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Verkehrsprojekte Deutsche Einheit

Grünes Licht für Rekordstrecke

In einer guten halben Stunde von Erfurt nach Leipzig und Halle - das ist seit Mitte Dezember möglich. Der reguläre Zugbetrieb auf der 123 Kilometer langen Neubaustrecke sei ein "auch im Wortsinn bewegendes Jubiläumsgeschenk" zu 25 Jahren Deutsche Einheit, so die Bundeskanzlerin bei der Inbetriebnahme der neuen Strecke.

Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bahnchef Grube und ein Lokführer im Führerstand des ICE auf dem Weg von Erfurt nach Leipzig. Merkel: "Wir haben heute eine moderne gesamtdeutsche Infrastruktur." Foto: Bundesregierung/Kugler

Die neue Schienenstrecke zwischen Leipzig/Halle und Erfurt sei "in vielerlei Hinsicht eine Rekordstrecke", sagte Merkel am 9. Dezember in Leipzig. Sie verwies auf höchste Sicherheitsstandards, fortschrittlichste Zugleitsysteme, modernste Brückenkonstruktionen und die mit einer Länge von 8,6 Kilometern längste Eisenbahnbrücke Deutschlands, die Elster-Saale-Talbrücke.

Mit Fertigstellung dieser Trasse sei ein Großteil der Infrastrukturverbesserung gelungen, stellte die Bundeskanzlerin fest. "Inzwischen sind rund 35 Milliarden Euro der vorgesehenen 40 Milliarden Euro in die 17 Verkehrsprojekte Deutsche Einheit geflossen - darunter neun Schienenprojekte."

Die zweigleisige, für Tempo 300 ausgebaute, 123 Kilometer lange Neubaustrecke Erfurt-Leipzig/Halle führt zunächst durchs Thüringer Becken. Danach durchquert sie den Finne-Höhenzug in drei Tunneln mit einer Länge von 15,4 Kilometern. Hinter der Querfurter Platte teilt sich die Trasse in Richtung Halle und Leipzig.

"Wir brauchen solches Engagement"

Die Gesamtbilanz könne sich sehen lassen, so Merkel weiter. "Ob Verkehrsinfrastruktur, Wirtschaftskraft, Umwelt- und Naturschutz oder Lebensverhältnisse insgesamt: 25 Jahre Deutsche Einheit sind eine Erfolgsgeschichte. Daraus können wir, glaube ich, wieder Mut schöpfen, auch heutige Herausforderungen erfolgreich bewältigen zu können."

Merkel würdigte in diesem Zusammenhang die "unverzichtbare Rolle", die der Bahnkonzern und seine Mitarbeiter beim Transport von Flüchtlingen gespielt hätten: "Es zeigt, was möglich ist, wenn viele helfende Hände zusammenwirken: Wir können großartige humanitäre Projekte genauso wie großartige infrastrukturelle Projekte bewältigen."

2017 in vier Stunden von Berlin nach München

Die Trasse ist Teil des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit Nr. 8, mit dessen Gesamtfertigstellung Ende 2017 zu rechnen ist. Die rund 500 Kilometer lange Neu- und Ausbaustrecke zwischen Nürnberg, Erfurt, Leipzig/Halle und Berlin soll Fahrgästen eine konkurrenzfähige und umweltgerechte Alternative zu Straße und Flugzeug bieten.

So werden Reisende für die Fahrt von der Isar an die Spree statt sechs nur noch rund vier Stunden benötigen. Das größte Infrastrukturprojekt der deutschen Einheit gliedert sich in drei Abschnitte: Nürnberg-Erfurt (VDE 8.1), Erfurt-Leipzig/Halle (VDE 8.2) und die Ausbaustrecke Leipzig/Halle-Berlin (VDE 8.3).

Die 17 Verkehrsprojekte Deutsche Einheit (VDE) setzen sich aus neun Schienen- und sieben Autobahnvorhaben sowie einem Wasserstraßenprojekt zusammen. Die Bundesregierung hat das Investitionsprogramm mit einem Gesamtvolumen von rund 39,7 Milliarden Euro 1991 aufgelegt, um das Zusammenwachsen der ost- und westdeutschen Bundesländer zu beschleunigen.

Montag, 21. Dezember 2015