"Wir stehen fest an der Seite der Vereinten Nationen"

UN-Generalsekretär Guterres in Berlin "Wir stehen fest an der Seite der Vereinten Nationen"

Anlässlich des 75. Jubiläums der Vereinten Nationen hat Generalsekretär António Guterres Berlin besucht. Nach einer Rede im Bundestag kam Guterres auch zu einem Gespräch mit der Kanzlerin zusammen - per Video. Merkel würdigte die UN dabei als "Symbol der Hoffnung".

Kanzlerin Merkel und der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, verlassen gemeinsam das Reichstagsgebäude.

Kanzlerin Merkel begleitet UN-Generalsekretär António Guterres bei seinem Besuch im Deutschen Bundestag.

Foto: Bundesregierung/Schacht

"Ich freue mich, hier zu sein und den 75. Geburtstag der Vereinten Nationen zu feiern – zusammen mit einem starken, verlässlichen und innovativen Partner" in den Vereinten Nationen, erklärte UN-Generalsekretär António Guterres bei seiner virtuellen Begegnung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Guterres würdigte das entschlossene Handeln Deutschlands und auch persönlich der Bundeskanzlerin in der internationalen Kooperation, die vor großen Herausforderungen stehe. 

Die Kanzlerin erklärte, Deutschland stehe weiterhin fest an der Seite der Vereinten Nationen, "um gemeinsam multilaterale Lösungen voranzubringen". Bei ihrer Gründung vor 75 Jahren seien die Vereinten Nationen "ein Symbol der Hoffnung" gewesen - "das sind sie auch heute noch für viele ‑ auch wenn die Arbeit oft sehr kompliziert ist", unterstrich Merkel. Deutschland wolle auch künftig dazu beitragen, friedliche politische Lösungen zu finden in Krisen wie etwa derzeit in Libyen oder im Sudan. 

Wichtige Rolle im UN-Sicherheitsrat

Zum Ende der nicht-ständigen Mitgliedschaft Deutschlands im UN-Sicherheitsrat zum Jahresende verwies Generalsekretär Guterres auf das erfolgreiche Engagement der Bundesregierung als weltweiter Verbündeter bei der Friedenssicherung und im Bereich der humanitären Hilfe.

Als Beispiel nannte er die von der Bundesregierung initiierte Berliner Libyen-Konferenz zur Durchsetzung der Waffenruhe und die deutschen Bemühungen zur internationalen Stärkung der Menschenrechte.

Impfstoff muss weltweit zugänglich und bezahlbar sein

Angesichts der großen Herausforderungen, vor denen die Staatengemeinschaft im Kampf gegen die Covid-Pandemie steht, betonte die Kanzlerin die Notwendigkeit eines fairen und gerechten Umgangs mit Impfstoffen, Medikamenten und Diagnostika. Merkel und Guterres waren sich einig, dass diese weltweit zugänglich und bezahlbar sein müssten.

Daneben müssten aber auch die Strukturen der Weltgesundheitsorganisation als zentrale Organisation bei der Bekämpfung der Pandemie verbessert werden, so Merkel.

Bundeskanzlerin Angela Merkel im Gespräch per Video mit Antonio Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen.

Bei seinem Besuch in Berlin kommt UN-Generalsekretär Guterres mit Kanzlerin Merkel auch zu einem persönlichen Gespräch zusammen - per Videokonferenz.

Foto: Bundesregierung/Denzel

Gemeinsame Anstrengungen beim Klimaschutz

Als weiteren Schwerpunkt nannte die Kanzlerin die internationale Klimapolitik. Deutschland setze sich weiter für einen ambitionierten Klimaschutz ein. Dazu habe die EU unter der deutschen Ratspräsidentschaft ein wichtiges Signal gesetzt. Mit der vereinbarten Reduktion der CO2-Emissionen auf mindestens 55 Prozent bis 2030 habe die EU ihre Ambitionen erhöht. Merkel sagte zu, Deutschland werde sich an der internationalen Klimafinanzierung ebenfalls beteiligen.

Der UN-Generalsekretär bezeichnete Deutschland als treibende Kraft beim Engagement für die Umsetzung der Klimaschutzziele. Dadurch habe Europa das Potenzial, zu den weltweit ersten Regionen zu gehören, die eine Klimaneutralität erreichen.

Die Kanzlerin erklärte, auch die Entwicklungszusammenarbeit werde weiterhin im Fokus des internationalen Engagements bleiben. Auch nach der Pandemie werde Deutschland in diesem Bereich ein verlässlicher Partner der Vereinten Nationen bleiben.

António Guterres ist seit 2017 der neunte Generalsekretär der Vereinten Nationen. Als oberster Beamter der UN ist er nicht nur für die Verwaltung der Organisation zuständig, sondern vertritt sie auch nach außen. Er ist "zu gleichen Teilen Diplomat und Sachwalter, Staatsdiener und CEO und gilt als Symbol für die Vereinten Nationen und ihre Ideale". 

07:50

Videokonferenz der Kanzlerin mit UN-Generalsekretär Guterres "Ein Symbol der Hoffnung"

Vor seinem Gespräch mit Bundeskanzlerin Merkel war der UN-Generalsekretär bereits gestern mit Außenminister Maas zusammengetroffen und hielt heute eine Rede im Bundestag.

Weitere Informationen aus dem Auswärtigen Amt finden Sie hier.

Hier das Quiz zum 75. Jubiläum der Vereinten Nationen.