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Bürgerfest zum Einheitsjubiläum

Großer Besucherandrang beim Einheitsfest

Mehr als 45.000 Gäste haben während des dreitägigen Bürgerfestes zum Tag der Deutschen Einheit das Zelt der Bundesregierung besucht. Fragen zum 25. Jahrestag der Wiedervereinigung und zum Thema Flucht und Asyl standen neben einem bunten Bühnenprogramm im Mittelpunkt des Interesses.

Bürgerfest zur Deutschen Einheit in Frankfurt am Main Dicht umlagert waren die Informationsstände im Zelt der Bundesregierung. Foto: Bundesregierung/Kornaker

Hessen war in diesem Jahr Gastgeber der zentralen Feiern zum Tag der Deutschen Einheit, die jedes Jahr in einem anderen Bundesland stattfinden. Die Bundesregierung präsentierte sich beim großen Bürgerfest vom 2. bis 4. Oktober mit zahlreichen Informationsständen und bot auf der Bühne ein buntes und unterhaltsames Programm.

Merkel: Herausforderungen gemeinsam meistern

Bürgerfest zur Deutschen Einheit bin Frankfurt am Main Bild vergrößern Kanzlerin Merkel bei der Feier zu 25 Jahren Deutsche Einheit. Foto: Bundesregierung/Bergmann

"Es ist wunderschön, dass wir heute den 25. Jahrestag der Deutschen Einheit feiern können", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Rande der Feier zum Tag der Deutschen Einheit in Frankfurt am Main.

Sie könne sich noch genau an den Tag - den 3. Oktober - im Jahre 1990, erinnern, als die Feierlichkeiten in Berlin stattfanden und ähnlich schönes Wetter war. "Wir Deutschen haben damals in guter Nachbarschaft mit den ehemaligen Alliierten und unseren Nachbarn die deutsche Einheit begehen können."

Nach 25 Jahren stehe Deutschland vor großen Herausforderungen. "Das Thema der Flüchtlinge beschäftigt uns derzeit besonders", so die Kanzlerin. Auch diese Situation könne Deutschland nicht alleine lösen, "sondern nur gemeinsam in Europa durch eine faire Aufgabenteilung und weltweit, denn noch nie gab es so viele Flüchtlinge wie heute".

De Maizière: Chancen sehen - auf die Zukunft einlassen

Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière schlug auf der Bühne der Bundesregierung den Bogen von der Wiedervereinigung 1990 bis zur drängendsten aktuellen Herausforderung. Er diskutierte mit einer Gruppe von 25-Jährigen über die Frage, wie Deutschland in 25 Jahren aussehen könnte – also 2040. Der Innenminister bekannte, dass er keine exakte Vorhersage wage. Er erwarte aber ein stärkeres Europa und hoffe, dass man den Wohlstand und die Demokratie erhalten könne.

Die Jahre 1989/90 seien eine epochale Veränderung gewesen und auch heute stehe man mit der Flüchtlingskrise vor solchen Herausforderungen. Es gelte, praktische Lösungen zu finden und müsse dabei auch von gewissen Standards und Regeln Abstand nehmen, beispielsweise bei der Frage, welche Ausbildung ein Lehrer haben müsse, um überhaupt Deutschunterricht für Flüchtlinge zu geben. Zugleich betonte de Maizière, dass es gelingen müsse, die Verfahren für die Asylsuchenden zu beschleunigen. Dabei sei klar, dass man auch harte Entscheidungen treffen müsse und diejenigen, die keine Bleibeperspektive hätten, auch gehen müssten.

Der jungen Generation wünschte de Maizière die innere Offenheit, um die Chancen zu sehen und sich auf die Zukunft einzulassen. "Ich hoffe, Sie nehmen den Teppich in die Hand und laufen darüber", so der Wunsch des Ministers. Der 25-jährige Linus Lüdke aus Berlin sieht Deutschland auf einem guten Weg. Er wünsche sich ein weiterhin weltoffenes und tolerantes Land.

Anne Langenow aus Hamburg übergab dem Minister eine Liste von Wünschen, die die Gruppe bei einem Zukunftsdialog des BMI erarbeitet hatten. Flüchtlinge aktiver integrieren, ehrenamtliche Helfer besser anerkennen, Europa stärken, den Datenschutz verbessern – das waren einige ihrer Zukunftswünsche.

Der Bundesinnenminister appellierte auf der Bühne am Stand der Bundesregierung an die zahlreichen Gäste, trotz aller Herausforderungen und Probleme das "Glück der Deutschen Einheit nicht aus dem Kopf und aus dem Herzen zu verlieren". Es sei richtig gewesen, den 3. Oktober als nationalen Feiertag zu wählen, denn er symbolisiere die Vollendung des wiedervereinigten Deutschlands in Frieden und Freiheit.

Erfolgsgeschichte und Chance für junge Generationen

Bürgerfest zur Deutschen Einheit in Frankfurt am Main Bild vergrößern Bundesbildungsministerin besucht den Stand "25 Jahre Freiheit und Einheit". Foto: Bundesregierung/Kornaker

Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Johanna Wanka, nannte die Zeit der Wende die spannendste in ihrem Leben. Sie sei als Quereinsteigerin in die Politik gekommen, erzählte die frühere Universitätsprofessorin für Mathematik. Die Friedliche Revolution in der DDR sei eine Erfolgsgeschichte gewesen. Als Wunsch für die Zukunft äußerte sie, Freiheit und Demokratie zu bewahren. Dieses sei nicht selbstverständlich, sondern erfordere Engagement. "Wer die Freiheit lange nicht hatte, weiß ihren Wert besonders zu schätzen", sagte Wanka aus der eigenen Erfahrung heraus.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig, 1974 in Frankfurt an der Oder geboren, sagte beim Bürgerfest, die Deutsche Einheit biete der jungen Generation große Chancen. Unterschiede zwischen Ost und West spielten bei jungen Menschen keine Rolle mehr. Sie lobte die gute Entwicklung in den neuen Bundesländern. Die Deutsche Einheit lehre, dass die Welt sich immer weiter verändere. Der Jahrestag der Wiedervereinigung mache Mut, dass wir die aktuellen Herausforderungen der Flüchtlingskrise meistern könnten. Schwesig dankte allen, die sich für die ankommenden Flüchtlinge und insbesondere auch für die Kinder einsetzen würden.

Sonntag, 04. Oktober 2015