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Deutsch-Indische Regierungskonsultationen

Indien und Deutschland vereinbaren engere Zusammenarbeit

Deutschland und Indien wollen bei vielen Zukunftsthemen intensiver kooperieren. Das haben beide Regierungen in Neu-Delhi vereinbart. Kanzlerin Merkel verwies auch auf eine besondere Tradition, die beide Länder verbindet.

Auftakt der deutsch-indischen Regierungskonsultationen: Bundeskanzlerin Angela Merkel wird von Indiens Premierminister Narendra Modi in Neu-Delhi begrüßt. Auftakt in Neu-Delhi: Bundeskanzlerin Merkel wird von Indiens Premierminister Narendra Modi begrüßt. Foto: Bundesregierung/Kugler

Klimaschutz, Digitalisierung oder Bildung - in diesen und weiteren Bereichen wollen Deutschland und Indien enger zusammenarbeiten. Bei den fünften Deutsch-Indischen Regierungskonsultationen in Neu-Delhi wurden mehrere Abkommen unterzeichnetet. Diese zeigten, "in welcher Breite wir zusammenarbeiten", betonte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Freitag bei einem gemeinsamen Pressestatement mit Indiens Premierminister Narendra Modi.

Bei den Themen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz habe Indien ein großes Potenzial, sagte die Kanzlerin. Beide Länder vereinbarten einen intensiveren Austausch bei der Forschung zu KI. Die wissenschaftlichen Kontakte haben eine lange Tradition. "Immerhin studieren 20.000 Inder in Deutschland. Es könnten gerne mehr werden", sagte die Kanzlerin.

Die indische Kultur besser kennenlernen

Deutschland und Indien wollen auch im Bereich der nachhaltigen Entwicklung und des Klimaschutzes eng zusammenarbeiten, so Merkel. Indien habe einen vergleichsweise geringen CO2-Ausstoß, aber die zukünftige industrielle Entwicklung müsse natürlich möglichst nachhaltig erfolgen. Dass Indien inzwischen erneuerbare Energien in einer Größenordnung von 74 Gigawatt habe, sei etwas, wozu sie den Premierminister "nur beglückwünschen" könne.

Auch im Kultursektor vereinbarten beide Länder engere Kontakte: So sollen sich etwa deutsche und indische Museen in der Forschung und bei der Restaurierung von Exponaten unterstützen. Generell hätten Menschen aus beiden Ländern die Möglichkeit, sich besser kennenzulernen. "Dabei kann Deutschland noch viel lernen, denn die indische Kultur ist nicht so gut bekannt, wie sie das sein sollte", betonte die Kanzlerin.

Besuch der Gedenkstätte Gandhis

Vor der gemeinsamen Sitzung hatte die Kanzlerin einen Kranz an der Einäscherungsstätte Mahatma Gandhis niedergelegt. Mit seiner friedlichen Revolution habe Gandhi "viele Menschen auf der Welt inspiriert", so Merkel. Sie zog eine Parallele zur deutschen Geschichte. Der Fall der Mauer sei "auch auf friedlichem Wege" geschehen. Das seien Traditionen, "auf die wir beide ‑ Indien und Deutschland ‑ stolz sein können".

Wirtschaft und Klimaschutz

Der letzte Tag des Besuchs in Indien stand im Zeichen von Wirtschaft und Klimaschutz. Kanzlerin Merkel hielt am Samstag eine Rede vor der Jahreshauptversammlung der Deutschen Auslandshandelskammer. Sie besuchte anschließend das deutsche Unternehmen Continental, das in Indien unter anderem zu Automatisiertem Fahren und Industrie 4.0 forscht und entwickelt, sowie eine solarberiebene Metrostation. Auch mit deutscher Hilfe wurde ein Teil des Metronetzes von Neu-Delhi mit Solarstrom ausgerüstet.

Nach Indien begleitet wurde Kanzlerin Merkel von insgesamt elf Ressortvertretern. Neben Außenminister Heiko Maas nahmen auch Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner, Bildungsministerin Anja Karliczek sowie Kulturstaatsministerin Monika Grütters an den Gesprächen Teil. Auch eine Wirtschaftsdelegation war mit nach Neu-Delhi gereist.

Samstag, 02. November 2019