Integrationspolitik noch wirksamer gestalten

Integrationsmonitoring Integrationspolitik noch wirksamer gestalten

Integrationspolitik noch wirksamer gestalten: das ist Ziel vieler Mitgliedsstaaten in der EU. Zu diesem Zweck erarbeiten sie Indikatoren für Monitoringsysteme zur Integration. Auch in Deutschland wird zurzeit ein bundesweites Integrationsmonitoring entwickelt. Noch in dieser Wahlperiode soll ein erster Indikatorenbericht vorliegen. Das stößt auch bei den anderen EU-Ländern auf Interesse. Deshalb hat die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, zu einer europäischen Konferenz am 15. und 16. Juni nach Berlin eingeladen.

 "Wir müssen in der EU den Blindflug in der Integrationspolitik beenden". Maria Böhmer ist überzeugt davon, dass die Entwicklung von Indikatoren ein richtiger Weg ist. Auch die deutsche Integrationspolitik soll in Zukunft stärker auf der Grundlage von objektiven Fakten und Entwicklungen gestaltet werden. Im Nationalen Integrationsplan hat sich die Bundesregierung daher verpflichtet, ein bundesweites Integrationsmonitoring zu entwickeln. Im Juni vergangenen Jahres hat Staatsministerin Böhmer dem Bundeskabinett ein Set von 100 Indikatoren in 14 Handlungsfeldern vorgelegt und den ersten Indikatorenbericht in Auftrag gegeben.

Die europäische Konferenz bietet die Möglichkeit, die deutschen Erfahrungen mit anderen EU-Mitgliedsstaaten auszutauschen und zu diskutieren. In Schweden, den Niederlanden und Dänemark liegen bereits seit einigen Jahren Monitoringsysteme zur Integration vor, in Estland, Spanien und in Portugal werden sie derzeit erarbeitet. Auch die Europäische Kommission hat sich vorgenommen, die Entwicklung von Indikatoren und Monitoringsystemen in den Mitgliedsstaaten zu fördern.

"Für das Integrationsmonitoring reichen Zahlen zur ausländischen Bevölkerung alleine nicht aus, denn längst hat die Mehrzahl der Migranten einen deutschen Pass", betonte Staatsministerin Böhmer. "Wir benötigen in den Statistiken daher auch Angaben zu Menschen aus Zuwandererfamilien mit deutscher Staatsangehörigkeit." Im Mikrozensus werden diese Daten seit 2005 erhoben, in der Arbeitsmarktstatistik sollen sie ab 2010 zur Verfügung stehen. Da das Integrationsmonitoring auch die soziale Situation von Migranten über den Zeitverlauf berücksichtigen soll, werden die Daten hierzu gesondert ausgewertet. Dies ermöglicht einen diferenzierten Blick z.B. auf die jeweilige Familiensituation oder auf unterschiedliche Altersstrukturen.

Ein anspruchsvolles Vorhaben

Die Entwicklung von Integrationsindikatoren ist ein außerordentlich anspruchsvolles Vorhaben, mit dem in der Integrationsforschung weitgehend Neuland beschritten wird. Deshalb wird das bundesweite Integrationsmonitoring von Wissenschaftlern erarbeitet, die- neben der Benennung von Integrationsfortschritten- auch methodische Hinweise zu den Indikatoren geben. Ein bundesweites Integrationsmonitoring trägt zur Versachlichung der Integrationsdiskussion bei. "Es wird in Zukunft als Grundlage für integrationspolitische Entscheidungen dienen und sich zu einem unverzichtbaren Bestandteil von Integrationspolitik entwickeln", ist Maria Böhmer überzeugt.