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Äthiopischer Premier in Berlin

Gute Zusammenarbeit fortsetzen

Die bilateralen Beziehungen, aktuelle regionale Entwicklungen sowie die afrikanische Friedens- und Sicherheitsstruktur waren Themen des Gesprächs zwischen Kanzlerin Merkel und dem äthiopischen Ministerpräsidenten Hailemariam Desalegn. Beide lobten anschließend die gute bilaterale Zusammenarbeit.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der äthiopischem Premierminister Hailemariam Desalegn. Die Bundeskanzlerin und der äthiopische Ministerpräsident warben um Investitionen in Afrika. Foto: Bundesregierung/Steins

Merkel hob in der gemeinsamen Pressekonferenz die beachtliche Entwicklung und die gute Wachstumsleistung Äthiopiens auf dem Wirtschafts-, vor allem aber auch auf dem Bildungs- und Energiesektor hervor.

Die deutsch-äthiopische Entwicklungszusammenarbeit habe sich in der Vergangenheit vor allem in den Bereichen Landwirtschaft und Duale Ausbildung sehr gut entwickelt, so Merkel.

Die Zusammenarbeit erstreckt sich auch auf den Ausbau der erneuerbaren Energien. Hailemariam sprach in diesem Zusammenhang über das Interesse seines Landes am Ausbau der Wasser-, Wind- und Sonnenenergie.

Werben für Investitionen

Die Bundeskanzlerin und der äthiopische Ministerpräsident warben in ihren Statements um Investitionen in Afrika - besonders in Äthiopien. Beide unterstrichen die politische Stabilität. Aber auch die Wettbewerbsfähigkeit des Landes in Bezug auf die niedrigen Arbeitskosten. Hier müsse der private Sektor die Antriebsfeder sein. Flankierend dazu könnte die Kreditanstalt für Wiederaufbau das passende finanzielle Umfeld schaffen.

Aber nicht nur Deutschland, auch Europa sei als Investor gefragt. Europa solle nicht durch asiatische Investoren, die vielfach bereits vor Ort seien, ins Hintertreffen geraten.

Brennpunkte in Afrika

Merkel und Hailemariam sprachen auch die Ausbreitung von Ebola an. Und die Verbesserung des Gesundheitssystems in Afrika. Das weise noch einen gewaltigen Rückstand auf.

Weitere wichtige Punkte waren die Situation im Südsudan, im Sudan und in Somalia. Diese Länder müssten schnellstens befriedet werden. Sonst bahne sich eine noch größere Katastrophe an, als die bereits bestehende. Außerdem müsse das Flussmanagement des Nils verbessert werden. Genügend Wasser für alle Anrainerstaaten - und dieses gerecht verteilt - verhindere nach den Worten Hailemariams kriegerische Auseinandersetzungen.

Die deutsch-äthiopischen Beziehungen sind traditionell gut. 2005 feierte man das 100-jährige Jubiläum der Aufnahme von diplomatischen Beziehungen. Der Besuch Kaiser Haile Selassies 1954 war einer der ersten Staatsbesuche in der noch jungen Bundesrepublik Deutschland. Bundeskanzlerin Angela Merkel war 2007 in Äthiopien.

In den vergangenen Jahren konnte ein stetiger Zuwachs im Außenhandelsvolumen verzeichnet werden. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts hat Deutschland 2012 aus Äthiopien Waren im Wert von 207,5 Millionen Euro (2011: 247,4 Millionen Euro) importiert und Waren im Wert von 168,7 Millionen Euro (2011: 122,5 Millionen Euro) dorthin exportiert.

Deutschland war in den letzten Jahren einer der größten Abnehmer äthiopischer Waren. Mit über 30 Prozent ist es größter Importeur der äthiopischen Kaffee-Exporte. Deutschland exportiert nach Äthiopien vor allem Fertigprodukte wie Maschinen, Motoren, Kraftfahrzeuge sowie Chemikalien und Medikamente. In jüngerer Zeit beginnen deutsche Unternehmen auch in Äthiopien zu investieren (besonders im Blumensektor und in Lederverarbeitung). 2006 trat Investitionsschutzabkommen in Kraft.

Mittwoch, 03. Dezember 2014