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Jordanischer König in Berlin

Friedensprozess dringender denn je

Deutschland will seinen Beitrag zur Beilegung des Konflikts im Irak leisten. Dies hat Bundeskanzlerin Merkel vor dem Gespräch mit dem jordanischen König Abdullah II. in Berlin betont. Die Situation der syrischen Flüchtlinge in Jordanien, die Lage in Syrien und im Irak beherrschte ihren Meinungsaustausch.

Merkel empfängt den jordanischen König Bundeskanzlerin Merkel und König Abdullah II. bin al-Hussein beim Meinungsaustausch Foto: Bundesregierung/Bergmann

Bundeskanzlerin Angela Merkel empfing den jordanischen König Abdullah II. bin al-Hussein im Bundeskanzleramt. Im Zentrum des Meinungsaustauschs stand die Lage in der Region und der Nahost-Friedensprozess.

Hilfe für syrische Flüchtlinge

In ihrem Pressestatement vor dem Gespräch mit dem jordanischen König hob Merkel hervor, dass das Königreich Jordanien in besonderer Weise von den Ereignissen in der Region betroffen sei. Es trage eine große Last bei der Bewältigung der Flüchtlingskatastrophe im Umkreis des Bürgerkriegs in Syrien. Jordanien sei in der Zwischenzeit zum drittgrößten Flüchtlingsaufnahmeland in der Welt geworden.

Merkel wie darauf hin, dass Deutschland auch zahlreiche syrische Flüchtlinge aufgenommen habe. Dies sei aber im Vergleich zu dem, was Jordanien geleistet habe und leiste, relativ wenig.

Deutschland leiste an vielen Stellen Hilfe, so Merkel weiter. Dies genüge allerdings noch nicht und man werde darüber sprechen, was weiter getan werden könne, um die Situation vor Ort zu entschärfen.

Livestream der Pressestatements:

Politische Lösung für Irak

Merkel und Abdullah II. bin al-Hussein beschäftigte auch die Frage, eines deutschen Beitrags zur Konfliktlösung im Irak. Nur eine politische Lösung könne eine dauerhafte Stabilität in die Region bringen, zeigte sich Merkel überzeugt. Beide waren sich einig, dass alle Religionen und alle Teile und Schichten der Bevölkerung in den Dialog miteinbezogen werden müssen.

Besonders wichtig sei es, so schnell wie möglich eine Regierung zu bilden, damit der irakische Staat gegen Fundamentalisten und Extremisten gestärkt werden könne, sagte die Bundeskanzlerin.

Der Vormarsch der islamistischen Isis-Truppen im Irak löste in Jordanien große Sorgen aus. Die Islamisten haben bereits mehrere Ortschaften an der 180 Kilometer langen Grenze zwischen beiden Ländern unter ihre Kontrolle gebracht.
Jordanien verstärkte seine Streitkräfte im Grenzgebiet. Nach den Worten von König Abdullah sind die transnationalen Terroristen eine große Herausforderung, wenn sie in ihre Heimatländer zurückkehren.

Nahost-Friedensprozess

In Bezug auf den Nahost-Friedensprozess lobte die Bundeskanzlerin den stetigen Einsatz von König Abdullah. Zum Nahost-Friedensprozess betonte sie: "Er ist dringender denn je. Denn die Region ist in hohem Maße instabil."

König Abdullah fügte hinzu, dass er nach dem Besuch des Außenministers Kerry in der Region hoffe, dass die Friedensgespräche zwischen Israel und der palästinensischen Autonomieverwaltung schnell wieder aufgenommen werden könnten.

Jordanien und Deutschland pflegen seit langer Zeit enge und freundschaftliche Beziehungen. Deutschland ist in vielen Bereichen einer der wichtigsten Partner des Landes, das sich im regionalen und internationalen Rahmen aktiv um eine friedliche Lösung des Nahostkonflikts bemüht.
Außerdem kooperieren die beiden Länder in Feldern wie Entwicklungszusammenarbeit, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur. 

Dienstag, 24. Juni 2014