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Festakt zur Deutschen Einheit

Gauck: "Wir Deutschen können Freiheit"

Bundespräsident Gauck hat die Leistungen der Bürgerrechtsbewegung in der DDR auf dem Weg zur deutschen Wiedervereinigung gewürdigt. Mit ihrem Aufbegehren von 1989 hätten die Ostdeutschen den Westdeutschen ein großes Geschenk gemacht, sagte er beim Festakt zu 25 Jahre Deutsche Einheit.

Festakt zur Deutschen Einheit bin Frankfurt am Main 25 Jahre Deutsche Einheit: Die Ehrengäste auf dem Weg zum Festakt. Foto: Bundesregierung/Bergmann

"Die friedliche Revolution zeigt: Wir Deutschen können Freiheit", sagte Bundespräsident Joachim Gauck beim Festakt zu 25 Jahren Deutsche Einheit in Frankfurt. Umgekehrt hätten die Westdeutschen auch den ostdeutschen ein Geschenk gemacht, sagte das Staatsoberhaupt und nannte dabei Grundgesetz, eine funktionierende Demokratie, eine unabhängige Justiz und das Sozialsystem.

Festakt zur Deutschen Einheit bin Frankfurt am Main Bild vergrößern Bundespräsident Gauck hält die Festrede zur Einheitsfeier. Foto: Bundesregierung/Bergmann

Der Bundespräsident sagte , er habe Verständnis für Ängste in der Bevölkerung angesichts der wachsenden Flüchtlingszahlen. Es spüre wohl fast jeder, wie sich in die große Hilfsbereitschaft der Menschen auch Sorge schleiche, "wie das menschliche Bedürfnis, Bedrängten zu helfen, von der Angst vor der Größe der Aufgabe begleitet wird." Und weiter: "Dies ist unser Dilemma: Wir wollen helfen. Unser Herz ist weit. Aber unsere Möglichkeiten sind endlich."

Der Festakt, bei dem Bundespräsident Joachim Gauck die Festrede hält, ist der Höhepunkt der zentralen Feierlichkeiten zum 3. Oktober. Die deutsche Einheit wurde am 3. Oktober 1990 mit dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland vollzogen. Neben dem Bundespräsidenten nahmen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Vertreter aller Verfassungsorgane der Bundesrepublik teil.

Bouffier: Flüchtlinge zu Mitbürgern werden lassen

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier lobt das Engagement der Deutschen für Flüchtlinge als beispielhaft. "Deutschland und seine Bürgerinnen und Bürger leisten ganz Außerordentliches", sagte der amtierende Präsident des Bundesrates zum Auftakt des Festaktes zum Tag der Deutschen Einheit. Nun gelte es, die Flüchtlinge zu Mitbürgern werden zu lassen.

Das wiedervereinigte Deutschland sei ein weltoffenes und tolerantes Land, sagte Bouffier und hieß eine Gruppe von Flüchtlingen willkommen, die er zu dem Festakt in der Alten Oper eingeladen hatte. Auch lobte er den Beitrag der Oppositionsbewegung in der DDR zur deutschen Vereinigung vor 25 Jahren. "Ohne Ihren Mut wäre die Freiheit für ganz Deutschland nicht erkämpft worden", sagte der Ministerpräsident und wandte sich dabei an ehemalige Bürgerrechtler im Publikum.

Hessen ist in diesem Jahr Gastgeber der zentralen Feiern zum Tag der Deutschen Einheit, die jedes Jahr in einem anderen Bundesland stattfinden. Anlässlich des 25. Jahrestages der Vereinigung wird nicht in der Landeshauptstadt Wiesbaden gefeiert, sondern in Frankfurt am Main. Die Einheitsfeiern dort nehmen auch Bezug auf die Mitte des 19. Jahrhunderts in der Stadt tagende Nationalversammlung. Die verfassunggebenden Beratungen infolge der Revolution von 1848 gelten als Geburtsstunde des deutschen Parlamentarismus.

Samstag, 03. Oktober 2015