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Merkel-Besuch

Forschen für ein Leben ohne Krebs

Kanzlerin Merkel hat die Arbeit des Deutschen Krebsforschungszentrums gewürdigt. "50 Jahre DKFZ sind 50 Jahre Spitzenforschung", betonte Merkel beim Besuch des Zentrums in Heidelberg.

Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Rundgang durch ein Labor des Deutschen Krebsforschungszentrums. 50 Jahre Krebsforschung: Verbesserte Vorsorge, Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen. Foto: Bundesregierung/Kugler

Pro Jahr erkranken rund 500.000 Menschen in Deutschland an Krebs. Das Deutsche Krebsforschungszentrum erforscht in sieben Forschungsschwerpunkten die Entstehung und bessere Behandlung dieser Volkskrankheit. Ein Ziel ist, Erkenntnisse der Genom- und Grundlagenforschung rasch in die klinische Anwendung zu überführen. Diesem Brückenschlag dient auch das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen. Hier arbeitet das Deutsche Krebsforschungszentrum (DFKZ) mit der Universität Heidelberg und der Deutschen Krebshilfe zusammen. Jedes Jahr werden hier 10.000 Patienten behandelt und untersucht.

Entstehung von Krebs untersuchen

Die Bundeskanzlerin sagte auf der Auftaktveranstaltung des Jubiläumsjahres: "50 Jahre DKFZ sind 50 Jahre Spitzenforschung." Merkel lobte den hohen Anteil von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit nichtdeutschem Hintergrund. "Das heißt, die internationale Ausrichtung wird hier gelebt und bürgt für die anerkannte Exzellenz", sagte sie.

Generell glaube sie, mit dem Prinzip der Exzellenz habe die Bundesregierung in den letzten Jahren viel bewegen können. Vor allem verwies sie auf die Berechenbarkeit durch den Pakt für Forschung und Innovation. Bis 2015 seien fünfprozentige Steigerungen für alle außeruniversitären Forschungseinrichtungen zugesagt. Wenn danach der Bund den Länderanteil übernimmt, ist für die nächsten Jahre eine dreiprozentige Steigerung sicher. "Diese Planbarkeit müssen wir fortentwickeln und Ihnen dann zutrauen, dass Sie die entsprechenden Schwerpunkte so setzen, wie es für unsere Exzellenz in Deutschland gut ist", ergänzte die Bundeskanzlerin.

Viel für die Menschen bewirkt

"Fünf Jahrzehnte Forschung im DKFZ haben viel für die Menschen bewirkt – unsere Ergebnisse haben dazu beigetragen, Tausende von Krebsfällen zu vermeiden und Krebs in vielen Fällen besser zu behandeln und früher zu entdecken. Und außerdem: Investition in die Forschung ist Investition in Deutschlands Zukunft", führte der DKFZ-Vorstandsvorsitzende Otmar Wiestler aus.

Die Kanzlerin hatte sich zuvor über die Forschungen in den Abteilungen "Molekulare Stoffwechselkontrolle" und "Stammzellen und Krebs" informiert. Neben den beiden DKFZ-Vorständen Otmar Wiestler und Josef Puchta begleitete die Bundeskanzlerin auch Professor Harald zur Hausen. Der ehemalige Vorsitzende des Stiftungsvorstands des DKFZ erhielt 2008 den Nobelpreis für Medizin für die Entdeckung, dass humane Papillomviren den Gebärmutterhalskrebs auslösen. Zur Hausen schaffte die Basis für die Entwicklung eines Impfstoffs gegen diese häufigste Krebserkrankung bei Frauen.

Beruf und Familie besser vereinbaren

Anschließend sprach die Kanzlerin mit acht Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern unter anderem über die Situation des wissenschaftlichen Nachwuchses. Merkel warb für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie in der Wissenschaft. "Das Wissenschaftlerleben wird immer mobiler sein als das anderer Berufsgruppen", sagte sie. Nicht nur die Krebsforschung müsse am Individuum ausgerichtet sein, auch die Forscherkarrieren müssten individuell geplant werden.

Im Deutschen Krebsforschungszentrum arbeiten über 3.000 Menschen, davon über 1.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Sie erforschen in mehr als 90 Abteilungen und Arbeitsgruppen wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Das DKFZ hat ein Gesamtbudget von rund 226 Millionen Euro. Die Grundfinanzierung der Helmholtz-Einrichtung von rund 170 Millionen Euro trägt zu neunzig Prozent der Bund. Heidelberg ist mit dem DKFZ, der Universität Heidelberg und dem Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie der bedeutendste biomedizinische Standort neben München und Berlin.

Mittwoch, 23. April 2014