Navigation und Service

Inhalt

Ehrung in Oslo

Friedensnobelpreis für Chemiewaffen-Kontrolleure

Der Friedensnobelpreis geht an die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen. Deren Inspektoren zerstören derzeit im Auftrag der Vereinten Nationen das Giftgasarsenal in Syrien. Die Bundeskanzlerin gratulierte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Die Auszeichnung sei eine besondere Anerkennung für das Engagement der Organisation in einem zentralen Bereich der Abrüstung, so Bundeskanzlerin Angela Merkel. "Die OVCW leistet weltweit einen wichtigen Beitrag für die Kontrolle und Beseitigung unmenschlicher Waffen."

Bundesaußenminister Guido Westerwelle lobte das langjährige mutige Engagement der OVCW. In Kiew erklärte er, dieser Preis werde "der Abrüstung weltweit neuen Schub verleihen". Die Entscheidung des Nobelpreiskomitees sei "eine Ermutigung für alle diejenigen, die sich weltweit für Abrüstung und Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen engagieren".

Gefährliche Arbeit im Krisengebiet

Mit der am 27. September verabschiedeten Syrien-Resolution des UN-Sicherheitsrats erging der Auftrag an die Chemiewaffen-Kontrolleure, die chemischen Kampfstoffe in Syrien vollständig zu vernichten. Deutschland stellte der OVCW in einem ersten Schritt zwei Millionen Euro für diese Syrien-Mission zur Verfügung. Deutschland unterstützt diese Mission technisch und finanziell.

Syrien, wo seit zwei Jahren Bürgerkrieg herrscht, war der Chemiewaffenkonvention zwar kürzlich beigetreten. Die syrische Regierung wird jedoch für einen Giftgasangriff in der Nähe von Damaskus am 21. August verantwortlich gemacht, dem über tausend Menschen zum Opfer fielen, darunter zahlreiche Frauen und Kinder.

Mit Ihrem Einsatz arbeitet "die Organisation und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, auch in Konfliktregionen und zum Teil unter erheblichen Gefahren, an einer sichereren Welt", so die Bundeskanzlerin. "Ihr Einsatz verdient unser aller Respekt. Die Auszeichnung mit dem Friedensnobelpreis gilt jedem einzelnen dieser Mitarbeiter."

Die OVCW ist eine autonome internationale Organisation, die am 29. April 1997 ihre Arbeit aufnahm. Sie ist durch besondere vertragliche Beziehungen den Vereinten Nationen angeschlossen und überwacht die Einhaltung und Umsetzung der Chemiewaffenkonvention von 1997. Deren 188 Vertragsstaaten sind verpflichtet, jährliche Berichte über die Maßnahmen zur Umsetzung der Konvention zu erstellen.

Sitz der Organisation ist Den Haag. Am Gesamtbudget der OVCW von rund 60 Millionen Euro ist Deutschland mit etwa zehn Prozent beteiligt.

Freitag, 11. Oktober 2013