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Kaiser-Otto-Preis

Europa zur Stabilitätsunion machen

Die Verständigung zwischen den europäischen Völkern ist für Bundeskanzlerin Angela Merkel ein großes Anliegen. Für ihr europäisches Engagement erhielt sie deshalb den diesjährigen Kaiser-Otto-Preis. Merkel forderte, die Staatsverschuldung in Europa abzubauen und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Bundeskanzlerin erhält Kaiser-Otto-Preis im Dom zu Magdeburg Auszeichnung für Bundeskanzlerin Merkel Foto: REGIERUNGonline/Denzel

In ihrer Laudatio sagte die litauische Staatspräsidentin Dalia Grybauskaitė, Merkel sei eine der engagiertesten Förderinnen des vereinten Europas. Nicht nur die Zukunft Deutschlands, sondern auch Europas liege heute auf den Schultern der Kanzlerin.

Persönlicher Weg Merkels symbolhaft für Einigungsprozess

"Angela Merkel hat sich durch ihr Wirken als Bundeskanzlerin in besonderer Weise um die europäische Integration und die Stabilität der Europäischen Union verdient gemacht", begründete der Oberbürgermeister der Stadt Magdeburg, Lutz Trümper, die Wahl.

Der persönliche Weg Merkels sei symbolhaft für den Prozess der deutschen und europäischen Einigung, so Trümper. Die feierliche Verleihung fand im Dom zu Magdeburg statt.

Auszeichnung ist besonderer Ansporn

Merkel bezeichnete die Auszeichnung mit dem Kaiser-Otto-Preis als außerordentliche Ehre. Sie nehme den Preis als Ansporn, weiterhin der Einheit Europas zu dienen, "gerade auch in dieser europapolitisch so anspruchsvollen Zeit". 

Es gelte, die Erfolgsgeschichte der europäischen Einigung weiterzuschreiben,“ bekräftigte Merkel.

"Euro ist mehr als nur eine Währung"

Bundeskanzlerin erhält Kaiser-Otto-Preis 2011im Dom zu Magdeburg. Bild vergrößern Merkel: Preis Ansporn, weiter Europa zu dienen. Foto: REGIERUNGonline/Denzel

"Der Euro ist viel mehr als nur eine Währung", hob die Bundeskanzlerin hervor. "Er ist ein Fundament unseres gemeinsamen wirtschaftlichen Erfolgs, und er ist ein Symbol für die politische Einigung unseres Kontinents." Der Euro stehe für den Willen Europas, den inneren Zusammenhalt zu festigen und sich Herausforderungen gemeinsam zu stellen. Er sei deshalb untrennbar mit dem europäischen Projekt als Ganzem verbunden. Merkel: "Das heißt: Scheitert der Euro, steht das europäische Projekt insgesamt auf dem Spiel."

Die Bundesregierung tue deshalb alles, um die Wirtschafts- und Währungsunion dauerhaft zu stabilisieren und sie zu stärken. Deshalb dürfe es angesichts der gegenwärtigen Schuldenkrise in Europa kein „Weiter so“ geben, so die Kanzlerin. "Und das gibt es ja auch nicht. Wir arbeiten vielmehr daran, die Versäumnisse der ersten Euro-Jahre zu korrigieren."

Wettbewerbsfähigkeit stärken 

Für Merkel ist es entscheidend, die Staatsverschuldung in Europa abzubauen und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Sie wolle, dass "Europa zu einer Stabilitätsunion wird". Einen weiteren Weg in die Schuldenunion hält sie für einen Irrweg. Merkel: "Deshalb lehne ich auch Eurobonds ab."

Sie wirbt zusammen mit dem französischen Staatspräsidenten Sarkozy für eine Stärkung des Stabilitäts- und Wachstumspaktes sowie für die Schuldenbremse.

Als ihr wichtigstes Anliegen als deutsche Bundeskanzlerin nannte Merkel, dass am Ende der gegenwärtigen Krise Europa gestärkt dastehe.

Der Kaiser-Otto-Preis wird seit 2005 alle zwei Jahre von der gleichnamigen Magdeburger Kulturstiftung verliehen. Es werden Persönlichkeiten gewürdigt, die sich in besonderer Weise um die europäische Verständigung verdient gemacht haben. Der Preis ist nach Kaiser Otto dem Großen (912-973) benannt, der die Geschichte Europas maßgeblich prägte. Erster Preisträger war Altbundespräsident Richard von Weizsäcker. Ihm folgten 2007 die lettische Staatspräsidentin Vaira Vike-Freiberga und 2009 der frühere polnische Außenminister Wladyslaw Bartoszewski.

Mittwoch, 24. August 2011