Deutschland muss starker Automobil-Standort bleiben

Kanzlerin eröffnet IAA Mobility 2021 Deutschland muss starker Automobil-Standort bleiben

„Wenn ich mich hier umsehe, bin ich fest davon überzeugt, dass die Transformation zu Klimaneutralität für unser Land und für unsere Automobilindustrie ein Erfolg wird“ – Kanzlerin Merkel hat die IAA Mobility 2021 in München eröffnet. Die Messe zeigt Innovationen für eine klimaneutrale Mobilität der Zukunft. Ein Überblick in Fragen und Antworten.

Kanzlerin Merkel auf der IAA Mobility

Kanzlerin Merkel eröffnete die IAA Mobility: „Diese Messe zeigt, wie eng Klimafreundlichkeit und Innovationskraft zusammengehören.“

Foto: Bundesregierung/Denzel

Was ist die IAA Mobility 2021?

Neuer Standort, neues Konzept: Nach fast 70 Jahren in Frankfurt am Main findet die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) vom 7. bis 12. September erstmals in München statt. Unter dem Label IAA Mobility präsentiert sich die Messe in diesem Jahr als Ausstellung, umfassende Mobilitätsplattform und Dialogforum zugleich.

Insgesamt sind mehr als 700 internationale Aussteller vertreten, darunter namhafte Automobil- und Zweiradmarken, führende Vertreter der Technologie- und Zulieferindustrie, Mobilitätsdienstleister sowie aufstrebende Start-ups. „Ich finde es wirklich spannend und auch den richtigen Zeitpunkt, Mobilität vernetzt zu denken. Sie wollen die Mobilität der Zukunft umfassend präsentieren“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Eröffnungsrede.

Ausgerichtet wird die jährlich stattfindende IAA vom Verband der Automobilindustrie (VDA). In ungeraden Jahren steht die IAA Mobility auf dem Programm, in geraden Jahren die IAA Nutzfahrzeuge in Hannover. Weitere Informationen erhalten Sie auf deren Internetseite der IAA.

Welches Thema steht im Mittelpunkt?

Europa hat sich zum Ziel gesetzt, der erste klimaneutrale Kontinent der Welt zu werden. Dem Verkehr kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Deshalb stellt die IAA Mobility 2021 die Transformation zur klimaneutralen Mobilität als eine der wichtigsten Herausforderungen in den Mittelpunkt. Das Motto: „What will move us next“.

Die Aussteller präsentieren Neuheiten, die dazu beitragen sollen, die Klimabilanz des Verkehrs weiter zu verbessern. Das Spektrum reicht von Elektro-Modellen über emissionsfreie Wasserstoff-Antriebe bis zur neuesten Generation von Diesel-und Benzinmotoren sowie einem umfassenden Mix aus Pkw, E-Bikes und ÖPNV-Einbindung.

Dazu die Bundeskanzlerin: „Diese Messe zeigt, wie eng Klimafreundlichkeit und Innovationskraft zusammengehören.“ Sie zeige aber auch, dass „die Autoindustrie nicht per se Teil des Klimaproblems ist, sondern eben vor allen Dingen auch ein zentraler Teil seiner Lösung, eben der Chancen, die wir wahrnehmen.“

Wie fördert die Bundesregierung nachhaltige Mobilität?

Ziel der Bundesregierung ist es, die Mobilität zu stärken und zugleich auf mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz auszurichten – zum Wohle der Wirtschaft, der Umwelt sowie der Verbraucherinnen und Verbraucher. Deshalb wird der Umstieg auf alternative Antriebstechnologien durch ein breites Maßnahmenbündel unterstützt.

Dazu zählen die Unterstützung von Forschung und Entwicklung, die Förderung des Absatzes elektrisch betriebener Fahrzeuge, der verstärkte Ausbau der Ladeinfrastruktur, umfassende Modernisierungsprogramme für Lkw und Busse, steuerliche Anreize sowie die Förderung der Batteriezellinnovation.

Besonders wichtig sei ihr dabei Technologieoffenheit und die Bereitschaft, das Potenzial aller vielversprechender Innovationen ausschöpfen, so Merkel weiter. Elektromobilität werde ein stützender Pfeiler klimaneutraler Mobilität sein, aber ebenso könnten auch andere Optionen wie Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe das Klima entlasten.

Warum ist der Ausbau der Ladeinfrastruktur so wichtig?

Um die Elektro-Mobilität weiter zu stärken, bedarf es einer ausreichenden Ladeinfrastruktur. „Hier müssen wir alle gemeinsam noch besser werden“, mahnte die Bundeskanzlerin. Der Aufbau der Ladeinfrastruktur sei unter anderem eine Aufgabe der Wirtschaft, „die natürlich eines Tages auch Geld mit dem Tanken verdienen will“.

Aber die Bundesregierung fördere mit. „Bis zu sieben Milliarden Euro wird der Bund bis 2025 für genau diesen Zweck bereitstellen. Davon sind 800 Millionen Euro für die private Ladeinfrastruktur vorgesehen. Das ist deshalb so wichtig, weil 85 Prozent der Ladevorgänge zu Hause stattfinden“, so Merkel. Die Förderung von mehr als 730 000 privaten Ladepunkten sei bereits zugesagt.

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Video Kanzlerin Merkel bei der IAA Mobility

Welche Bedeutung kommt der Automobilbranche zu?

Die Automobilindustrie ist die größte Branche des verarbeitenden Gewerbes und gemessen am Umsatz der mit Abstand bedeutendste Industriezweig in Deutschland. Die Unternehmen der Branche erwirtschafteten im Jahr 2019 einen Umsatz von gut 436 Milliarden Euro und beschäftigten direkt knapp 833.000 Personen.

Umso wichtiger sei es, so Merkel, dass „wir die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft erhalten“. Deutschland solle ein attraktiver und starker Automobil-Standort bleiben. „Deshalb setzen wir uns für ein gemeinsames Vorgehen in der EU ein. Der europäische Emissionshandel könnte ein guter Anfang sein.“

Um kleine und mittelständische Betriebe bei ihrem Übergang zu klimafreundlicher Mobilität zu unterstützen, hat die Bundesregierung in Ergänzung zu den Maßnahmen des Konjunkturpakets den Zukunftsfonds Automobilindustrie beschlossen. Der Fonds hat ein Volumen von 1 Milliarde Euro für die Jahre 2021 bis 2025.

Mehr über die staatlichen Maßnahmen zur Begleitung der Transformation der Automobilindustrie erfahren Sie beim Bundeswirtschaftsministerium.