." 

Was ist der Nationale Integrationspreis?

Mit dem Nationalen Integrationspreis wird eine besondere Integrationsleistung gewürdigt. Der Preisträger oder die Preisträgerin sollen dabei Vorbilder für eine gelungene Integration sein und dazu inspirieren, sich ebenfalls zu engagieren. Der Preis wurde dieses Jahr zum vierten Mal von der Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Integrationsbeauftragten Annette Widmann-Mauz verliehen. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung fand im Kanzleramt statt.

Wer erhält den Integrationspreis in diesem Jahr?

Die diesjährige Preisträgerin des Nationalen Integrationspreises 2020 ist Bjeen Alhassan, die eine Lernplattform auf Facebook betreibt. Diese richtet sich insbesondere an geflüchtete Frauen und unterstützt sie auf ihrem Berufsweg. In ihrer Facebook-Gruppe "Lernen mit Bijin" bietet Bjeen Alhassan digitalen Sprachunterricht und digitale Sozialarbeit an. "Ich möchte durch diese Gruppe den Frauen helfen, Hoffnung geben, Mut geben", betont die junge Frau. Sie selbst ist im Jahr 2014 von Syrien nach Deutschland geflohen und lebt mittlerweile in Hamburg. 2019 hat sie ihren Master abgeschlossen.

Nun wendet sie sich in ihrer Facebook-Gruppe tagtäglich an andere Frauen und steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite in verschiedenen Bereichen, die das Leben in Deutschland betreffen: Vom Erlernen der Sprache bis hin zur Einschreibung für ein Studium oder bei einer Bewerbung. Bjeen Alhassan spricht Deutsch, Englisch, Arabisch sowie Kurdisch und unterstützt kurdisch- und arabischsprachigen Frauen auf ihrem Weg. "Die Sprache ist die Hauptvoraussetzung, um gut anzukommen in diesem Land und deswegen möchte ich mein Wissen gern weitergeben", sagt Alhassan.

Welche weiteren Projekte waren in der engeren Auswahl für den Preis?

Insgesamt waren zehn Projekte für den Nationalen Integrationspreis nominiert. Schwerpunkt in diesem Jahr: Projekte, die zur Integration von Frauen mit Einwanderungsgeschichte beigetragen haben. Unter anderen hat es das Projekt "Aim – geflüchtete MINT-Akademikerinnen in den Arbeitsmarkt" des Instituts für Entwicklung durch Qualifizierung (EQUAL) der Hochschule Kaiserslautern in die engere Auswahl geschafft. Das Format bietet Präsenz- und Online-Lehrveranstaltungen und zusätzlich ein Selbststudium sowie ein Mentoring-Programm an. Nominiert war auch die Plattform "tünews INTERNATIONAL", auf der seit 2015 Artikel in den Sprachen Deutsch, Arabisch, Persisch/Dari und Englisch veröffentlicht werden. Mit ausführlichen Artikeln wollen die Betreiber des Magazins zu einem Integrationsdiskurs auf beiden Seiten beitragen. Träger des Formates ist der gemeinnützige Verein "KulturGUT".

Wie setzt sich die Jury zusammen?

Die Entscheidung wird von einer unabhängigen Jury aus Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens getroffen, die für drei Jahre berufen werden. Diese setzt sich zusammen aus der Berliner Integrationsforscherin Naika Foroutan, dem Autor Ahmad Mansour, dem Fußball-Spieler Sami Khedira, der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker und dem ehemaligen Vorsitzenden der Bundesagentur für Arbeit und des BAMF, Frank-Jürgen Weise, der zugleich Jury-Vorsitzender ist.

Montag, 05. Oktober 2020