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Merkel im Leistungszentrum Kienbaum

Gutes Zuhause für den Spitzensport

Die Kanzlerin hat die Arbeit des Bundesleistungszentrums Kienbaum gewürdigt. "Hier ist gelungene Sportförderung sichtbar", sagte Merkel vor Ort. Bei ihrem Besuch wurde das Leistungszentrum zum "Olympischen und Paralympischen Trainingszentrum für Deutschland" aufgewertet.

Kanzlerin Merkel blickt bei ihrem Besuch des Bundesleistungszentrums Kienbaum auf die Leistung des Diskuswerfers Robert Harting. Die Kanzlerin zeigte sich beeindruckt von der Leistung der Sportler, hier Diskuswerfer Robert Harting. Foto: Bundesregierung/Kugler

Es sei bereits ihr zweiter Besuch des Bundesleistungszentrums in Grünheide bei Berlin, so die Kanzlerin. Der letzte liege sieben Jahre zurück. Seitdem sei es sehr "stark vorangegangen." Auch der Staat unterstütze das Zentrum, damit der Sport optimale Rahmenbedingungen bekomme. "Wenn ich mir das hier ansehe, dann kann ich mit Fug und Recht sagen: Die Gelder sind gut investiert", betonte Merkel. In vielen Bereichen sei Kienbaum eines der modernsten Trainingszentren der Welt: "Hier ist gelungene Sportförderung sichtbar".

"Gelungene Einheit im Sport"

Merkel ging ausdrücklich auf die Aufwertung des Bundesleistungszentrums in ein "Olympisches und Paralympisches Trainingszentrum für Deutschland" ein. Hier gehe es um gelungene Einheit im Sport. Beispielsweise zwischen den Sportlerinnen und Sportlern mit und ohne Behinderung. Auch der Austausch zwischen den verschiedenen Sportdisziplinen sei wichtig, "weil man auch voneinander lernen kann".

Die Kanzlerin würdigte bei ihrem Besuch vor Ort auch die Nachwuchsförderung. "Ich habe in der Turnhalle acht-, neun-, elfjährige Jungen gesehen, die natürlich mit leuchtenden Augen auf ihre Idole, die Spitzensportler, schauen."

Viele Sportlerinnen und Sportler würden sich jetzt auf die Leichtathletik-Meisterschaften in London vorbereiten, nächstes Jahr dann in Deutschland. Ihnen allen drückte Merkel die Daumen, "dass Sie die Resultate erreichen können, die Sie erreichen möchten".

Treffen mit Olympia-Gewinnern

Zunächst schaute die Kanzlerin beim Training der Gold-Kanuten um Olympiasieger Sebastian Brendel vorbei. Anschließend traf Merkel in der aufwendig modernisierten Kunstturnhalle mit der deutsche Olympia-Turnerriege von Rio 2016 um Reck-Goldgewinner Fabian Hambüchen zusammen.

Ihre Erwartungshaltung an die Athletinnen und Athleten hatte sie bereits vor ihrem Besuch in ihrem wöchentlichen Video-Podcast klar formuliert: Sie sollten selber gerne Sport machen, nach Höchstleitungen streben und offen ansprechen, welche Bedingungen bereits gut sind und was noch besser werden müsste.

Sportler sind Vorbilder

Hochleistungssport oder Leistungssport insgesamt – das sei die Spitze einer breiten Bewegung, hob die Kanzlerin hervor. Und diejenigen, die herausragende Leistungen vollbringen, an den Olympischen Spielen oder internationalen Meisterschaften dabei sind, werden so etwas wie Vorbilder für viele. Die Bundeskanzlerin betonte aber auch die Bedeutung des großen Breitensportangebots in Deutschland. Denn Sport – egal ob Breiten- oder Spitzensport – sei immer auch Freude als solche.

Danach startete das traditionelle Sommerfest des Bundesleistungszentrums (BLZ). Zu Beginn überreichte die Kanzlerin dem diesjährigen Preisträger des Kienbaum-Award, Max Rendschmidt (Kanu), eine Urkunde. Weitere Kandidaten waren Christoph Harting (Leichtathletik), Lisa Unruh (Bogenschießen), Andreas Toba (Turnen) und Marianne Buggenhagen (Behindertensport Leichtathletik).

Der im Jahr 2012 ins Leben gerufene Kienbaum-Award wird jährlich an Athletinnen und Athleten verliehen, die im Sport für Höchstleistungen, menschliche Werte und Vorbildwirkung stehen und damit herausragende Botschafter des Spitzensports sind. Nicht eine sportliche Höchstleistung soll gewürdigt werden, sondern eine Vorbildfunktion, die von einem Kadersportler, einem Trainer oder einer Gruppe an den Tag gelegt wird. Wobei Kriterien wie Respekt, Höflichkeit, Hilfsbereitschaft, Mut, Ehrlichkeit, Bescheidenheit und Selbstbeherrschung eine Rolle spielen.

Aufwertung des Bundesleistungszentrums

Das BLZ Kienbaum befindet sich längs des Liebenberger Sees im Land Brandenburg. Seit 1952 wurde das Gelände mit seinen Pavillons, Plattenbauten und Sportanlagen zunächst vom Deutschen Turn- und Sportbund der DDR genutzt. Für den Sport steht immer noch eine Fläche von insgesamt 50 ha zur Verfügung. Heute bietet das Gelände ein breites Spektrum an Trainingsanlagen: von Badminton über Judo bis hin zu Volleyball sind viele Sportarten vertreten.

Nach über 60 Jahren erfährt das Bundesleistungszentrum als zentrale Trainingsstätte des Spitzensports nun eine Aufwertung. Künftig soll das BLZ der zentrale sportartübergreifende Lehrgangsort der Spitzensportverbände sein und den Namen "Kienbaum – Olympisches und Paralympisches Trainingszentrum für Deutschland" tragen. Ein entsprechender Beschluss für die Namensänderung ist von der Mitgliederversammlung des Trägervereins bereits gefasst worden.

In den vergangenen 20 Jahren hat das Bundesministerium des Innern über 60 Millionen Euro in das BLZ Kienbaum investiert. Im Juni 2015 wurden den Athletinnen und Athleten des Deutschen Turnerbundes die wohl weltweit modernste Kunstturnhalle, und zugleich die bisher größte im BLZ Kienbaum geförderte Einzelbaumaßnahme, zur Verfügung gestellt. Ein Indiz für die Attraktivität des BLZ ist auch der Umzug der Bundespolizei-Sportschule von Cottbus nach Kienbaum. Am neuen Standort lassen sich berufliche Ausbildung und das Training bestens miteinander kombinieren.

Dienstag, 18. Juli 2017