Navigation und Service

Inhalt

im Wortlaut

Grußwort von Bundeskanzlerin Merkel anlässlich des Empfangs der Deutsch-Australischen Industrie- und Handelskammer am 17. November 2014

Redner:
Angela Merkel
Datum:
Montag, 17. November 2014

in Sydney

Sehr geehrte Frau Turnbull,
Exzellenzen,
meine Damen und Herren,

ich freue mich, hier bei Ihnen zu Gast zu sein, bei der Deutsch-Australischen Industrie- und Handelskammer. Sie ist seit vier Jahrzehnten so etwas wie der Türöffner für Unternehmen, die sich neue Kontakte, Standorte und Märkte erschließen wollen. Das heißt, gute bilaterale Wirtschaftsbeziehungen sind also wesentlich auch Ihr Verdienst.

Unser Handelsvolumen hat sich 2013 auf über elf Milliarden Euro belaufen – das ist etwa ein Viertel des gesamten Handels Australiens mit der Europäischen Union; und darauf können wir stolz sein. Außerdem zählt Deutschland hierzulande zu den wichtigen Herkunftsstaaten ausländischer Investitionen. Der Bestand der Investitionen liegt bei fast 19 Milliarden Euro. Immerhin 100.000 Arbeitsplätze sind entstanden.

Unter den hier Anwesenden sind viele, die mit ihrem Engagement in Australien sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Immerhin wächst die australische Wirtschaft seit mehr als 20 Jahren ununterbrochen. Damit zeigt sich, dass neben sicheren Investitionsbedingungen eben auch dieses Wachstumspotenzial ein guter Ausgangspunkt für den weiteren Ausbau unserer Wirtschaftsbeziehungen ist.

Heute Morgen konnte ich NICTA besuchen, ein sehr spannendes Forschungszentrum, das Innovationen bei Informations- und Kommunikationstechnologien in wirtschaftliches Engagement umwandelt. Hierbei gibt es auch eine breite deutsch-australische Zusammenarbeit. Ich glaube, die Informations- und Kommunikationstechnologien sind für unsere beiden Länder, für Deutschland und für Australien, von entscheidender wirtschaftlicher Bedeutung. Deshalb empfiehlt sich hier eine noch breitere Kooperation – wie auch in vielen anderen Bereichen. Ich möchte jetzt nicht weitere spezifische Bereiche nennen; das würde andere benachteiligen. Ich weiß, dass viele Produkte, die uns in Deutschland lieb und teuer sind, auch hier in Australien eine Heimat gefunden haben.

Was ich allerdings sagen möchte, ist, dass wir auch die australische Wirtschaft dazu einladen, bei uns in Deutschland zu investieren; davon können wir noch mehr brauchen. Wir sind ein offenes Land. Ich habe mich gestern bei Premierminister Tony Abbot dafür eingesetzt, dass auch die Europäische Union und Australien über ein Freihandelsabkommen verhandeln sollten, um unsere Wirtschaftsbeziehungen weiter zu verbessern. Die von uns eingesetzte Arbeitsgruppe wird sich mit den Themenfeldern befassen, auf denen unsere Gesellschaften – darunter auch Wirtschaft und Forschung – noch besser zusammenarbeiten können.

Abschließend herzlichen Dank dafür, dass Sie alle heute hier zusammengekommen sind. Alles Gute denen, die sich hier in Australien engagieren. Sofern Sie aus Deutschland kommen: Vergessen Sie die Heimat nicht. Sofern Sie als Australier die Bundesrepublik noch nicht so gut kennen: Kommen Sie uns besuchen. Sie haben ein wunderschönes Land, aber auch eine Reise nach Deutschland lohnt sich immer. Danke für Ihr Engagement.

Dienstag, 18. November 2014