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EU und Asien für neue Finanzmarktverfassung

Die EU und Asien wollen sich bei dem kommenden Weltfinanzgipfel in Washington für den Aufbau einer internationalen Finanzmarktverfassung stark machen. Die Teilnehmer waren sich einig, dass die Finanzmärkte stärker überwacht und zudem transparenter werden müssen. Darüber hinaus müssen auch die einzelnen Produkte besser gegen Risiken abgesichert werden. 

Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnete den Asien-Europa-Gipfel als ein "wertvolles Treffen". Sie sagte in Peking: "Ich finde, das Treffen hat sich gelohnt." Zwei Tage lang hatten die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Länder und 17 asiatischen Staaten über Nahrungssicherheit, Energiesicherheit, Klimawandel und den Dialog der Kulturen diskutiert. Im Vordergrund stand allerdings das Thema der ersten Arbeitssitzung: "Weltwirtschaft und internationale Finanzkrise".

Die Kanzlerin hielt dazu eine kurze Rede, in der sie vier Grundprinzipien einer effektiven Finanzmarktregulierung skizzierte. 

So sei mehr Transparenz notwendig, insbesondere bei den Risiken, die Banken auf dem Finanzmarkt eingehen. Auch eine stärkere Aufsicht sei wichtig.

Darüber hinaus sollten für Unternehmen neue Anreize geschaffen werden. Momentan werde insbesondere der kurzfristige Erfolg und das große Risiko belohnt.

Schließlich plädierte Merkel in Peking für eine stärkere internationale Zusammenarbeit. Sie befürwortete eine Stärkung des Internationalen Währungsfonds. Dieser solle über die Stabilität des weltweiten Finanzsystems wachen.

Der Internationale Währungsfonds ist eine Organisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Washington. Er wurde 1944 gegründet. Zu seinen Aufgaben gehören die Förderung der internationalen Zusammenarbeit in der Währungspolitik und die Stabilisierung von Wechselkursen.

Internationaler Währungsfonds

Verlässlichen Ordnungsrahmen schaffen

Auf dem Weltfinanzgipfel im November soll nach Ansicht der Kanzlerin ein Mandat formuliert werden. Danach könne dann die Arbeit an konkreten Vorschlägen zur effektiven globalen Finanzmarktregulierung aufgenommen werden. Die Kanzlerin begrüßte es sehr, dass sich in Washington die führenden Industrienationen gemeinsam mit den Schwellenländern (G-20) treffen werden.

Denn eine internationale Lösung kann nur unter Einbeziehung Asiens und insbesondere der asiatischen Schwellenländer China und Indien gelingen, ist sich die Kanzlerin sicher. 

Zwar sind die Bankensysteme der asiatischen Schwellenländer nicht direkt von der Finanzkrise betroffen. Doch durch ihre starke Exportorientierung bekommen sie die wirtschaftlichen Folgen der Krise deutlich zu spüren. "Wir müssen jetzt Vorkehrungen treffen, damit sich so eine Krise nicht wieder ereignet", so Merkel.

Asem steht für Asia-Europe Meeting, also für Asien-Europa-Treffen. Es ist ein Dialogforum mit heute 45 Partnern aus der Europäischen Union und Asien. Auf dem Forum sprechen die Teilnehmenden über die Zusammenarbeit zwischen Europa und Asien in Politik, Wirtschaft, Bildung und Kultur.

Die Asem-Gipfel finden seit 1996 im zweijährigen Turnus statt.

Samstag, 25. Oktober 2008