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Wirtschaft

Handwerk ist Kernstück der Wirtschaft

Das deutsche Handwerk trage dazu bei, dass Deutschland ein Wachstumsmotor in Europa sei, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel vor dem Zentralverband des Deutschen Handwerks in Berlin. "Als Exportnation kann es Deutschland nur gut gehen, wenn es mittelfristig auch Europa gut geht."

Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Forum des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks in Berlin Handwerk hat zentrale Bedeutung für deutsche Wirtschaft Foto: Bundesregierung/Krünkelfeld

Das Plus bei der Wirtschaftsleistung in Deutschland dürfte nach Merkels Einschätzung in diesem Jahr wieder eher bei drei als bei 2,5 Prozent liegen. Damit sei der Einbruch nach der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 aufgeholt.

Merkel bekräftigte, dass bei den Haushaltsberatungen die Spielräume für die angestrebten Steuerentlastungen geprüft würden. Zugleich betonte sie die Bedeutung der weiteren Haushaltskonsolidierung. Die Bundeskanzlerin und der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) drängten die Bundesländer, den Weg für die geplante steuerliche Absetzbarkeit bei der energetischen Gebäudesanierung frei zu machen.

Mit seinen kleinen und mittleren Betrieben bildet das Handwerk das Kernstück der deutschen Wirtschaft. Nach der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise geht es dem Handwerk wieder gut – auch Dank der Konjunkturprogramme der Bundesregierung. Rund fünf Millionen Arbeitsplätze sichert die Branche in Deutschland. Im Jahr 2010 erreichte der Umsatz mehr als 400 Milliarden Euro.

Deutschland braucht einen stabilen Euro

Trotz der guten Auftragslage sorge sich das Handwerk über die Auswirkungen der Verschuldung einzelner Euro-Länder, sagte ZDH-Präsident Otto Kentzler. Denn in der weltweiten Konkurrenz könne Europa nur als gemeinsamer und leistungsfähiger Wirtschaftsraum bestehen.

Die Stabilisierung des Euro hat für die Bundeskanzlerin deshalb höchste Priorität. „Deutschland kann es nur gut gehen, wenn es mittelfristig auch Europa gut geht,“ bekräftigte sie in ihrer Rede vor dem ZDH-Forum. Es sei wichtig, alles für die Euro-Stabilisierung zu tun und alles zu unterlassen, was diesem Ziel zuwiderlaufe.

Euro-Bonds keine Lösung

Euro-Bonds hält die Bundeskanzlerin für die falsche Antwort. Es gebe Unterschiede in der Wettbewerbsfähigkeit. "Euro-Bonds sind die Vergemeinschaftung der Schulden", sagte Merkel. Dann gäbe es keinen Anreiz mehr, sich anzustrengen und die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.

Weiter sagte Merkel, es müsse darüber nachgedacht werden, europäische Eingriffsrechte bei Euro-Staaten zu schaffen, die die Vorgaben des Stabilitäts- und Wachstumspaktes nicht einhielten.

Ein stabiler Euro ist für die deutsche Wirtschaft von unschätzbarem Wert – er sichert Arbeitsplätze, schafft Wachstum und garantiert zukünftigen Generationen ein Leben in Wohlstand und Sicherheit. Die Bundeskanzlerin betonte in dem Zusammenhang, dass sich die momentanen Probleme Europas nicht mit einem Befreiungsschlag lösen ließen. Vielmehr werde es einen Prozess aufeinanderfolgender Schritte geben.

Freitag, 16. September 2011