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Europa und Amerika sind unverzichtbare Partner

Der Terrorismus ist die stärkste Bedrohung der freiheitlichen Staatengemeinschaft. Die Nato sei daher ein entscheidender Ort, an dem sicherheitspolitische Diskussionen zwischen Europa und den USA über dessen Bekämpfung zu führen seien. Das sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am ersten Tag ihres USA-Besuchs in Washington.

"Die Nato ist viel mehr als ein militärisches Bündnis. Sie ist eine Wertegemeinschaft", betonte die Bundeskanzlerin am 12. Januar vor amerikanischen Gästen in der deutschen Botschaft. Unter ihnen waren so prominente Persönlichkeiten wie die ehemaligen Außenminister Madeleine Albright, Colin Powell und der US-Notenbankchef Alan Greenspan.

Nato: Anker der gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik 
 

Gerade im Kampf gegen den Terrorismus - beispielsweise in Afghanistan - habe die Nato bereits ihre Handlungsfähigkeit und Durchsetzungskraft bewiesen. Dennoch stehe das transatlantische Bündnis im 21. Jahrhundert vor der Aufgabe, sich über seine künftige Ausrichtung zu verständigen, sagte die Kanzlerin.

"Wir müssen uns entscheiden, ob die Nato nur auf militärische Aktionen reduziert sein soll. Oder ob sie der Ort ist, an dem sicherheitspolitische Diskussionen zwischen den USA und den europäischen Mitgliedsstaaten geführt werden", so Merkel weiter.

Nur als ein Ort des Dialogs, an dem die Mitglieder gemeinsam Lösungen suchen und Entscheidungen treffen, könne die Nato ein entscheidender Akteur bleiben. Als Beispiel nannte Merkel den erfolgreichen Einsatz auf dem Balkan. Er hatte die kriegerischen Aktionen beendet und die Chance auf eine Stabilisierung der Region eröffnet.

Offener Gedankenaustausch im Weißen Haus erwartet 
 

Die Kanzlerin spricht über das transatlantische Verhältnis Bild vergrößern Die Kanzlerin spricht über das transatlantische Verhältnis

Über die Herausforderungen des Terrorismus wird die Kanzlerin auch bei ihrem Treffen mit dem amerikanischen Präsidenten sprechen. Merkel sagte, sie rechne damit, dass das Treffen in partnerschaftlicher und offener Atmosphäre stattfinden werde. Als Ergebnis ihrer Reise hoffe sie auf eine intensive und freundschaftliche Zusammenarbeit mit den USA.

Weitere Themen werden sein: der Nuklearstreit mit dem Iran, die Lage im Nahen Osten und Irak, Energiefragen und die internationale Rolle Europas. Aber auch die wirtschaftlichen Beziehungen beider Länder stehen auf der Tagesordnung.

So hat sich zwischen Deutschland und den USA eine hohe Investitionstätigkeit entwickelt. Dies zeigt sich gerade in den neuen Bundesländern: Amerikanische Unternehmen wie AMD oder Dell schaffen zukunftsfähige Arbeitsplätze und fördern eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung.

Zivilgesellschaften eng miteinander verflochten

Jedes Jahr nehmen tausende Schülerinnen und Schüler, Studentinnen und Studenten an Förderprogrammen teil. Diese ermöglichen ihnen den unbürokratischen Aufenthalt im anderen Land. 
 

Studienabschlüsse werden gegenseitig anerkannt und es gibt enge Kooperationen bei Forschungsvorhaben. Deutsch steht in den USA bereits an dritter Stelle der angebotenen Fremdsprachen an privaten Sekundarschulen, Colleges und Universitäten. Die beiden vorderen Plätze belegen Spanisch und Französisch.

Einweihung eines neuen Hauptquartiers

Auch der Abschluss des Amerika-Besuchs steht ganz im Zeichen der transatlantischen Wertegemeinschaft. Am Freitagnachmittag besucht die Bundeskanzlerin die Einweihungsfeier des neuen Hauptquartiers des German Marshall Fund. Dessen symbolträchtiger Ort: ein ehemaliges deutsches Botschaftsgebäude.

Der German Marshall Fund wurde 1972 gegründet. Er setzt sich für intensive Beziehungen zwischen den USA und Europa ein.Als historisches Vorbild dient ihm der nach dem einstigen US-Außen- und Verteidigungsminister George Marshall benannte "Marshall-Plan". Dieser trug nach dem Zweiten Weltkrieg zum Wiederaufbau Europas bei.

Das Grundkapital der amerikanischen Stiftung in Höhe von 245 Millionen D-Mark spendete die damalige Bundesregierung als Dank für die amerikanische Wiederaufbauhilfe.

Donnerstag, 12. Januar 2006