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Merkel und Löfven einig

Für eine verbindliche Flüchtlingsquote

Bundeskanzlerin Merkel und der schwedische Ministerpräsident Löfven haben sich bei ihrem Treffen zu einem gemeinsamen europäischen Asylsystem bekannt. Sie verlangten eine faire Verteilung der Flüchtlinge auf die europäischen Mitgliedsstaaten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der schwedische Ministerpräsident Stefan Löfven im Kanzleramt. Die aktuelle Flüchtlingspolitik stand im Mittelpunkt der Gespräche. Foto: Bundesregierung/Güngör

Die aktuelle Flüchtlingspolitik stand beim Gespräch zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Schwedens Ministerpräsidenten Stefan Löfven im Mittelpunkt. Beide berieten über die Herausforderungen in Deutschland und Schweden als auch auf europäischer Ebene. Die Bundeskanzlerin wies darauf hin, dass ein gemeinsames europäisches Asylsystem nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Praxis existieren sollte. Denn "Dublin III passt nicht mehr zu den Herausforderungen, die wir zu bewältigen haben", so Merkel.

Deutschland und Schweden nehmen rund 60 Prozent aller Flüchtlinge aus Syrien auf.

Europäische Werte leben

Eine veränderte Asylpolitik müsse diskutiert werden, damit eingeschlossen auch verbindliche Quoten, so Merkel. Eine europaweite Quotenregelung unter Beachtung der nationalen Wirtschaftsleistung und der Arbeitslosenquote soll dabei helfen, die ankommenden Kriegsflüchtlinge gerecht auf alle EU-Staaten aufzuteilen. Zusätzlich sollen sichere Herkunftsländer im Westbalkan definiert werden, um keine falschen Anreize für Wirtschaftsflüchtlinge zu setzen.

Die beiden Regierungschefs forderten alle Mitgliedstaaten der EU auf, im Geiste europäischer Solidarität zu handeln und sich an die Genfer Flüchtlingskonvention zu halten. Merkel hofft dabei auf innerstaatlichen Kooperation: "Wenn 25 Länder ein Ergebnis erzielen sollen, müssen wir alle überzeugen." Die Bundeskanzlerin ist zuversichtlich eine gemeinsame Lösung zu finden, die über die Zukunft Europas entscheide.

Dienstag, 08. September 2015