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China

Herzlichen Glückwunsch, Frau Bundeskanzlerin

Am Samstag hat Bundeskanzlerin Angela Merkel zu ihrem 56. Geburtstag ein ganz besonderes Geschenk erhalten. Ministerpräsident Wen Jiabao überreichte ihr in der chinesischen Stadt Xi'an eine silberne Weinkaraffe. Das Gefäß ist eine Kopie einer Karaffe aus der Zeit der Tang-Dynastie 600 bis 900 n.Chr. Insgesamt wertete die Bundeskanzlerin ihren China-Besuch als "neue Etappe" in den bilateralen Beziehungen.  

Bundeskanzlerin Merkel wird eine traditionelle chinesische Süßspeise zum Geburtstag serviert Traditionelle chinesische Süßspeise zum 56. Geburtstag Foto: REGIERUNGonline/Kugler

Es war eine Kanne von Nomadenstämmen, die damals in dieser Region umhergezogen sind. Wenn sie Gäste haben, haben sie diese mit Getränken aus dieser Kanne bewirtet. Es ist ein sehr schönes Geschenk", freute sich die Bundeskanzlerin. Wen hatte Merkel zuvor zu einem Frühstück eingeladen und ließ eine traditionelle chinesische Süßspeise servieren.

Anerkennung für eine jahrtausendealte Kultur

Merkel und der chinesische Ministerpräsident bei einer Vorführung chinesischer Kultur Bild vergrößern Tradition ... Foto: REGIERUNGonline/Kugler

Die Kanzlerin besuchte heute die alte chinesische Stadt Xi'an, die über 1.000 Jahre lang die Hauptstadt Chinas war. Merkel betonte, es sei wichtig, auch außerhalb Pekings Gespräche zu führen. Denn die realen Probleme, aber auch der Fortschritt eines Landes zeigten sich außerhalb der Hauptstadt eines Landes viel deutlicher.

Zudem sei es ganz selbstverständlich, dass man ein Stück Kultur eines Landes kennenlerne, unterstrich die Kanzlerin. "Wir erwarten von unseren Gästen ja auch, dass sie vielleicht einmal das Brandenburger Tor, das Pergamonmuseum oder andere Städte besichtigen." Insofern sei es für China natürlich auch eine Anerkennung seiner jahrtausendealten Kultur, "wenn wir davon ein Stück verstehen".

Neue Etappe in den deutsch-chinesischen Beziehungen

Bundeskanzlerin bei einer Werksbesichtigung in China Bild vergrößern ...und Moderne in China Foto: REGIERUNGonline/Kugler

Insgesamt zeigte sich die Bundeskanzlerin mit ihrem China-Besuch sehr zufrieden. Sie habe sehr offene Gespräche geführt, in denen auch Probleme etwa für deutsche Firmen oder Fragen der Menschenrechte angesprochen worden seien. "Ich glaube, es ist bekannt, dass wir in den Gesprächen nicht um den heißen Brei herumreden, sondern die Dinge beim Namen nennen", sagte Merkel.

Das werde von der chinesischen Seite akzeptiert, zeigte sich die Kanzlerin überzeugt. Auch sei man sich bei der Bewältigung der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise in vielen Fragen nähergekommen. Der Weg Chinas sei in den letzten Jahren beachtlich gewesen, betonte Merkel. China sei in vielen Bereichen ein Wettbewerber geworden. Die Menschen seien neugierig und kämpften für ihren Wohlstand.

Daher freue sie sich, "ein Land wie die Bundesrepublik Deutschland zu vertreten, das China viele Innovationen zeigen kann, und dass China von uns lernen kann. Wir können eben auch stolz darauf sein, was wir erfunden, entwickelt und auch produziert haben", sagte die Kanzlerin.

Tönerne Krieger

Bundeskanzlerin Merkel betrachtet Soldaten der Terrakotta Armee Bild vergrößern 7.000 Soldaten und 600 Pferde in Gefechtsaufstellung Foto: REGIERUNGonline/Kugler

Zum Abschluss ihres China-Besuchs wartete noch ein ganz besonderer Höhepunkt auf die Kanzlerin. Nahe Xi'an besichtigte sie die weltberühmte Terrakotta-Armee und war tief beeindruckt. Die etwa 7.600 Figuren waren 1974 bei Brunnenbohrungen entdeckt worden. Sie stammen aus der Zeit des ersten Kaisers Qin Shi Huangdi, der von 221 bis 210 vor Christus regierte.

Deutschland habe Hochachtung vor der chinesischen Kultur, sagte Merkel. "Ich werde in Deutschland dafür werben, dass wir mehr verstehen von dieser Geschichte."

Samstag, 17. Juli 2010