Navigation und Service

Inhalt

Bahrain

Freihandelsabkommen mit den Golfstaaten schnell zu Ende verhandeln

Vier Tage hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Golfregion bereist. In Katar sprach sie sich für den baldigen Abschluss des Freihandelsabkommens zwischen der Europäischen Union und dem Golf-Kooperationsrat aus. Merkel rief die deutsche Wirtschaft auf, im internationalen Wettbewerb ihre Chancen in der Region zu nutzen.

Der Ministerpräsident Bahrains begrüßt Bundeskanzlerin Merkel am Regierungssitz, dem Gudaibiya-Palast, mit militärischen Ehren Begrüßung in Bahrain mit militärischen Ehren Foto: REGIERUNGonline/Bergmann

In Doha traf sie mit dem Ministerpräsidenten des Staates Katar, Scheich Hamad bin Jasim Al Thani zusammen. Dabei zeigte sie sich erneut beeindruckt von der wirtschaftlichen Entwicklung in der Region: "Die Dynamik hier in Ihrem Land und auch in anderen Teilen der Golfregion sollte für uns in Europa Ansporn sein, unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter zu verbessern."

Bekenntnis zum Euro

In diesem Zusammenhang ging die Kanzlerin auch auf die Stellung des Euro ein:

"Die einheitliche Währung, der Euro, hat Deutschland als Exportnation in ganz besonderer Weise sehr viele Vorteile gebracht. Deshalb stehen wir zu dieser Währung und deshalb wollen wir sie stark machen. Wenn sie stark sein soll, dann muss die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Länder insgesamt verbessert werden. Dafür arbeiten wir in Europa. Ich glaube, das wird hier in der Region anerkannt."

Abschluss des Freihandelsabkommens gefordert

Die Bundeskanzlerin kündigte an, sich beim nächsten Ratstreffen der Europäischen Union (EU) intensiv für das Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem Golf-Kooperationsrat  einzusetzen. Nach Jahren des Verhandelns müsse das Abkommen endlich unter Dach und Fach kommen. "In der Golfregion hat man langsam kein Verständnis mehr dafür, dass wir hier nicht vorankommen."

In Djidda hatte die Kanzlerin die König-Abdullah-Universität besucht und die deutsch-saudi-arabische Wirtschaftskonferenz eröffnet. Die Kanzlerin lobte die Hochschule der wichtigsten Hafenstadt Saudi Arabiens am Roten Meer als "sichtbares Zeichen der Ambitionen Saudi-Arabiens, wirklich ein Wettbewerber in der Wissensgesellschaft zu werden" und sprach von der großen Dynamik des Landes.

"Wir wollen diese Ambitionen unterstützen und wollen dabei hilfreich sein", bekräftigte Merkel. So sei ihr Interesse groß, "dass auch unsere mittelständischen Unternehmen einen guten Zugang zu der saudi-arabischen Wirtschaft bekommen." 

Klare Vision Saudi-Arabiens

König Abdullah zeigt der Kanzlerin ein Bild der al-Haram-Moschee, in der das Zentralheiligtum des Islam, die Kaaba steht Bild vergrößern König Abdullah zeigt ein Bild der al-Haram-Moschee, in der die Kaaba steht. Foto: REGIERUNGonline/Bergmann

Anknüpfend an die politischen Gespräche am Vortag mit König Abdullah bekräftigte Merkel: 

"Saudi-Arabien hat eine klare Vision, wo es hin möchte und wie es sich entwickeln möchte. Wir sind beeindruckt von dieser Vision. Wir wissen, dass es nicht immer ganz einfach ist, Tradition und Moderne in Einklang zu bringen. Wir wünschen Ihnen aber auf diesem Weg viel Erfolg. Wir sind gerne bereit, mit Ihnen zu diskutieren, mit Ihnen gemeinsam Projekte zu gestalten und, wenn es nötig ist, auch einmal Meinungsverschiedenheiten auszutragen. Das alles bringt uns voran."

Chancen intensiv nutzen

Im Vorfeld der Gespräche mit dem Ministerpräsidenten von Katar hatte Merkel gesagt: "Katar ist ein aufstrebendes Emirat mit sehr vielen Bindungen an Deutschland. Ich glaube, dass wir in dem Wettbewerb der vielen, die sich für diese Region interessieren, unsere Chancen intensiv nutzen sollten. In den politischen Gesprächen sollten wir deutlich machen, dass wir uns für den Nahost-Friedensprozess einsetzen. Wir setzen zudem alles daran, dass der Iran keine nukleare Bewaffnung bekommt."

Zum Auftakt ihrer Reise hatte die Bundeskanzlerin Kronzprinz Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan in Abu Dhabi besucht. "Deutschland hat ein elementares Interesse an intensiven Beziehungen in die Golfregion, aber ganz besonders in die Vereinigten Arabischen Emirate. Wir haben unsere wirtschaftlichen Kontakte stark ausgebaut. Deutschland ist der größte Handelspartner der Vereinigten Arabischen Emirate in Europa. Diese Stellung wollen wir festigen und erweitern", sagte Merkel.  

Dynamische Region

Bundeskanzlerin Merkel betankt nach der Einweihung der ersten Erdgastankstelle der VAE ein Fahrzeug Bild vergrößern Bundeskanzlerin betankt ein Fahrzeug mit Erdgas Foto: REGIERUNGonline/Bergmann

Die Golfregion sei ausgesprochen dynamisch. "Wir sind hier in einem starken Wettbewerb ‑ auch in der wirtschaftlichen Kooperation ‑ mit asiatischen Ländern, zum Beispiel mit Südkorea, aber auch mit China. Das bedeutet, dass wir die Beziehungen mit dieser Region intensiv pflegen werden und wollen. Ich glaube, das ist eine sehr gute Investition", so die Kanzlerin.  

Bei den Gesprächen ging es auch um den Nahost-Friedensprozess und das Verhältnis zum Iran. Deutschland teile die Sicherheitsinteressen der Vereinigten Arabischen Emirate. Beide Staaten arbeiteten auf diesem Gebiet eng zusammen, betonte Merkel.

Stadt der erneuerbaren Energien

Bundeskanzlerin Merkel und der Kronprinz von Abu Dhabi und Vizepräsident der VAE, Scheich Mohammed bin Said al-Nahjan, vor einem Gemälde des ersten VAE-Präsidenten Bild vergrößern Merkel und der Kronprinz von Abu Dhabi, Scheich Mohammed bin Said al-Nahjan Foto: REGIERUNGonline/Bergmann

In Masdar City, der zweiten Station ihrer Reise, informierte sich die Kanzlerin über das Projekt einer "Stadt der erneuerbaren Energien" und weihte dort die erste Erdgastankstelle ein. Dies sei eine "strategische Investition in die Zukunft". Bis 2015 soll in Masdar City eine Stadt mit 50.000 Einwohnern auf der Basis von erneuerbaren Energien betrieben werden.  

Mobilität der Zukunft

"Die Frage, wie die Mobilität der Zukunft aussehen wird, ist eine der Kernfragen. Erdgas wird in diesem Zusammenhang mit Sicherheit eine große Rolle spielen. Deshalb sehen wir hier eine Investition, die sicherlich rasant an Bedeutung zunehmen wird."

Masdar City soll einmal vollständig durch erneuerbare Energien versorgt werden und den Status einer Sonderwirtschaftszone erhalten, in der sich rund 1.500 Unternehmen im Bereich erneuerbarer Energien aus der ganzen Welt ansiedeln sollen.   

Donnerstag, 27. Mai 2010