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Familienfreundlichkeit ist Trumpf

Eine familienfreundliche Arbeitswelt zahlt sich aus: für Unternehmen und Beschäftigte. Bundeskanzlerin und Familienministerin zeichneten beim Wettbewerb „Erfolgsfaktor Familie 2012“ Deutschlands familienfreundlichste Unternehmen aus.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (Mitte) und Bundesministerin Kristina Schröder (links) bei der Preisverleihung des Unternehmerwettbewerbs Erfolgsfaktor Familie 2012 Bei der Preisverleihung Foto: Bundesregierung/Denzel

Die Familie dürfe in der Arbeitswelt nicht weiter „als Störfaktor gelten“, sondern müsse als „Teil des Lebens anerkannt werden“. Dies sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Preisverleihung. „Ich habe die Bitte, die gesamte Karriereplanung etwas flexibler zu sehen, als das bisher gemacht wird.“

Eine familienbewusste Arbeitswelt hilft Unternehmen, gutes Personal zu gewinnen und zu halten. „Menschen, die mit ihrem Lebensentwurf zufrieden sind, sind gute Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer“, betonte die Kanzlerin.

Merkel betonte, für mehr Familienfreundlichkeit seien rechtliche Regelungen nicht immer der Weg. Daher sei es wichtig, aus den Unternehmen gute freiwillige Beispiele zu bekommen.

Vorteile für Unternehmen und Beschäftigte

Mit dem Wettbewerb „Erfolgsfaktor Familie 2012“ werden Unternehmen geehrt, die ihre Beschäftigten bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie vorbildlich unterstützen. Die Kanzlerin ist die Schirmherrin des Wettbewerbs.

Immer mehr Betriebe erkennen die Vorteile familienfreundlicher Arbeitsbedingungen an. Mit insgesamt 532 Bewerbungen haben dieses Jahr mehr Unternehmen teilgenommen als bei den Wettbewerben 2008 und 2005.

Der Unternehmenswettbewerb ist Teil des gleichnamigen Unternehmensprogramms „Erfolgsfaktor Familie“. Mit ihm setzt sich das Bundesfamilienministerium zusammen mit Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft und dem Deutschen Gewerkschaftsbund für mehr Familienfreundlichkeit ein. Der Wettbewerb richtet sich an Unternehmen, denen es in besonderem Maße gelingt, familienbewusste Arbeitsbedingungen zu schaffen. Er soll ein sichtbares Zeichen für die wachsende Familienfreundlichkeit der Unternehmen setzen.

Insgesamt neun Preisträger wurden in den Kategorien „Kleine Unternehmen“, „Mittlere Unternehmen“, „Großunternehmen“ und in den Sonderpreiskategorien „Familienbewusste Arbeitszeiten“, „Beruf und Pflege“ und „Innovation“ ausgezeichnet. Die Preise sind mit jeweils 5.000 Euro, beziehungsweise 2.000 Euro dotiert.

Vier-Tage-Woche für Baufachleute auf Montage

Ausgezeichnet wurde beispielsweise das Bauunternehmen Krieger + Schramm aus Dingelstädt. Baufachleute auf Montage arbeiten zwar Vollzeit, diese verteilt sich allerdings auf eine Vier-Tage-Woche, so dass regelmäßig ein dreitägiges Wochenende gesichert ist. Das Unternehmen unterstützt die Beschäftigten außerdem finanziell bei den Betreuungskosten für Kinder. Bei Bedarf können die Kinder auch mit ins Unternehmen gebracht werden.

Die Siemens AG erhielt einen Sonderpreis im Bereich „Familie und Pflege“. Schon seit 2006 kümmert sich der Konzern um das Thema Vereinbarkeit von Pflege und Beruf. Ein „Elder Care“-Konzept wurde erarbeitet. Basis des Konzeptes ist die flexible Gestaltung von Arbeitszeit und Arbeitsort. Es gibt Sprechstunden für betroffene Mitarbeiter und seit 2010 sogar eine Hotline.

Familienfreundlichkeit als Wettbewerbsfaktor

„Die Siegerunternehmen zeigen eindrucksvoll, wie wirtschaftlicher Erfolg und familienfreundliche Personalpolitik zusammen passen“, sagte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder. „Sie sind damit ein Impulsgeber für die gesamte deutsche Wirtschaft und ein nachahmenswertes Beispiel für andere Unternehmen.“

Familienfreundlichkeit in Unternehmen sei keine soziale Wohltat, sondern eine Investition. Manche Unternehmen machten es sich zu einfach, indem sie nur vom Staat den Ausbau der Kinderbetreuung forderten. Dabei sei es ein Wettbewerbsvorteil, wenn sich Unternehmen selbst engagierten, zum Beispiel mit dem Bau einer Betriebskita, betonte Schröder.

Mehr als 4.000 Unternehmen, die sich zu einer familienfreundlichen Personalpolitik bekennen, sind bereits Mitglied im Unternehmensnetzwerk „Erfolgsfaktor Familie“. Das Netzwerkbüro „Erfolgsfaktor Familie“ unterstützt und berät insbesondere kleine und mittlere Unternehmen sowie Multiplikatoren bei der Umsetzung.

Mittwoch, 02. Mai 2012